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Patrick Resing (l.): "Assan weiß genau, wo er herkommt, das ist ein netter Junge."[Foto: TuS Union 09 Mülheim/Collage FUSSBALL.DE]
Plötzlich steht ein kleiner Junge mit seinem Vater auf der Sportanlage in der Südstraße. Der Fünfjährige möchte gerne mitspielen beim TuS Union 09 Mülheim. Patrick Resing, der die Bambinis trainiert, in der seine Tochter Tara als einziges Mädchen kickt, ist einverstanden. 14 Jahre später ist der damals kleine Junge deutscher Nationalspieler und darf auf seine Teilnahme bei der WM in diesem Sommer in den USA, Kanada und Mexiko hoffen. Sein Name: Assan Ouédraogo. In Mülheim an der Ruhr hat die Karriere des Shootingstars von Champions-League-Klub RB Leipzig einst begonnen. 2011 war das – und sein damaliger Trainer Patrick Resing kann sich noch gut daran erinnern, was den Sohn des früheren Nationalspielers von Burkina Faso, Alassane Ouédraogo, der heute noch für den Essener Amateurklub SC Frintrop am Ball ist, schon damals besonders ausgezeichnet hat.
FUSSBALL.DE: Herr Resing, wie war Assan Ouédraogo damals, als er 2011 zu TuS Union 09 Mülheim kam?
Patrick Resing: Wir kannten ihn schon, da die Familie bei uns in der Nähe wohnt und er mit unserer Tochter Tara in der Grundschule in eine Klasse gegangen ist. Außerhalb des Platzes war er sehr schüchtern, aber wenn er den Ball am Fuß hatte, ist er sofort aufgefallen. Vom ersten Training an war deutlich zu sehen, was er kann.
"Viele Kinder, die ein besonderes Talent haben, sind auch sehr ballverliebt. Assan aber war nicht eigennützig, er hat die anderen Kids immer mit eingebunden"
Was hat ihn besonders ausgezeichnet?
Resing: Sein Spielverständnis. Viele Kinder, die ein besonderes Talent haben, sind auch sehr ballverliebt. Assan aber war nicht eigennützig, er hat die anderen Kids immer mit eingebunden. Klar, wenn man ihn gelassen hat, dann hat er richtig aufgedreht und Spiele allein entschieden. Meistens aber war es so, dass er die ganze Mannschaft mitgezogen hat. Dabei habe ich ihn bewusst auf verschiedenen Positionen eingesetzt und überall mal spielen lassen, außer im Tor, damit er seine Fähigkeiten gut einbringen kann. Meistens aber hat er im Mittelfeld oder vorne gespielt.
Nach drei Jahren beim TuS Union 09 Mülheim ist Assan mit acht Jahren in die ‚Knappenschmiede‘ des FC Schalke 04 gewechselt. War es aus Ihrer Sicht der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt?
Resing: Ich denke schon, obwohl man das vorher nie so genau wissen kann, Assan war ja noch sehr jung. Es waren auch andere Vereine an ihm dran, unter anderem Rot-Weiss Essen, und irgendwann war klar, dass er zu einem größeren Klub wechseln würde. Für seinen Vater aber war es wichtig, dass er erst einmal so lange wie möglich bei uns und in seinem gewohnten Umfeld bleibt, bevor er den nächsten Schritt geht. Die Familie ist sehr bodenständig, auch Assan weiß genau, wo er herkommt, das ist ein netter Junge.
Besucht er noch seinen alten Verein, wenn er in der Heimat ist?
Resing: Ja, der Kontakt ist nie abgerissen und besteht bis heute. Vorigen Sommer war er bei uns auf der Anlage, hat unser neues Frauen-Team besucht und Trikots aus Leipzig mitgebracht. Wenn er es zeitlich einrichten kann, schaut er auf der Anlage vorbei. Durch seinen Wechsel nach Leipzig und die vielen Verpflichtungen, die er dort hat, ist es aber eher selten.
Haben Sie gedacht, dass er es mal in die Bundesliga schafft und sogar Nationalspieler wird?
Resing: Die Anlagen waren da, aber dafür muss natürlich viel zusammenkommen. Er hat selber früher auch nie gesagt, dass er mal in der Bundesliga spielen würde, dafür war er viel zu zurückhaltend. Als er in Schalke Jugendnationalspieler wurde und schon mit 17 bei den Profis debütiert hat, war die Entwicklung aber abzusehen. Mit dem Wechsel nach Leipzig ist er dann den nächsten Schritt gegangen, weg von der Heimat. Auch da hat er sich durchgesetzt und war gerade richtig in Fahrt, doch dann hat ihn die Knieverletzung im November leider ausgebremst.
Wie haben Sie sein furioses Debüt in der Nationalmannschaft im furiosen Nations-League-Spiel gegen die Slowakei erlebt? Sind Sie auch ein wenig vor Stolz geplatzt, als ihm wenige Minuten nach seiner Einwechslung direkt ein Tor gelungen ist?
Resing: Da ist mir natürlich das Herz aufgegangen. Ich habe das Spiel zu Hause vor dem Fernseher verfolgt und erst gar nicht registriert, dass er plötzlich auf dem Platz stand. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich meine Frau gefragt habe: ‚Wann kommt Assan denn endlich?‘ Und sie meinte nur: ‚Der ist doch gerade eingewechselt worden!‘ Und dann macht er das Tor, unglaublich!
Hatten Sie danach mit ihm Kontakt?
Resing: Ja, ich habe ihm am nächsten Tag eine SMS geschrieben und ihm zu seinem tollen Einstand im DFB-Trikot gratuliert. Darüber hat er sich sehr gefreut.
Wie sehen Sie seine WM-Chancen?
Resing: Zunächst muss er wieder auf den Platz zurückkehren und dann gesund bleiben. Er ist in Leipzig aber schon wieder im Mannschaftstraining und steht wohl vor seinem Comeback. Was die Nationalmannschaft angeht: Die Konkurrenz ist groß, gerade in der Offensive. Wenn er an seine Leistungen wie vor der Verletzung anknüpfen kann, hat er meiner Ansicht nach gute Chancen auf eine Nominierung.
Wird Assans erster Trainer dann in den USA auf der Tribüne mitfiebern?
Resing: Das klappt leider zeitlich nicht, weil meine Frau in einer Kita in Mülheim arbeitet und keinen Urlaub hat, wenn die WM läuft. Aber unsere Tochter Tara ist vielleicht vor Ort. Sie studiert derzeit an einem College in Cleveland und spielt dort auch Fußball. Falls sie Tickets für eine Partie bekommt, wird sie ihrem früheren Mitspieler und Grundschulfreund sicher von der Tribüne aus die Daumen drücken.
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