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"Fußball pur" |30.10.2020|15:00

Golz: "Mehr Fußball, weniger Eitelkeiten"

Richard Golz (3.v.r.): "Wir möchten uns in der Regionalliga etablieren."[Foto: imago images/Oliver Ruhnke]

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Richard Golz hütete in 453 Bundesligaspielen das Tor des Hamburger SV, SC Freiburg und von Hannover 96. Danach arbeitete der heute 52-Jährige unter anderem als Co-Trainer bei der zweiten Mannschaft des HSV, war Torwarttrainer bei Hertha BSC und der rumänischen Nationalmannschaft. Seit Mai 2020 ist er nun Sportchef - allerdings nicht in der Bundesliga, sondern beim Regionalligisten Altona 93. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Golz mit Mitarbeiter Oliver Jensen über die Unterschiede zwischen Regionalliga und Profifußball.

FUSSBALL.DE: Herr Golz, was gefällt Ihnen am Amateurfußball besser als am Profifußball?

Richard Golz: Es geht hier mehr um den Fußball und weniger um irgendwelche Eitelkeiten oder Außendarstellungen. Regionalliga ist für mich allerdings kein typischer Amateurfußball. Die Spieler verdienen damit auch ein bisschen Geld und leben dementsprechend professionell. Aber sie gehen neben dem Fußball arbeiten oder studieren. Wenn die Mannschaft danach zum Training oder zu den Spielen zusammenkommt, steht der Fußball an sich im Vordergrund.

Welche Aspekte genau stören Sie am Profifußball?

"Wir setzen vor allem auf Spieler aus Hamburg"

Golz:  Die Eitelkeiten machen den großen Fußball sehr anstrengend. Jeder ist darum bedacht, möglichst gut in der Öffentlichkeit dazustehen. Der Fußball steht teilweise nicht mehr im Mittelpunkt. Auch was Kritik oder Selbstreflexion betrifft, ist der Umgang bei einem Regionalligisten deutlich einfacher.

Das heißt, dass Sie gar nicht in den Profifußball zurückkehren möchten?

Golz:  Das habe ich nicht gesagt. Aber ich bin mit meiner aktuellen Situation zufrieden. Altona 93 ist für mich in erster Linie ein Hobby. Hauptberuflich arbeite ich als Personalberater in einer Unternehmensberatung und bin dort sehr glücklich.

Bislang waren Sie als Spieler und Trainer lediglich im Profifußball aktiv. Inwiefern war das eine Umstellung, nun für einen Regionalligisten verantwortlich zu sein?

Golz:  Die Trainingsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen sind natürlich völlig anders. Wir haben maximal zwei Plätze zum Trainieren, einer davon ist unser Stadion. Da muss man gut überlegen, welchen Platz man nutzt, wie oft man ins Stadion geht und den Rasen dort beansprucht.

Inwiefern unterscheidet sich das Innenleben einer Mannschaft in der Regionalliga von dem Innenleben einer Bundesligamannschaft?

Golz:  Das hängt immer auch von der Mannschaft und der Altersstruktur ab. Wir haben hier in Altona zum Beispiel eine relativ junge Mannschaft. Die Eitelkeiten, die ich aus dem Profifußball kenne, sind hier in der Regionalliga weniger ausgeprägt. Im großen Fußball geht es viel darum, wie sich die Spieler nach außen über Social Media präsentieren. Das machen unsere Spieler in Altona auf einem geringeren Niveau zwar auch. Allerdings entsteht dabei kein Wettkampf untereinander. Diesen Eindruck könnte man im Profifußball teilweise gewinnen.

Es gibt auch viele Fußballfans, die den Kommerz im Profifußball sehr kritisch betrachten. Wäre genau das die Zielgruppe, die man für einen Traditionsverein wie Altona 93 begeistern kann?

Golz:  Grundsätzlich ist Altona 93 dafür bekannt, dass dieser Verein Fußball pur ist. Wir haben den Zeitpunkt Sonntag 14 Uhr bewusst gewählt, um besonders auch Familien anzusprechen. Auch viele Frauen und Kinder kommen in unser Stadion. Man kann bei uns zwei schöne Stunden verbringen und ambitionierten Fußball erleben. Alles ist sehr bodenständig. Eines muss man aber klar sagen: Der Star unseres Vereins ist das Stadion: Die Adolf-Jäger-Kampfbahn, die 1908 errichtet wurde. Das Stadion ist weit über die Grenzen von Hamburg hinaus bekannt. Im Jahre 2026 müssen wir hier allerdings raus. Unsere Aufgabe wird daher sein, die Menschen dann auch für unser zukünftiges Stadion zu begeistern.

In den ersten sieben Spielen gelang bislang lediglich ein Sieg. In der laufenden Saison dürfte der Klassenverbleib das große Ziel sein. Welche Ambitionen hegen Sie mit Altona 93 mittelfristig?

Golz:  Wir möchten uns in der Regionalliga etablieren. Vom Etat her bewegen wir uns sicher auf den Abstiegsplätzen. Wir brauchen bessere Trainingsmöglichkeiten, müssen dafür aber erst einmal höhere Einnahmen erzielen – zum Beispiel auch über Sponsoren.

Um auch bessere Spieler nach Altona zu locken?

Golz:  In der Regionalliga kann es durchaus entscheidend sein, ob man ein paar hundert Euro mehr zahlen kann oder nicht. Aber wir wollen nicht Spieler aus ganz Deutschland verpflichten. Wir setzen vor allem auf Spieler aus Hamburg, die es vielleicht nicht auf dem ersten Bildungsweg in den Profifußball geschafft haben, aber aus einem Nachwuchsleitungszentrum oder von einem ambitionierten Verein kommen. Wir haben mit Andreas Bergmann einen Trainer, der schon viele Spieler entwickelt, in vielen Nachwuchsleistungszentren trainiert hat und den Profifußball kennt, da er bis hoch zur Bundesliga trainiert hat. Das dürfte für viele Spieler sehr interessant sein.

Altona 93 steht für eine gute Jugendarbeit und hat unter anderem den Nationalspieler Jonathan Tah, den ehemaligen Nationalspieler Christian Rahn und den Bayern-Spieler Eric Maxim Choupo-Moting hervorgebracht. Welchen Stellenwert hat die Jugendarbeit heute?

Golz:  Altona 93 betreibt eine gute Jugendarbeit. Das Ziel ist es, über die Jugend Spieler für die erste Mannschaft auszubilden. Auch die erste und zweite Mannschaft rücken näher zusammen. Es wird aber vermutlich noch ein paar Jahre dauern, bis sich die Nachwuchsarbeit auszahlt.

Wie schnell werden einem Regionalligisten wie Altona 93 die Top-Talente weggeschnappt?

Golz: Das lässt sich nicht generell sagen und hängt auch vom Alter der Top-Talente ab. Meistens dürften die Nachwuchsleistungszentren der Profivereine für solche Spieler interessanter sein. Wir wollen zukünftig die Bedingungen verbessern und auch die Mannschaften so stark machen, dass wir die Top-Talente im Verein halten können. Derzeit ist das allerdings nicht realistisch.

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