Fit im Alter: Gabi Redwanz – Stimmungskanone und Laufwunder
Mit 64 Jahren denkt sie noch lange nicht ans Aufhören: Gabi Redwanz gehört zu den Stützen der Fußballerinnen des Kreisligisten DJK St. Matthias Trier.
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Sehbehinderter Skifahrer auf großer Bühne: Alexander Rauen (4.v.r.) bei den Paralympics in Cortina.[Foto: privat]
Aufregende Wochen liegen hinter Alexander Rauen. Der sehbehinderte Para-Skifahrer aus Salmtal bei Trier nahm an den Paralympics in Norditalien teil. Viermal stand der 24-Jährige auf der Piste, im Slalom fuhr er zum Abschluss als Neunter sogar unter die Top Ten. Tausende Zuschauer sorgten in Cortina d’Ampezzo für eine beeindruckende Kulisse entlang der Strecke.
In den kommenden Wochen dürfte es für Rauen wieder etwas ruhiger zugehen. Der Student der Wirtschaftswissenschaften und Mathematik lebt und trainiert im rund 600 Kilometer entfernten Innsbruck und ordnet dem Wintersport vieles unter. Dennoch schaut er immer wieder bei seiner Familie vorbei - und dann spielt auch der Fußball wieder eine große Rolle.
"In meiner Jugendzeit habe ich eigentlich kein Training verpasst - eher habe ich mal mit dem Lernen früher aufgehört"
Bis zum Saisonschluss Ende Mai plant Rauen, noch einige Einsätze für die zweite Mannschaft des FSV Salmrohr in der Kreisliga B 15 zu absolvieren. Es ist jener Verein, den sein Großvater Peter einst als Spieler und später als Präsident von der Kreisklasse bis in die 2. Bundesliga geführt hatte. Auch Rauens Vater Christian ist dem heutigen Bezirksligisten weiterhin eng verbunden und engagiert sich als zweiter Vorsitzender.
"Egal, ob ich bei Wettkämpfen unterwegs bin oder in Innsbruck: Ich verfolge immer, wie die erste und zweite Mannschaft des FSV gespielt haben", sagt Rauen. "Mit vier Jahren habe ich hier - nach der WM 2006 - angefangen und in meiner Jugendzeit eigentlich kein Training verpasst. Eher habe ich mal mit dem Lernen früher aufgehört."
Früh musste er lernen, mit einem Handicap umzugehen. Bei ihm ist das zentrale Sehfeld beeinträchtigt - betroffen ist die Makula, also das Zentrum der Netzhaut. Die Folge ist ein fortschreitender Verlust der zentralen Sehschärfe: Was man eigentlich scharf sehen möchte, verschwimmt, wirkt verzogen oder verschwindet ganz. "Das ist in etwa so, als hätte man in die Sonne geschaut und würde danach einen schwarzen Punkt sehen", so Alexander Rauen. "Bei mir ist das allerdings eine Erbkrankheit und damit ein Dauerzustand."
Auf dem Fußballplatz hat er seinen eigenen Umgang damit gefunden. Statt sofort auf jeden Ball zu gehen, wartet er oft einen Moment, um Situationen besser einschätzen zu können. Schnelle Vorstöße oder riskante Flankenwechsel meidet der Defensivspieler eher. "Wichtig ist für mich, einfache, klare Bälle zu spielen und meine Seite konsequent zuzumachen."
Neben dem Fußball ist das Skifahren die zweite große Leidenschaft in der Familie. Vom Para-Ski alpin - also dem Fahren mit einem Guide, der ihm die Beschaffenheit der Strecke per Headset durchsagt - hatte Rauen zwar schon gehört. Doch erst vor gut vier Jahren begann er, diesen Sport gezielt zu verfolgen. Aus eigenem Antrieb kontaktierte er Maike Hujara, Co-Bundestrainerin für den Nachwuchs im Para-Ski alpin. "Als ich Anfang 2022 zu einem Ski-Treff nach Winterberg eingeladen wurde, habe ich meinen Eltern gesagt, ich würde eine Klausur an der Uni schreiben", erinnert sich Rauen. "Ich wollte es einfach ausprobieren."
Sein Talent wurde schnell sichtbar: Bei den Deutschen Meisterschaften der paralympischen Alpinsportler im April 2022 sicherte er sich sowohl im Slalom als auch Riesenslalom den Titel in der Kategorie der Sehbehinderten. Es folgten weitere Erfolge. Bei der Universiade in Turin gewann er zwei Silbermedaillen, bei seinen ersten Weltmeisterschaften in Slowenien erreichte er kurz darauf zweimal Rang neun. Auch eine zwischenzeitliche Einstufung in eine für ihn ungünstigere Schadensklasse, die Topplatzierungen erschwerte, warf ihn nicht aus der Bahn.
Das Ticket für die Paralympics löste Rauen Ende Januar beim Weltcup-Rennen im französischen Méribel: Gemeinsam mit Guide Jeremias Wilke fuhr er auf Rang fünf. Die Spiele in Cortina verließ er insgesamt mit einem positiven Gefühl: "Nicht alles ist mir gelungen, aber ich hatte auch gute Läufe. Die nehme ich mit. Und von der Atmosphäre her war das einfach überragend, es hat riesigen Spaß gemacht. Ich hoffe, dass ich in vier Jahren wieder dabei sein kann."
Abseits der Wettkämpfe genoss Rauen auch das Leben im paralympischen Dorf: Ein kleines Fußballspiel mit Österreichern, ein Kickerduell mit Spaniern oder ein Pokerabend mit polnischen Athleten waren da unter anderem angesagt. Diese Eindrücke haben ihn zusätzlich motiviert. Mit neuer Energie könnte Rauen nun auch dem FSV Salmrohr II helfen - der aktuell auf dem letzten Tabellenplatz steht und um den Klassenverbleib kämpft.
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