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Magazin | 13.12.2025 | 11:55

Berliner Schiri-Zwillinge: "Eine Schule fürs Leben"

Zwillinge Bela und Carlo Große Extermöring: "Als Schiedsrichter selbstsicherer geworden".[Foto: privat]

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Die Berliner Zwillinge Bela und Carlo Große Extermöring (17) sind als Schiedsrichter gemeinsam bereits in der A-Jugend-Verbandsliga im Berliner Fußball-Verband im Einsatz. Auch in der Kreisliga und der Bezirksliga der Herren leiten beide bereits Begegnungen. Sie träumen davon, es irgendwann in die Bundesliga zu schaffen. Aber der Weg ist weit. Können sie ihn dennoch gehen? FUSSBALL.DE hat die beiden zum Interview getroffen. 

FUSSBALL.DE: Bela und Carlo, wie ist es für euch, mit 17 Jahren schon im Männerbereich als Schiedsrichter tätig zu sein?

Carlo Große Extermöring: Es ist ja schon so, dass wir hauptsächlich noch im Nachwuchsbereich zum Einsatz kommen. Grundsätzlich finde ich aber, dass der Unterschied zwischen Herren- und Jugendfußball für mich als Schiedsrichter gar nicht so groß ist. Letztlich sind es Fußballspiele, bei denen die Regeln die gleichen sind. Es ist immer herausfordernd und spannend, als Unparteiischer unterwegs zu sein.

Bela Große Extermöring: Bei einem Herrenspiel sind wir meist die jüngste Person auf dem Platz. Wichtig ist, dass man nicht jeden Kommentar, der vielleicht auch von außen kommt, an sich heranlässt. Man muss differenzieren können, welche Beschwerde ernst gemeint und auch berechtigt ist und was einfach nur aus der Emotion herausgerufen wird. Ich versuche immer zu unterscheiden, was gegen mich als Person und was gegen mich als Schiedsrichter gerichtet ist. Ich bin ziemlich klar, was ich mir gefallen lasse und wo eine Grenze überschritten ist und Sanktionen nötig sind. Es geht ja auch darum, präventiv weitere solcher grenzüberschreitenden Aussagen zu verhindern.

Nehmt ihr persönliche Kritik oder sogar Beleidigungen mit nach Hause? Und schläft man dann eine Nacht vielleicht sogar schlecht?

Bela: Bei mir wurde es zum Glück noch nie so persönlich, dass es mich so lange im Nachgang noch beschäftigt hätte. Natürlich denkt man im Nachgang mal darüber nach, ob die Person mit ihrer Aussage recht hatte und ich womöglich einen Fehler gemacht habe. Aber mehr dann auch nicht.

Wie hat euch die Schiedsrichterei als Person charakterlich verändert?

Carlo: Ich denke schon, dass das ganz automatisch passiert. Durch meine Tätigkeit als Schiedsrichter bin ich selbstsicherer geworden. Ich habe gelernt, Entscheidungen in wenigen Augenblicken zu treffen und diese dann auch durchzusetzen. Die Kommunikationsfähigkeit verbessert sich ebenfalls zwangsläufig. Die Schiedsrichterei ist eine Schule fürs Leben. Mir bringt das unheimlich viel.

Bela: Ich kann Carlos Aussagen nur voll unterstreichen. Das trifft alles auch auf mich zu. Als Schiedsrichter wird man ständig vor Herausforderungen gestellt und muss Lösungen finden. Im normalen Leben ist es nicht anders. 

Wie war euer Weg zum Schiedsrichter?

Bela: Ich habe eigentlich schon im Kindergarten die Rolle eines Schiedsrichters eingenommen. Das Thema hat mich - warum auch immer - bereits sehr früh interessiert. Ich musste leider noch etwas warten, bis ich dann auch meine ersten Spiele leiten konnte, weil das im Berliner Fußball-Verband erst mit 14 Jahren möglich ist. Carlo und ich haben deshalb erstmal ganz klassisch Fußball gespielt und dann mit 14 Jahren den Weg in die Schiedsrichterei gefunden.

Bela, du trägst seit deinem zweiten Lebensjahr nach einer Operation eine Beinprothese. Wie nimmt das Einfluss auf deine Tätigkeit als Schiedsrichter?

Bela: Zum Glück nur sehr wenig. Wenn es angesprochen wird, dann eher respektvoll und sogar mit etwas Bewunderung, dass ich trotz der Prothese als Schiedsrichter tätig bin. Negatives Feedback gab es fast noch nie. Einmal hat ein Trainer im Jugendbereich einen unangebrachten Spruch gebracht: Das war während eines Verbandsligaspiels. Da hat er zu mir gesagt, dass ich auch körperlich mithalten können muss, wenn ich auf diesem Niveau ein Spiel leiten will. Es stimmt, dass ich durch die Prothese nicht die Geschwindigkeit habe, die man sonst so hat. Aber das schränkt mich nicht ein. Ich habe in den Jahren gelernt, diesen Nachteil durch mein Stellungsspiel auszugleichen und mich möglichst vorausschauend zu bewegen. So kann ich mein Geschwindigkeitsdefizit bisher ganz gut ausgleichen. Natürlich hat mich die Aussage erst belastet. Heute glaube ich, dass sie darauf zurückzuführen ist, dass ich in diesem Spiel keine gute Leistung gezeigt habe und der Trainer das dann alles in einen Topf geworfen hat. 

"Wir sind einfach zwei Brüder, die Bock haben, als Schiedsrichter tätig zu sein."

Ihr werdet als große Schiedsrichtertalente beschrieben. Welche Ziele habt ihr?

Carlo: Wir setzen uns keine großen Ziele. Wir wollen einfach Spaß an unserer Tätigkeit haben. Ich sehe uns, ehrlich gesagt, auch nicht als große Talente. Wir sind einfach zwei Brüder, die Bock haben, als Schiedsrichter tätig zu sein. Nicht mehr und nicht weniger. Klar, wir sind 17 Jahre und pfeifen im Männerfußball. Aber das machen viele andere auch. Wenn die Frage darauf abzielt, ob wir es in die Bundesliga schaffen wollen, dann kann ich sagen, dass das im Moment kein Thema für uns ist. Um das zu erreichen, müssten wir noch viel mehr Zeit in die Schiedsrichterei stecken und dem alles unterordnen. Aktuell hat aber die Schule ganz klar Vorrang. Aber natürlich habe ich nichts dagegen, wenn es gleichzeitig auch noch ein paar Ligen nach oben gehen würde.

Wie viel Zeit müsst ihr aktuell investieren?

Bela: Da kommt schon einiges zusammen. Wenn unsere Freunde samstags auf eine Party gehen und wir am Sonntagmorgen pfeifen, dann fällt die Party für uns aus oder endet recht früh. Wir leiten normalerweise drei Spiele pro Woche, würde ich sagen. Das ist schon ein recht straffes Programm.

Und wie es ist, wenn ihr am Dienstagabend für ein Spiel angesetzt seid und am Mittwochmorgen eine Englischklausur schreibt?

Carlo: Dann muss das Spiel am Dienstagabend ein anderer übernehmen. Die Schiedsrichterei ist uns wichtig, aber Schule geht vor.

Habt ihr Vorbilder als Schiedsrichter?

Bela: Nicht direkt Vorbilder. Mich beeindruckt grundsätzlich, wie sie auf dem Platz kommunizieren - verbal, aber auch nonverbal. Da schaue ich mir schon manchmal etwas ab. Wenn ich einen speziellen Schiedsrichter nennen müsste, würde ich wahrscheinlich Deniz Aytekin sagen. Er ist einfach eine tolle Persönlichkeit.

Schaut ihr Fußballspiele heute anders als früher?

Carlo: Ja, auf jeden Fall. Man achtet schon deutlich mehr darauf, wie Schiedsrichter sich verhalten und wie sie entscheiden. Man achtet viel mehr auf Zeichengebung, Stellungsspiel, Körpersprache und solche Dinge.

Bela: Interessanterweise werden wir auch oft gefragt, wenn wir mit Freunden Fußball schauen, wie wir diese oder jene Situation bewertet hätten.

Ihr seid seit Jahren im Amateurfußball unterwegs. Wie erlebt ihr den Amateurfußball in Berlin?

Carlo: Er ist sehr positiv besetzt und sehr wichtig für unsere Gesellschaft. Alle kommen zusammen, um Teil der großen Fußballfamilie zu sein. Schiedsrichter, Spieler, Verantwortliche, die vielen Ehrenamtlichen - einfach alle. Der Amateurfußball ist großartig. Er schließt niemandem aus, alle können mitmachen und ein Teil davon sein.

Bela: Irgendwie sind wir doch alle eine große Gemeinschaft. Mal erlebt man das deutlicher, aber manchmal auch etwas weniger. Manchmal fehlt mir als Schiedsrichter etwas die Wertschätzung. Wir sind ja nicht dazu da, um ein Spiel kaputt zu machen. Manche Trainer vermitteln den Eindruck, dass sie so denken. Wir wollen einfach nur dafür sorgen, dass das Spiel in geregeltem Rahmen über die Bühne geht. Wir wollen nichts verhindern, sondern Fußball ermöglichen. Ohne Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter würde es nicht funktionieren. Davon bin ich überzeugt.

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