Jeddeloh-Torhüter Moritz Onken: "Ein sagenhaftes Erlebnis"
Der SSV Jeddeloh verpasste die große Sensation im DFB-Pokal gegen Zweitligist Hertha BSC. Mit FUSSBALL.DE spricht SSV-Torhüter Moritz Onken über das Duell.
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Erik Görg mit der Fair Play-Urkunde inmitten seiner Mitspieler. [Foto: privat]
Erik Görg, 43 Jahre, Sachbearbeiter und trotz des mittleren Lebensalters immer noch Fußballer. Wie so viele im Land. Der Ü-Fußball boomt. Alles normal also. Görg, der vor 37 Jahren mit dem Fußballspielen anfing, ist Stürmer des 1. SC Saarlouis Roden. An die tausend Spiele wird er in seinem Fußballerleben schon absolviert haben. Gegen die Spielvereinigung Quierschied am 10. Juni 2015 aber wurde es auch für Görg ein ganz besonderes Spiel.
Seine Mannschaft lag 1:3 zurück, als das Unfassbare passierte. In der 25. Minute stürmt Erik Görg von der Mittelinie aus Richtung gegnerisches Tor. Eine Kontersituation - nur bedrängt von einem Gegenspieler, rennt er über den Platz. Doch der ist ein ganz hartnäckiger. Er zerrt am Trikot und versucht alles, um Erik Görg aufzuhalten. „Und wenn ich sage, er versuchte alles, meine ich auch alles“, erzählt Görg. „Kurz vor dem Sechzehner grätschte mein Gegner mich voll weg. Ich fiel hin und der Schiri zeigte meinem Gegner sofort Rot.“
Was dann geschah, verblüffte den Schiedsrichter, die Spieler und die Handvoll Zuschauer. Görg ging nämlich zum Schiedsrichter und teilte mit, dass es eben kein Foul gewesen sei. Der Gegner habe nur den Ball gespielt. „Kein Quierschieder hatte sich wegen der Roten Karte beschwert. Alle hatten es schon so hingenommen und dann komme ich und mache sowas.“
"Klar hätte ich lieber das Spiel gewonnen, als mit einem Fair Play-Preis ausgezeichnet zu werden"
Doch Erik Görg konnte nicht anders. Denn kurz vor dem Strafraum war er einfach nur im fairen Zweikampf zu Fall gekommen. Der Schiedsrichter hätte vorher pfeifen müssen. In dem Moment war es eben kein Foul. Görgs Mitspieler jedenfalls waren überhaupt nicht begeistert über seine vorbildliche Ehrlichkeit. Sie würden zurückliegen und jetzt hätte es doch die Chance gegeben, das Spiel noch zu drehen. „Doch dann gehe ich hin und gebe zu, dass es kein Foul war. Meine Mannschaft ist mir heute noch manchmal böse.“
Hätten sie gewonnen, hätten die Rodener das Endspiel um die Ü-40-Saarlandmeisterschaft erreicht. Und wer weiß, vielleicht hätte man sich dann für den DFB-Ü-40-Cup in Berlin qualifiziert. Zustimmung erfuhr Erik Görg durch die Zuschauer. Sie sprechen ihm Mut zu, erinnern ihn, dass er doch ein Leistungsträger der Mannschaft ist, zudem er ein super Spiel gemacht habe. Und fair war er auch noch. Ehrlich sagt Görg: „Klar hätte ich lieber das Spiel gewonnen, als mit einem Fair Play-Preis ausgezeichnet zu werden. Aber ich glaube, der gute Herr da oben hat in dem Moment mal nicht aufgepasst und mich nun als Entschuldigung Teil dieser Ehrung werden lassen.“ Und muss dabei ein wenig schmunzeln.
Jetzt hat er noch die Möglichkeit am 17. November in Hannover am Nachmittag des Länderspiels Deutschland gegen die Niederlande- zu Deutschlands fairstem Spieler 2015 gewählt zu werden.
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