Julie Mews: "Unglaublich stolz auf die Torjägerkanone"
Julie Mews sicherte sich mit 66 Treffern die Torjägerkanone für alle in der 6. Liga - und schoss so 1. Eintracht Spandau zum Aufstieg in die Landesliga.
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Pohle: "Ich würde mich freuen, wenn mein Rekord für die nächsten Jahre Bestand hat."[Foto: Delay Sports]
Mit 136 Saisontoren in nur 26 Spielen für die dritte Mannschaft von Delay Sports Berlin stellte Angreifer Tim-Christopher Pohle als Gewinner der Torjägerkanone für alle in der 11. Liga einen neuen Rekord auf. Dabei war der 33-Jährige, der im Berufsleben in der Metallverarbeitung tätig ist, eigentlich als Mittelfeldspieler eingeplant. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Pohle über seine Rekordsaison.
FUSSBALL.DE: Sie haben mit 136 Treffern einen neuen Rekord in der 11. Liga aufgestellt und sich die Torjägerkanone für alle gesichert. Wie stolz macht Sie das, Herr Pohle?
Tim-Christopher Pohle: Ich habe mit dieser extremen Trefferanzahl nicht gerechnet. Ich bin umso stolzer, weil eigentlich alles ganz anders geplant war. (lacht)
Wie meinen Sie das?
Pohle: Zu Saisonbeginn wurde ich als zentraler Mittelfeldspieler aufgestellt. Nach den ersten Partien hatte ich bereits einige Tore erzielt und mein Trainer mich daraufhin nur noch nach vorne geschickt. Ich bin als "Zehner" gestartet und wurde quasi zum Torjäger umgeschult.
"Die Trophäe bekommt bei mir zu Hause auf jeden Fall einen Ehrenplatz"
Ist Ihnen bewusst, dass Sie mit Ihrer Torquote neue Maßstäbe gesetzt haben?
Pohle: Um ganz ehrlich zu sein, hätte ich tatsächlich noch einige Treffer mehr erzielen müssen. Wenn man in einem Spiel bereits vier oder fünf Tore erzielt hat, dann wird man leicht übermütig. Es waren beispielsweise eindeutig zu viele Lupfer dabei. (lacht) Ich würde mich freuen, wenn mein Rekord für die nächsten Jahre Bestand hat und nicht so schnell aus den Geschichtsbüchern des Amateurfußballs gelöscht wird.
Pohle: Orkun Mehmet Kalayci vom SV Sodingen, der am Ende auf 122 Tore kam, saß mir ständig im Nacken. Als er mich mit 24 Buden beim 38:0-Sieg gegen Blau-Weiß Börnig II zwischenzeitlich sogar überholt hatte, musste ich ein wenig zittern. Ich durfte jedoch drei Spiele mehr als mein direkter Konkurrent absolvieren, konnte ihn im Endspurt zum Glück noch abfangen.
Warum kicken Sie bei Ihrer Torgefährlichkeit "nur" in der Kreisliga C?
Pohle: Eigentlich hatte ich die Schuhe sogar schon an den berühmten Nagel gehängt. Ich bin jedoch mit dem Bruder unseres Vereinsgründers Elias Nerlich sehr gut befreundet. Er hat mich auf dem Fußballplatz zurückgeholt.
Delay Sports Berlin wurde erst vor fünf Jahren gegründet. Was zeichnet den Verein ganz besonders aus?
Pohle: Vereinsgründer Elias Nerlich und Ex-Profi Sidney Friede haben online eine Community aufgebaut, die für den Amateursport außergewöhnlich ist. Der Verein hat auf Instagram eine extreme Strahlkraft und sogar mehr Follower als Union Berlin oder Hertha BSC. Die Spiele der ersten Mannschaft werden auf Youtube innerhalb einer Woche von mehr als 300.000 Fans verfolgt.
"Der Verein hat auf Instagram eine extreme Strahlkraft und sogar mehr Follower als Union Berlin oder Hertha BSC"
Wie bewerten Sie die Entwicklung im Verein?
Pohle: Alle Herrenmannschaften haben die Saison als Meister abgeschlossen. Auch die B- und C-Junioren sind aufgestiegen, was den Verein für Nachwuchsspieler noch interessanter macht. Die erste Mannschaft spielt ab der kommenden Saison in der Landesliga. Die "Zwote" spielt demnächst in der Bezirksliga und wir gehen in der Kreisliga B an den Start. Die Entwicklung im Verein ist sensationell. Wir wollen uns noch breiter aufstellen und sind dabei, auch eine A-Jugend und eine Frauenmannschaft aufzubauen.
Warum lief es bei Ihnen persönlich in dieser Spielzeit wie am Schnürchen?
Pohle: In erster Linie liegt es an meinen Mitspielern, die meine Laufwege genau kennen und mich mustergültig bedienen. Die gesamte Saison war von einer starken Mannschaftsleistung geprägt. Gefühlt war jeder Schuss ein Treffer. (lacht)
Offiziell werden Sie voraussichtlich im Herbst im Rahmen eines Länderspiels der Männer-Nationalmannschaft mit der Torjägerkanone für alle ausgezeichnet. Wie sehr freuen Sie sich bereits auf das Event?
Pohle: Noch hält sich bei mir die Aufregung in Grenzen. (lacht) Wahrscheinlich werde ich erst eine Woche vor der Ehrung richtig darüber nachdenken. Die Trophäe bekommt bei mir zu Hause auf jeden Fall einen Ehrenplatz. Der Gewinn der Torjägerkanone ist etwas ganz Besonderes in meinem Leben und bedeutet mir unglaublich viel.
"Solange meine Gelenke und Knochen mir keine Probleme bereiten, denke ich noch nicht ans Aufhören"
Wie sehr fiebern Sie bei der WM mit und welcher Spieler hat Ihnen bislang am besten gefallen?
Pohle: Der achtmalige Weltfußballer Lionel Messi ist mein absolutes Vorbild. Was er mit 39 Jahren noch leistet, ist einfach genial. Ich habe Deutschland die Daumen gedrückt. Jetzt hoffe ich, dass Argentinien den Titel erfolgreich verteidigt.
Mit 33 Jahren befinden Sie sich im Spätherbst Ihrer Karriere. Wie lange werden Sie dem Ball noch hinterherjagen?
Pohle: Solange meine Gelenke und Knochen mir keine Probleme bereiten, denke ich noch nicht ans Aufhören. Mein bester Kumpel Florian Kozik, der zuletzt für den MSV Zossen auf Torejagd ging, wird in der Kreisliga B meine Position im Angriff übernehmen. Ich werde dann wieder im Mittelfeld die Fäden ziehen.
Welche sportlichen Ziele haben Sie sich mit Delay Sports Berlin noch gesetzt?
Pohle: Ich möchte möglichst noch einen weiteren Aufstieg miterleben.
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