Frank: "Die 50-Tore-Marke peile ich an"
Rico Frank in Aktion: "Momentan versuche ich das eher wegzuschieben, um nicht so verkrampft in die Rückrunde zu gehen".[Foto: FC Germania Bleckenstedt Collage FUSSBALL.DE]
Deutschlands erfolgreichster Torschütze im November ist Rico Frank. Der 29-Jährige erzielte im vergangenen Monat 16 Tore für den FC Germania Bleckenstedt in Salzgitter. Damit steht der Spieler nicht nur in der Torjägerliste des Monats ganz oben, sondern ist zugleich auch erster Anwärter auf die Torjägerkanone für alle in der siebten Liga.
Mit sieben Jahren hat Frank angefangen, beim STV Ringelheim Fußball zu spielen. Es folgten weitere Stationen bei der SG Steinlah-Haverlah , dem SC Gitter , dem MTV Wolfenbüttel und dem BV Germania Wolfenbüttel . Zum Anfang der Saison wechselte der Stürmer nach Bleckenstedt. Im Interview mit FUSSBALL.DE sprach Frank über seine Offensiv-Stärken, die Chance auf die Torjägerkanone für alle und seine fußballerischen Ziele.
FUSSBALL.DE: Herr Frank, Ihre Mannschaft hat in dieser Saison von 18 Spielen erst ein Spiel verloren. Worin liegt der Schlüssel des Erfolgs?
Rico Frank: Zu Beginn der Saison brauchte es erstmal eine Zeit, sich zu finden, weil wir neben mir auch einige weitere Neuzugänge hatten. Im Vergleich zu den ersten Spielen ist das jetzt eine sehr starke Wandlung, die das Team hinter sich hat. Dabei waren auch Aktionen neben dem Platz wichtig, um erstmal ein Gerüst zu bauen. Es braucht zum Beispiel die älteren Spieler, die dann die jüngeren abholen und mitnehmen, um das Teambuilding zu stärken. Jetzt passt es mannschaftlich sehr gut. Wir sind gut aufeinander abgestimmt. Jeder ist für den anderen da, kennt seine Aufgabe und erfüllt sie.
"Die Kanone wäre Erfolg, den ich so schnell nicht vergessen würde".
Mit Ihrer Anzahl an Toren sind Sie daran nicht ganz unbeteiligt. Was macht Sie derzeit so stark?
Frank: Ich würde meine Schnelligkeit und Abschlussstärke zu meinen Stärken zählen. Dazu braucht es aber natürlich auch meine Mitspieler, die mir die Vorlagen und Pässe geben. Ich werde gut in das Spiel eingebunden. Momentan kommt da viel Positives zusammen.
Sie sind aktuell mit 36 Saisontreffern mit Abstand der anführende Torschütze in Ihrer Bezirksliga. Sind Sie als Torjäger schon ligaweit bekannt?
Frank: Das hat über Social Media irgendwann die Runde gemacht und mittlerweile wissen alle, dass ich gerade auf Platz Eins stehe. Mit steigender Anzahl an Toren verändert sich dann das Spiel des Gegners schon. Man bekommt mal einen Gegenspieler mehr auf die Füße gestellt oder wird enger gedeckt. Im Spiel macht es einem das natürlich schwieriger, Tore zu erzielen. Bisher klappt es aber noch ganz gut.
Besonders im Spiel gegen den TSV Lochtum haben Sie sieben von zehn Toren geschossen. War das ein besonderes Spiel?
Frank: Das war es definitiv. Es gibt zwar mittlerweile in meiner Laufbahn schon einige Spiele, in denen ich vier oder fünf Tore erzielt habe, aber sieben Tore sind mir vorher noch nie gelungen. Das
wird mir in Erinnerung bleiben. Was den Sieg aber am Ende ausgemacht hat, war aber ganz klar die Mannschaftleistung.
An welches Tor erinnern Sie sich besonders in der laufenden Saison?
Frank: Es waren sicherlich einige Tore dabei, die besonders waren. In einem Spiel gab es eine kurz geschlagene Ecke, nach der ich den Ball mit meiner Schulter über den Torwart in die lange Ecke gelupft habe. Der Treffer ist mir noch besonders in Erinnerung geblieben.
Gibt es für Sie ein fußballerisches Idol, das Sie verfolgen?
Frank: Von klein auf bin ich ein Fan von Christiano Ronaldo. Das war dann auch damals direkt an meiner Rückennummer zu erkennen. Wechselbedingt musste ich sie jetzt aber leider abgeben.
Wann haben Sie mitbekommen, dass Sie mit Ihrer Anzahl an Toren zu den besten Torschützen des Landes gehören und damit gute Aussichten auf die Torjägerkanone für alle haben?
Frank: Bis vor zwei Wochen war mir das nicht bekannt. Mittlerweile weiß ich es. Ich wusste auch nicht, dass es diese Art an Auflistung überhaupt gibt. Ein Teamkollege meinte, dass er mich dort gesehen hätte und seitdem habe ich es jetzt schon von mehreren Seiten gehört.
Wie sehr möchten Sie jetzt auch die Trophäe nach Hause holen?
Frank: Momentan versuche ich das eher wegzuschieben, um nicht so verkrampft in die Rückrunde zu gehen. Ich weiß nicht, ob das so gut ist, wenn man unbedingt mehr Tore erzielen möchte. Ich wusste es bis vor Kurzem auch nicht. Vielleicht stehe ich jetzt genau deswegen da, wo ich stehe.
Wie wäre es für Sie, sollten Sie am Ende der Saison die Kanone in den Händen halten?
Frank: Wenn das klappen sollte, wäre das natürlich ein Erfolg, den ich so schnell nicht vergessen würde. Von daher werde ich jetzt weiter Gas geben und darauf hoffen. Wenn ich die Kanone am Ende gewinne, ist es schön. Erstmal steht aber unser Mannschaftsziel mit dem Aufstieg im Fokus. Wir sind gerade Tabellenführer und das wollen wir auch bleiben.
Was ist Ihr persönliches Ziel für diese Saison?
Frank: Vor der Saison wäre ich mit den Toren, die ich bis jetzt geschossen habe, längst zufrieden gewesen. Mittlerweile spinnt man natürlich ein bisschen rum und redet mit seinen Mitspielern und Freunden darüber, was so möglich ist. Die 50-Tore-Marke peile ich an.
Gibt es bei der Torquote auch die Überlegung, in einem höherklassigeren Verein zu spielen?
Frank: Nach dieser Hinserie kamen jetzt schon einige Angebote von anderen Vereinen rein. Am Ende der Saison muss man dann mal sehen, wo die Reise hingeht. Aktuell mache ich mir noch keine Gedanken darüber.