Magazin | 19.10.2026 | 10:30

DFB-Kleinfeld-Cup: Fußball, der zu den Menschen passt

Immer mehr Begeisterung für Kleinfeldfußball: der zweite DFB-Kleinfeld-Cup.[Foto: Florian Wiegand/picture alliance/DFB]

Kleinfeldfußball sorgt für immer mehr Begeisterung: Der zweite DFB-Kleinfeld-Cup am DFB-Campus hat erneut gezeigt, wie attraktiv Fußballangebote abseits des klassischen Spielbetriebs sein können. 13 Teams aus 13 Landesverbänden machten mit Spielfreude, Fair Play und echter Bolzplatz-Atmosphäre deutlich: Kleinfeldfußball ergänzt den Vereinsalltag sinnvoll und schafft neue Zugänge zum organisierten Fußball.

Viele Tore, enge Spiele – und vor allem jede Menge Freude am Fußball: Beim zweiten DFB-Kleinfeld-Cup stand am Samstag am DFB-Campus nicht allein das Ergebnis im Mittelpunkt. Die Landesverbands-Teams brachten unterschiedliche Ideen und Formate zusammen, die eines gemeinsam haben: Fußball soll niedrigschwellig, flexibel und gemeinschaftlich erlebbar sein.

Der Cup bildete den Höhepunkt der bundesweiten Masterplan-Pilotprojekte "Fußballangebote auf dem Kleinfeld". In den vergangenen Monaten haben mehrere Landesverbände gemeinsam mit dem DFB alternative Spielformen erprobt – etwa mit der Monday League in Niedersachsen, dem Lüttefeld-Cup in Schleswig-Holstein, offenen Freizeit-Kleinfeldturnieren in Sachsen-Anhalt oder Bolzplatz-Cups. Sie richten sich insbesondere an Menschen, die sich im klassischen 11-gegen-11-Spielbetrieb nicht oder nicht mehr wiederfinden.

Ergänzung statt Ersatz

Kleinere Teams, vereinfachte Regeln und eine flexible Teilnahme: Diese Elemente machen die Angebote attraktiv – für ehemalige Spieler*innen ebenso wie für neue Zielgruppen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den regulären Spielbetrieb zu ersetzen. Vielmehr sollen die Formate Vereinen zusätzliche Möglichkeiten geben, Menschen langfristig für den Fußball und ihre Gemeinschaft zu begeistern.

Auch der DFB-Kleinfeld-Cup setzte auf mehr als die reine sportliche Wertung. Gemeinschaft, gegenseitiger Respekt und Fair Play prägten das Turnier ebenso wie der sportliche Ehrgeiz. Schon bei der Premiere im vergangenen Jahr waren unter anderem Fair-Play-Wertungen und Zusatzwettbewerbe Teil des Konzepts – und kamen bei den Beteiligten sehr gut an.

Push durch Socca-WM-Titel

Größere Aufmerksamkeit hat der Kleinfeldfußball kürzlich durch den Titelgewinn der deutschen Mannschaft bei der Socca-WM in Essen erhalten. Das von DFB-Mitarbeiter Kim Sippel trainierte Team um den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Max Kruse besiegte Brasilien im Finale mit 3:1. Socca ist eine international wachsende Variante des Kleinfeldfußballs, die für hohes Tempo, viele Ballkontakte und kaum Unterbrechungen sorgt. Seine Spieler sichtet Sippel in der Icon League, Kings League oder in der Futsal-Bundesliga.

"Das ist der Fußball, der für mich Familie geworden ist. Socca ist die Basis für das Elf gegen Elf. Die kleinen Spielformen spielst du auf dem Bolzplatz, aber auch in vielen, vielen Trainingseinheiten", sagt Sippel. Gerade diese Nähe zu kleinen Spielformen, Spielfreude und Gemeinschaft macht die Kleinfeldangebote für die Vereine wertvoll.

Fußball, der zu den Menschen passt

Der DFB treibt das Thema voran, weil sich Lebensrealitäten verändern. Beruf, Familie, Studium oder andere Verpflichtungen lassen den festen Rhythmus einer klassischen Mannschaft nicht immer zu. Gleichzeitig bleibt die Lust, gemeinsam zu spielen, Teil eines Teams zu sein und Zeit auf dem Platz und im Verein zu verbringen. Kleinfeldformate können genau diese Lücke schließen.

Der zweite DFB-Kleinfeld-Cup hat deshalb nicht nur Teams zusammengebracht, sondern auch sichtbar gemacht, wie innovativ und vielfältig Amateurfußball in den Landesverbänden schon heute gelebt wird. Die Botschaft des Tages: Wo Fußballangebote flexibel gestaltet werden, entsteht neue Nähe zum Verein – und oft auch wieder das Gefühl, das viele vom Bolzplatz kennen: einfach spielen, gemeinsam Spaß haben und Fußball lieben.