Polonia-Torjäger Adam Jakubowski: Vierte Herren - erster Platz
Torgarant der Vierten Herren des KS Polonia Hamburg: Angreifer Adam Jakubowski (l.).[Foto: KS Polonia Hamburg]
Angreifer Adam Jakubowski von den Vierten Herren des KS Polonia Hamburg traf in der Kreisklasse in den ersten zehn Saisonspielen gleich 38-mal. Damit führt er die bundesweite Statistik der Torjägerkanone für alle in der 9. Liga an. Der 32 Jahre alte Stürmer, der vor zwei Jahren noch für den Bezirksligisten TSV Reinbek am Ball war, kickte einst im Alter von 18 Jahren in der polnischen 4. Liga.
Einige Spielklassen tiefer will er nun sein Team zum Aufstieg in die Kreisliga schießen. "Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann haben wir gute Chancen, unser Ziel zu erreichen", sagt Trainer Maciej Melerski im Gespräch mit FUSSBALL.DE. "Die Mannschaft hat als Tabellenzweiter schon 85 Tore erzielt und ist hungrig auf Erfolg. Wenn Adam weiterhin so gut in Form ist und sich keine weiteren Spieler verletzen, traue ich uns durchaus 150 bis 200 Saisontore zu", blickt der 35-Jährige, der bei der Deutschen Post als Briefzusteller tätig ist, optimistisch nach vorne.
"Adam hätte es meiner Meinung nach durchaus bis ins Profigeschäft schaffen können, stand sich aber oft selbst im Weg"
Obwohl die "Vierte" des KS Polonia, in der nur Spieler mit polnischer Staatsangehörigkeit im Kader stehen, im Schnitt fast acht Tore pro Partie erzielt, missglückte der Saisonstart. Torjäger Jakubowski traf nur einmal. Prompt setzte es beim TuS Berne III (1:3) die bislang einzige Niederlage.
"Wir hatten einen rabenschwarzen Tag", erinnert sich Polonia-Trainer Melerski. "Der Kader war noch nicht komplett und wir lagen relativ schnell 0:2 zurück. Außerdem haben sich zwei Spieler Platzverweise eingehandelt, so dass wir den Rückstand in Unterzahl nur noch schwer aufholen konnten. Das war ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt."
Seitdem ging es für die Kicker des KS Polonia aber steil nach oben. Großen Anteil am Erfolg hat Torjäger Adam Jakubowski, der beruflich im Trockenbau tätig. Nur in zwei Spielen trug er sich nicht in der Torschützenliste ein. Beim 5:2 gegen die zweite Mannschaft der Fußballabteilung des Norderstedter Sport- und Freizeitvereins ("Nordlichter im NSV") erzielte Jakubowski sogar alle fünf Polonia-Treffer.
14-mal in einem Spiel genetzt
Im Auswärtsspiel beim Schlusslicht Walddörfer Sportverein Hamburg III (25:1) erwischte "Jaku" erst recht einen Sahnetag, steuerte nicht weniger als 14 Tore bei. "Adam bringt alles mit, was einen guten Stürmer ausmacht", lobt Trainer Melerski. "Er hätte es meiner Meinung nach durchaus bis ins Profigeschäft schaffen können, stand sich aber oft selbst im Weg", charakterisiert Melerski seinen charismatischen Torjäger.
Der KS Polonia Hamburg, der im Jahr 1988 von polnischen Einwanderern gegründet wurde, legt großen Wert auf Vielfalt. Inzwischen treiben Menschen aus mehr als 15 Nationen gemeinsam Sport. Die Mitglieder kommen neben Polen und Deutschland auch aus der Ukraine, der Türkei, Syrien, Norwegen, Frankreich, Russland, Afghanistan, dem Irak und vielen weiteren Ländern. Der Verein ist stolz darauf, dass Herkunft, Nationalität, Religion, Hautfarbe und Geschlecht keine Rolle spielen - beim KS Polonia zählen nur die Freude am Sport und der Respekt füreinander.
Neben Fußball hat der Klub auch eine erfolgreiche Badminton- und Basketball-Abteilung aufgebaut. Integration durch Sport ist beim KS Polonia gelebter Alltag. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs vor viereinhalb Jahren hat der Verein zum Beispiel auch viele junge Fußballer aus der Ukraine aufgenommen und ins Team integriert. Dafür wurden der Verein 2022 mit dem Integrationspreis des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) ausgezeichnet.
Manfred Wolny, langjähriger Präsident beim KS Polonia Hamburg, wurde 2025 vom DFB mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Diese besondere Ehrung war eine Anerkennung für sein außergewöhnliches Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz für den Verein. Die Auszeichnung wurde Wolny von Christian Okun, dem Vorsitzenden des HFV, und dem früheren Nationalspieler Thomas Helmer überreicht.
Drei Teams in der Kreisklasse
"Menschen wie Manfred Wolny sind das Rückgrat des Fußballs. Sie sorgen dafür, dass der Sport lebt und gedeiht. Sein Einsatz ist inspirierend und verdient den höchsten Respekt", würdigte der Europameister von 1996 bei seiner Laudatio den Preisträger.
Die gelebte Vielfalt des Klubs zeigt sich speziell auch im Herrenfußball. Während die erste Mannschaft des KS Polonia in der Bezirksliga kickt, wurden die drei weiteren Herrenmannschaften allesamt für die Kreisklasse gemeldet - und setzen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte.
Die zweite Mannschaft wird von Spielern mit ukrainischen Wurzeln gebildet. Die "Dritte" besteht hauptsächlich aus Studenten. Und in der vierten Mannschaft, in der polnische Kicker spielen, ist bei allem sportlichen Ehrgeiz jeder willkommen, der Spaß am Fußball hat und gerne einmal mit dem aktuell erfolgreichsten Torschützen aller 9. Ligen in Deutschland zusammenspielen möchte.