Bramfelder SV |22.05.2016|17:30

Bramfeld: Fünf Aufstiege in sieben Jahren

Der Bramfelder SV schreibt Vereinsgeschichte: Zum ersten Mal steigt die Frauen-Mannschaft in die 2. Bundesliga auf. [Foto: torknipser.de/Collage FUSSBALL.DE]

Eigentlich begleitete Manuel Alpers im Sommer 2006 nur zur Unterstützung zwei Freundinnen zu ihrer ersten Trainingseinheit. Personalmangel und ein kurz zuvor abgesprungener Coach ließen ihn allerdings ins Traineramt des Bramfelder SV rutschen. Zehn Jahre und fünf Aufstiege später feiert der Verein unter seiner Regie den größten Erfolg der Frauenfußball-Abteilung. Denn zum ersten Mal steigt die Mannschaft in die zweithöchste deutsche Spielklasse, die 2. Bundesliga Nord, auf.

Als Alpers damals auf dem Trainingsplatz ankam, blickte er in gelichtete Reihen. Nicht einmal eine Elf stellte die Bramfelder Frauen-Mannschaft. Dazu stand sie ohne Trainer da. Kurzerhand übernahm der zu dem Zeitpunkt noch aktive Fußballer erst nur die Leitung der Übungseinheit und besetzte dann sogar die Rolle des neuen Coaches. Und das obwohl er fußballspielende Frauen nicht gerne sah. „Ich hatte damals keine besonders gute Meinung vom Frauenfußball und war eher der Antichrist.“ Trotzdem ging er in der Sommerpause auf die Suche nach Spielerinnen und sprach im Hamburger Stadtpark nahezu jede Frau an, die ein Trikot trug.

Mit einer neu zusammengestellten Mannschaft belegte der Bramfelder SV in Alpers‘ Premieren-Saison 2006/2007 den dritten Platz in der Bezirksliga. 2009 folgte dann der erste Aufstieg unter seiner Ägide in die Landesliga. Die wirkte aber nur als Durchgangsstation. In der Folgezeit kletterte die Mannschaft zwei weitere Ligen nach oben – bis zur Regionalliga Nord . Zunächst waren die Aufstiege nicht unbedingt geplant. Doch die Aufgabe weckte schnell den Ehrgeiz des Trainers. „Ich mache nichts halbherzig, sondern gebe immer hundert Prozent“, betont Alpers. Er mutmaßt: „Manchen gehe ich mit dieser Art sicherlich auch auf den Sack.“

Ein Schlüssel des Erfolgs ist dabei das Trainingspensum. Seit der ersten Saison in der Verbandsliga absolviert die Mannschaft wöchentlich so viele Einheiten, wie die Teams aus der darüber liegenden Spielklasse. Trotz der ambitionierten Einstellung des Trainers ging einmal etwas schief. Das erste Jahr in der Regionalliga war nämlich zum Vergessen. „Wir sind mit Pauken und Trompeten abgestiegen, haben den Kopf aber nicht in den Sand gesteckt und sind direkt wieder aufgestiegen“, sagt Alpers. Nach dem Wiederaufstieg lief es schon in der vergangenen Saison um einiges besser. In der Regionalliga belegte der Bramfelder SV den vierten Platz, außerdem gelang durch den Finalsieg im Oddset-Pokal der Einzug in den DFB-Pokal .

"Ich mache nichts halbherzig, sondern gebe immer hundert Prozent"

Die diesjährige Saison toppt allerdings alles. „Eigentlich ist das zweite Jahr in einer Liga immer das schwerste, weil die Euphorie etwas weg ist. Aber es ist überragend“, freut sich Alpers. Bereits zwei Spieltage vor dem Ende der Spielzeit machte der Bramfelder SV den erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord perfekt. Es ist der fünfte Aufstieg innerhalb der letzten sieben Jahre. Doch die Beine hochlegen, galt auch in den letzten beiden Partien nicht. Denn das neue Ziel, mehr Punkte als der letztjährige Meister zu holen, konnte durch weitere sechs Punkte noch erreicht werden.

Nach dem letzten Spiel gegen den TSV Havelse, der anschließenden Übergabe der Meisterschale und der Feier „bis der Arzt kommt“ (Alpers) hat die Mannschaft noch eine Abschlussfahrt nach Dänemark geplant. Nebenbei laufen schon die Planungen für die kommende Saison in der 2. Bundesliga auf Hochtouren. „Wir müssen uns verstärken und in einigen Bereichen verbessern. Das Ziel ist ganz klar, dass wir nicht absteigen“, sagt Alpers. Zudem müssen sich die Spielerinnen, zu denen auch die kroatische Junioren-Nationalspielerin Sara Schäfer-Hansen gehört, an längere Fahrten gewöhnen.

Doch im Vordergrund steht erst einmal die Vorfreude auf die neuen Gegner. Und vielleicht geht der rasante Bramfelder Aufstieg auch in der 2. Bundesliga weiter.