Polonia-Torjäger Adam Jakubowski: Vierte Herren - erster Platz
Angreifer Adam Jakubowski, früher in der polnischen 4. Liga unterwegs, von den Vierten Herren des KS Polonia Hamburg traf in zehn Saisonspielen gleich 38-mal.
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Arena-Knipser in der Kreisliga: Nino Lammers trifft dreimal für Vörwärts Epe II.[Foto: Jule Kernebeck/Vorwärts Epe/Collage FUSSBALL.DE]
Davon träumt wohl jeder Amateurfußballer in Deutschland. Nino Lammers von Vorwärts Epe II steuerte in der Gelsenkirchener Veltins-Arena drei Tore zum 4:3-Triumph seines Teams bei - und das in einem richtigen Meisterschaftsspiel. Die Partie bei den Sportfreunden Graes in der Kreisliga B Ahaus-Coesfeld fand nämlich in der Spielstätte des Bundesligisten FC Schalke 04 statt, weil die regulären Gastgeber dieses Erlebnis im Rahmen der Aktion "Dein Heimspiel" des Arena-Namensgebers gewonnen hatten. Die drei Punkte nahmen jedoch die Gäste aus Epe mit, nicht zuletzt dank Bayern-Fan Lammers.
Im FUSSBALL.DE-Interview spricht der 24 Jahre alte Stürmer über den Auftritt in einem Bundesligastadion, die Reaktionen in seinem Umfeld nach einem ganz besonderen Tag und den Zusammenhalt im Klub.
FUSSBALL.DE: Werden Sie eines Tages noch Ihren Enkeln vom 18. Oktober 2026 erzählen, Herr Lammers?
Nino Lammers: Ja, ganz bestimmt. Einen solchen Tag erlebt man wohl nur einmal. Davon werde ich mit Sicherheit noch in vielen Jahren berichten.
Mal ehrlich: Was hätten Sie geantwortet, wenn Ihnen vor einigen Monaten jemand prophezeit hätte, dass Sie in der Gelsenkirchener Arena drei Tore erzielen?
Lammers: Vermutlich hätte ich gefragt, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. (lacht)
Wie würden Sie das Erlebnis jetzt im Nachhinein bezeichnen?
Lammers: Es war einfach unbeschreiblich, besser hätte es für unser Team und auch für mich persönlich nicht laufen können.
Wann haben Sie erfahren, dass die Partie bei den Sportfreunden Graes in der Spielstätte des Bundesligisten FC Schalke 04 stattfinden wird?
Lammers: Vor etwa einem Monat haben wir erfahren, dass die Chancen gut stehen, dass unser Gegner den Zuschlag bekommen könnte. Wir haben dann auch selbst noch jede Menge Werbung dafür gemacht. Als wir dann vor zwei Wochen erfahren haben, dass wir tatsächlich in der Arena spielen werden, konnte ich es erst gar nicht glauben.
Wie gut kannten Sie sich dort von früheren Besuchen bereits aus?
Lammers: Obwohl ich Bayern-Fan bin, war ich schon bei einigen Schalke-Spielen, sogar in der Nordkurve. Unten auf dem Platz zu stehen, ist aber natürlich etwas ganz anderes.
Gab es eine besondere Vorbereitung auf die Partie?
Lammers: Was das Training angeht, eigentlich nicht. Unser Trainerteam hat uns nur in den Wochen zuvor immer wieder darauf hingewiesen, dass es auch noch andere Spiele gibt und wir nicht nur Schalke im Kopf haben sollten. (lacht)
Ihr Team wurde von mehr als 500 Fans begleitet. Wie ist der gesamte Tag verlaufen?
Lammers: Wir haben uns bereits um 10 Uhr getroffen und gemeinsam gefrühstückt. Während die Sportfreunde Graes als Gastgeber sogar mit dem Schalker Mannschaftsbus anreisen durften, wurden wir um 11 Uhr ebenfalls von einem Reisebus abgeholt. Die Fahrt hat etwa eineinhalb Stunden gedauert. Begleitet wurden wir von zehn weiteren Bussen mit unseren Anhängern.
"Man hat sich fast wie bei einem Bundesligaspiel gefühlt. Die 2400 Fans in der Arena haben richtig Stimmung gemacht"
Haben Sie die Umgebung und die Atmosphäre noch zusätzlich gepusht?
Lammers: Am Anfang war das gar nicht so der Fall, würde ich sagen. Wir waren wegen der ganzen Umstände zunächst sehr nervös. Erst in der zweiten Halbzeit konnten wir die Unsicherheit ablegen und freier aufspielen.
Eigentlich wäre eine Auswärtspartie bei den etwa zwölf Kilometer entfernten Sportfreunden Graes ein ganz normales Duell in der B-Kreisliga. Wie kam es Ihnen jetzt vor?
Lammers: Jetzt hat man sich fast wie bei einem Bundesligaspiel gefühlt. Die 2400 Fans in der Arena haben richtig Stimmung gemacht, eine solche Kulisse sind wir nicht gewöhnt.
Mit ihren drei Toren wurden Sie zum Matchwinner. Wie sind die Reaktionen in Ihrem persönlichen Umfeld ausgefallen?
Lammers: So viele Nachrichten habe ich in der Tat noch nie bekommen. Sogar zahlreiche Klassenkameraden haben wir geschrieben. Mit einer solchen Resonanz hatte ich nicht gerechnet.
Müssen Sie Ihren Teamkollegen wegen des Dreierpacks nun eine Runde Kaltgetränke spendieren?
Lammers: Wegen der Tore weniger. Aber ich denke, die zahlreichen Medienberichte - wie auch dieses Interview - werden mich einige Kisten kosten. (lacht)
Das vierte Tor für Vorwärts Epe II durch Luca Laufer bereiteten Sie auch noch vor. Laut Verein war es Ihre erste Vorlage in dieser Saison. Spielen Sie sonst nicht so gerne ab?
Lammers: Ich glaube, es waren schon ein paar mehr Assists. Wenn ein Mitspieler besser steht, spiele ich ihn auf jeden Fall an, auch wenn ich natürlich gerne selbst treffe. In der Kreisliga C waren es in der abgelaufenen Saison 38 Tore, aktuell stehe ich bei elf Treffern. Mal schauen, was noch geht.
Die zweite Mannschaft von Vorwärts Epe hat sogar eine eigene Instagramseite, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Wie würden Sie die Gemeinschaft beschreiben?
Lammers: Wir sind definitiv ein sehr geiles Team - mit gut zueinander passenden Charakteren. Wir unternehmen auch abseits des Platzes viel gemeinsam, Zusammenhalt wird bei uns großgeschrieben. Das gilt aber nicht nur für unsere Mannschaft, sondern den gesamten Verein.
Zumindest an diesem Wochenende haben Sie der "Ersten" die Show gestohlen, oder?
Lammers: Das war für die Jungs aber gar kein Problem. Sie haben uns sogar komplett nach Gelsenkirchen begleitet, sich auch an der Choreo beteiligt und uns unterstützt. Das Gleiche haben wir aber auch am Tag zuvor beim Derby unserer ersten Mannschaft in der Bezirksliga beim FC Epe gemacht. Immerhin hat es zu einem 2:2 gegen den Spitzenreiter gereicht.
Die Fans des FC Schalke 04 warten in dieser Saison noch auf das erste Tor ihres Teams in der Arena. Sollten sich Edin Dzeko und Co. bei Ihnen Anschauungsunterricht nehmen?
Lammers: Melden können sich die Jungs bei mir gerne. (lacht)
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