Leese: "Amateurfußball war die Renaissance meiner Fußballliebe"
Vom Hobbykicker zum Profi: Lars Leese wurde als "Der Traumhüter" bekannt. Wie er wieder im Amateurfußball landete, erzählt Leese beim Treffen mit FUSSBALL.DE.
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Laura Sophie Kühnel: "Ehrenamtliches Engagement stärkt die eigene Persönlichkeit und eröffnet neue Perspektiven."[Foto: FVN]
Über Langeweile kann sich Laura Sophie Kühnel nur ganz selten beklagen. Die 22-Jährige aus Emmerich, im Hauptberuf Steuerfachangestellte, engagiert sich bereits seit mehr als acht Jahren ehrenamtlich für den Amateurfußball im Fußballverband Niederrhein (FVN). In ihrem Heimatverein SV Emmerich-Vrasselt ist Laura Sophie Kühnel aktuell als Geschäftsführerin tätig, im FVN zählt sie seit dem Verbandstag 2025 zu den vier Kassenprüfer*innen. Ihr leidenschaftliches Engagement im Verband sowie im Fußballkreis Rees/Bocholt blieb nicht unbemerkt. Im vergangenen Jahr wurde Laura Sophie Kühnel, die auch schon mehrere Jahre als Jugendtrainerin tätig war, vom DFB zur "Fußballheldin" ernannt, eine besondere Ehrung für junge Ehrenamtler*innen. Unter anderem durfte sie gemeinsam mit den anderen "Fußballheld/innen" aus ganz Deutschland nach Barcelona reisen.
Frage: Hallo Laura! Du wurdest vom DFB für dein ehrenamtliches Engagement als "Fußballheldin" ausgezeichnet. Was bedeutet dir das?
Laura Sophie Kühnel: Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel. Sie ist für mich vor allem eine Anerkennung der vielen Stunden, der Verantwortung und der Leidenschaft, die ich seit Jahren ehrenamtlich in den Fußball investiere.
Welche Erlebnisse sind mit der Auszeichnung verbunden?
Kühnel: Mit der Auszeichnung verbinde ich vor allem Begegnungen und die Erfahrung, zu sehen, wie stark und vielfältig das Ehrenamt im Fußball aufgestellt ist. Gleichzeitig steht die Auszeichnung für meinen ganz eigenen Werdegang im Ehrenamt, der mich vom Vereinsbereich zu Aufgaben auf Kreis- und Verbandsebene geführt hat. Diese Entwicklung wahrzunehmen und Anerkennung zu bekommen, macht die Ehrung für mich besonders bedeutend.
Ein Höhepunkt war sicher die Barcelona-Reise. Was ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?
Kühnel: Am meisten in Erinnerung geblieben ist mir der Austausch mit den anderen Fußballheldinnen und Fußballhelden. Zu sehen, wie unterschiedlich die Wege ins Ehrenamt sind und wie viel Herzblut dahintersteckt, war sehr beeindruckend. Die gemeinsamen Gespräche und das Gefühl, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein, haben diese Reise für mich besonders gemacht – weit über das sportliche Rahmenprogramm hinaus.
Wann und wie bist du erstmals mit Ehrenamt in Kontakt gekommen?
Kühnel: Erstmals bin ich während einer verletzungsbedingten Pause im Jahr 2017 mit dem Ehrenamt in Kontakt gekommen. In dieser Zeit habe ich regelmäßig die Fußballspiele meines kleineren Bruders besucht. Daraus hat sich zunächst ein unterstützendes Mithelfen während meiner Pause ergeben, das mit der Zeit immer verbindlicher wurde. Schritt für Schritt habe ich mehr Aufgaben übernommen und festgestellt, dass mir die Arbeit im Ehrenamt nicht nur liegt, sondern mir auch persönlich sehr viel gibt.
Und wann hast du gemerkt, dass Ehrenamt genau dein Ding ist?
Kühnel: Eigentlich sofort. Schon nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass mir das Mithelfen, Organisieren und das Übernehmen von Verantwortung großen Spaß macht und sich richtig anfühlt. Die direkte Nähe zum Vereinsleben und vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben mir von Anfang an gezeigt, dass das Ehrenamt genau das ist, was ich machen möchte.
"Zu sehen, wie sich Kinder und Jugendliche sportlich und persönlich entwickeln, und zu wissen, dass man dazu einen Beitrag leisten kann, ist sehr erfüllend"
Wie lassen sich bei dir Ehrenamt und Beruf verbinden?
Kühnel: Ehrenamt und Beruf lassen sich für mich sehr gut miteinander vereinbaren. Viele Werte aus dem Ehrenamt begleiten mich auch im Berufsalltag und bringen mir dort einen echten Mehrwert. Besonders hilfreich für mich ist, dass meine Vorgesetzten die Leidenschaft für den Fußball teilen und mir deshalb die nötige Unterstützung und Rückendeckung geben, um meinen Weg im Ehrenamt gehen zu können.
Du investierst viel Zeit ins Ehrenamt. Was gibt es dir zurück?
Kühnel: Es gibt mir vor allem das Gefühl, wirklich etwas bewirken zu können. Zu sehen, wie sich Kinder und Jugendliche sportlich und persönlich entwickeln, und zu wissen, dass man dazu einen Beitrag leisten kann, ist sehr erfüllend. Gleichzeitig gibt mir das Ehrenamt viel zurück in Form von Wertschätzung, persönlichen Erfahrungen und einem starken Gemeinschaftsgefühl, das man so kaum woanders findet.
In einigen Bereichen ist es in den vergangenen Jahren durchaus schwieriger geworden, Ehrenamtler*innen zu finden. Kannst du das nachvollziehen?
Kühnel: Ehrlich gesagt kann ich es nur bedingt nachvollziehen. Gerade die Werte, die das Ehrenamt vermittelt – Verantwortung, Gemeinschaft, Verlässlichkeit und persönliches Wachstum – sind aus meiner Sicht heute wichtiger denn je. Natürlich kostet Engagement Zeit, aber es gibt auch sehr viel zurück, sowohl menschlich als auch für die persönliche Entwicklung. Deshalb sehe ich das Ehrenamt weniger als zusätzliche Belastung, sondern vielmehr als Chance, sich einzubringen, etwas zu bewegen und selbst daran zu wachsen.
Warum würdest du Menschen raten, ein Ehrenamt auszuüben?
Kühnel: Weil man mit einem Ehrenamt unmittelbar etwas bewirken kann. Man gestaltet die Gemeinschaft aktiv mit und gibt insbesondere Kindern und Jugendlichen Halt, Struktur und Raum für Entwicklung. Gleichzeitig stärkt ehrenamtliches Engagement die eigene Persönlichkeit und eröffnet neue Perspektiven - sowohl menschlich als auch für den eigenen Lebensweg.
Was war dein schönster Moment im Ehrenamt?
Kühnel: Einen einzelnen schönsten Moment gibt es für mich nicht. Am schönsten sind für mich immer wieder das Kinderlachen, die leuchtenden Augen, die Freude am Spiel und die Begeisterung für den Fußball. Genau diese Momente machen das Ehrenamt für mich so wertvoll und bestätigen mich in meinem Engagement.
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