Pokal: Siebtligist wirft Ex-Bundesligist raus
Enttäuschung bei Ozan Yilmaz (Bild links) und Trainer Farat Toku (Bild rechts unten): Wattenscheid verliert beim BSV Schüren. [Foto: Fotos imago, MARCELO09; Collage FUSSBALL.DE]
Landesligist BSV Schüren gelingt beim 4:1-Pokalsieg über Regionalligist Wattenscheid die große Sensation. Anthony Modeste, Torjäger des Bundesligisten 1. FC Köln, lässt sich auch vom Bonner SC nicht aufhalten. Borussia Mönchengladbachs U 23-Trainer Arie van Lent denkt trotz Tabellenführung noch nicht daran, von der Meisterschaft zu sprechen – hier die wichtigsten News aus der Regionalliga West.
Toku „tief enttäuscht“: Nach der bitteren Pokalpleite gegen den Dortmunder Landesligisten BSV Schüren (1:4) ist für den West-Regionalligisten SG Wattenscheid 09 der Traum von der Titelverteidigung im Westfalenpokal und damit vom erneuten Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde frühzeitig geplatzt. Trainer Farat Toku, der zahlreichen Spielern aus der zweiten Reihe eine Bewährungschance gegeben hatte, zeigte sich „tief enttäuscht“ vom Auftritt seiner Mannschaft: „Einigen Spielern, die in der Meisterschaft etwas hinten dran sind, wurden von einem Siebtligisten die Grenzen aufgezeigt. Der eine oder andere sollte sich ernsthaft darüber Gedanken machen. Der Pokalwettbewerb ist nun für uns vorbei, wir müssen dieses Spiel abhaken. Denn am Samstag wartet bereits mit der Partie gegen den Wuppertaler SV die nächste schwere Aufgabe in der Regionalliga.“ In dieser Saison hatten die Wattenscheider, für die gegen Schüren nur Daniel Keita-Ruel traf, erstmals nach elfjähriger Abstinenz wieder am DFB-Pokal teilgenommen. In der ersten Runde unterlagen sie dem Zweitligisten 1. FC Heidenheim nach langer 1:0-Führung 1:2. Übrigens: Wattenscheid-Bezwinger BSV Schüren darf im Achtelfinale gegen den Drittligisten Sportfreunde Lotte (2:0 beim SV Hohenlimburg 10) antreten.
Spiel für guten Zweck: Der Bonner SC unterlag dem Bundesligisten 1. FC Köln in einem Benefizspiel zugunsten der Hilfe gegen Histiozytose (krankhafte Vermehrung der weißen Blutkörperchen) 1:3 (0:3). Vor 2200 Zuschauern im Bonner Sportpark Nord schnürte FC-Torjäger Anthony Modeste, der die Bundesliga-Torschützenliste gemeinsam mit Weltklassestürmern wie Robert Lewandowski (FC Bayern München), Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund), Chicharito (Bayer 04 Leverkusen) und Vedad Ibisevic (Hertha BSC) anführt, einen Doppelpack. Außerdem traf Pawel Olkowski. Das Bonner Tor markierte Marcel Kaiser zum Endstand. In der Liga gastiert der zuletzt viermal in Serie sieglose BSC am Samstag (ab 14 Uhr) bei Rot-Weiß Oberhausen.
Hinrunde so gut wie gelaufen: Das Verletzungspech bei Rot-Weiss Essen reiß nicht ab: Jetzt muss auch Tolga Cokkosan eine längere Pause einlegen. Beim 21-Jährigen wurde ein Muskelbündelriss im linken Oberschenkel festgestellt. Die Verletzung hatte sich Cokkosan, der auf der linken Außenbahn defensiv und offensiv eingesetzt werden kann, im Spiel gegen die U 23 von Borussia Dortmund (1:1) zugezogen. RWE rechnet mit einer rund sechswöchigen Auszeit. Damit wäre die Hinserie fast schon gelaufen. Zumindest das Niederrheinpokal-Achtelfinale gegen den Oberliga-Aufsteiger Sportfreunde Baumberg (Freitag, 19.30 Uhr) verpasst Angreifer Kamil Bednarski, der sich nach seinem Mittelhandbruch einer Operation unterziehen musste. „Ich gehe davon aus, dass ich in wenigen Tagen wieder einsteigen kann“, so Bednarski gegenüber FUSSBALL.DE .
"Einigen Spielern, die in der Meisterschaft etwas hinten dran sind, wurden von einem Siebtligisten die Grenzen aufgezeigt. Der eine oder andere sollte sich ernsthaft darüber Gedanken machen"
Heimdebüt für Seibert: Nach dem missglückten Auftakt als Cheftrainer der Sportfreunde Siegen (1:4 beim Mitaufsteiger Wuppertaler SV) steht für Thorsten Seibert am Freitag (ab 20 Uhr) sein Heimdebüt auf dem Programm. Gegner ist Titelaspirant FC Viktoria Köln . Zu seiner verpatzten Premiere in Wuppertal sagte Seibert: „Wir haben 60 Minuten ein ordentliches Spiel von meiner Mannschaft gesehen. Die Jungs hatten einen klaren Plan. Wir haben jedoch die Ansätze von Kontermöglichkeiten, die sich uns in der ersten Halbzeit geboten haben, nicht gut genug genutzt.“ Dennoch verbreitet der 36-jährige A-Lizenz-Inhaber, der zuvor Co-Trainer war und Ottmar Griffel beerbt hatte, für die kommenden Aufgaben Zuversicht. „Ich habe gesehen, dass die Mannschaft mitzieht und dass sie Dinge umsetzt, die man ihr an die Hand gibt.“ Außenverteidiger Serkan Dalman (Gelb-Rote Karte) muss gegen die Viktoria zuschauen.
Dreifacher Yesilova: Nach sieben Punktspielniederlagen hintereinander gab es für Ex-Zweitligist Rot Weiss Ahlen erstmals wieder ein Erfolgserlebnis. Nach dem 4:2 (2:0) gegen den Oberligisten SC Roland Beckum steht die Mannschaft von Trainer Mircea Onisemiuc ebenso wie Ligakonkurrent SC Wiedenbrück (4:3 beim Landesligisten SpVg Brakel) im Achtelfinale um den Westfalenpokal. Emre Yesilova glänzte für Ahlen als dreifacher Torschütze, außerdem war Bilal Abdallah erfolgreich. In der Liga unternehmen die Rot Weissen am Samstag (ab 14 Uhr) bei Alemannia Aachen den nächsten Versuch, die Minusserie zu stoppen.
Viermal ohne Schönwälder: Der SV Rödinghausen muss vorerst ohne Stammtorhüter Jan Schönwälder auskommen. Der 25-Jährige hatte in der Partie gegen Alemannia Aachen (0:1) wegen einer Beleidigung des Schiedsrichter-Assistenten die Rote Karte gesehen. Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) sperrte Schönwälder für vier Wochen (bis 30. Oktober), aber für höchstens für vier Pflichtspiele.
Saisonziel nicht korrigiert: Obwohl seine Mannschaft noch ungeschlagen ist und souverän die Tabelle anführt, denkt Borussia Mönchengladbachs U 23-Trainer Arie van Lent vor dem Auswärtsspiel beim SC Verl (Freitag, 19 Uhr) gar nicht daran, das offizielle Saisonziel („guter Mittelfeldplatz“) schon nach oben zu korrigieren. „Es wäre unvernünftig, jetzt die Mannschaft mit neuen Zielen unter Druck zu setzen“, so Ex-Profi van Lent im Gespräch mit FUSSBALL.DE . Vor den Verlern zeigt er durchaus Respekt. „Wir wissen, dass ein unangenehmer Gegner auf uns wartet. Dem müssen wir uns stellen und dagegenhalten, sonst werden wir arge Schwierigkeiten bekommen“, warnt der Gladbacher Trainer. Sein Gegenüber Andreas Golombek muss gegen die „Fohlen“ auf Linksverteidiger Marco Kaminski (Gelbsperre) verzichten.
Kreuzbandanriss bei Haas: Rot-Weiß Oberhausen muss in den nächsten Wochen auf Abwehrspieler Felix Haas verzichten. Bei einer MRT-Untersuchung wurde festgestellt, dass das vordere Kreuzband im linken Knie angerissen ist. Außerdem ist der Meniskus betroffen. Die RWO-Verantwortlichen gehen davon aus, dass Felix Haas sechs bis acht Wochen ausfallen wird. Der 28-Jährige, der in dieser Saison verletzungsbedingt erst vier Regionalliga-Partien bestreiten konnte, verpasst damit auch das Heimspiel gegen den Bonner SC (Samstag, 14 Uhr) sowie das Niederrheinpokal-Achtelfinale gegen den Essener Bezirksligisten SV Burgaltendorf am kommenden Dienstag, 11. Oktober, (ab 19.30 Uhr). Aus sicherheitstechnischen Gründen haben sich die Vereine darauf geeinigt, das Heimrecht zu tauschen, so dass die Partie im Stadion Niederrhein in Oberhausen stattfinden wird.
Eichner tritt ab: Vorstandssprecher Alexander Eichner (56) hat beim Aufsteiger Wuppertaler SV nach dreijähriger Tätigkeit seinen Rücktritt zum 31. Oktober aus beruflichen Gründen angekündigt. Ab November werden die beiden Vorstandsmitglieder Lothar Stücker und Horst Willich den Verein offiziell nach außen vertreten.
Innenbandriss stoppt Claus: Schlusslicht TSG Sprockhövel muss noch ein bis zwei Wochen auf Maximilian Claus verzichten. Der 25-jährige Angreifer laboriert weiterhin an einem Innenbandriss im Sprunggelenk. Auch Emre Demir (21/Knöchelprellung) und Kapitän Raoul Meister (28), der mit Hüftbeschwerden zu kämpfen hat, stehen aktuell nicht zu Verfügung. Der Aufsteiger aus Sprockhövel wartet vor dem Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück (Samstag, 14 Uhr) noch auf den ersten Sieg in der vierthöchsten deutschen Spielklasse (drei Remis, sieben Niederlagen).