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Amateurfußball-Liebhaber aus Bayern |19.02.2015|11:12

Groundhopper Böhm: Der bayerische Eroberer

Im Amateurfußball ist man als Groundhopper ganz nah dran. [Foto: Claus Schunk]

Auszug aus dem Buch Fußballplatzschwärmer, ungekürzte Originalausgabe, 2009: "9.11.2008, Herakles SV München – FC Neuhadern: Letzten Montag, kurz nach der Mittagspause, klingelte mein Handy, Mentis, der Coach von Herakles war dran und fragte, ob alles ok sei bei mir, da ich die letzten Wochen nicht bei den Spielen war, 'die Spieler und die Leute haben gefragt, wo du bist. Weißt, ich muss es den Jungs heute sagen'." Und natürlich fuhr Manuel Böhm zum nächsten Herakles-Spiel. Es ist diese Nähe zu den Vereinen, die für ihn den Reiz ausmacht.

Der FC Bayern München könnte vermutlich hunderttausende Tickets verkaufen, 1860 verkauft immerhin zigtausend. Doch für Manuel Böhm lebt der Fußball nicht immer von der Stimmung im Stadion, auch wenn er im Urlaub gerne mal ein Derby wie Viktoria gegen Fortuna Köln mitnimmt. Für ihn geht es aber vor allem darum, direkt daneben zu stehen, den Rasen zu riechen. Darum, die Schimpfwörter zu hören, die sich Spieler zurufen. Was für ihn nicht dazu gehört, sind Fernsehkameras und VIP-Lounge. Und es gibt jedes Wochenende Dutzende Spiele, aus denen er aussuchen kann.

"Das Spiel wurde mit 36-minütiger Verspätung angepfiffen, da dem Schiri auf dem Weg zum Spiel ins Heck gefahren wurde"

Der 42-Jährige besucht Partien wie TSV Kottern gegen den SV Mering in der Landesliga Südwest, wobei, Landesliga, das ist schon fast das höchste der Gefühle. Groundhopper bereisen die ganze Welt, sie sind Fußball-Backpacker, je weiter weg ein Spiel angepfiffen wird, desto besser. Manuel Böhm ist so etwas wie ein Regions-Groundhopper. Rund 750 Spiele im Raum München und im bayerischen Schwaben sind es wohl mittlerweile, seitdem der Dachauer vor über sieben Jahren damit begonnen hat.

Eigentlich ist Böhm ein eingefleischter 1860-Fan, aber natürlich einer von jenen, die keinen Fuß in die Arena in Fröttmaning setzen würden. Jahrelang betreute er das Fanmagazin Ama-Lion von Sechzigs U23 und huldigte der für viele Fans wahren Heimat der Löwen, dem Grünwalder Stadion auf Giesings Höhen.

Es fehlt: Real Kreuth

„Aber ganz ehrlich: Irgendwann wird es auch langweilig, zum fünften Mal nach Pfullendorf oder Elversberg zu fahren“, sagt Böhm. Also setzte er sich ein neues Ziel: Alle Fußballplätze der Region zu kennen, und die dort beheimateten Vereine. Der letzte Platz innerhalb der Münchner Stadtgrenzen war die Fasanerie Nord, nun muss er etwas weiter fahren. Manche dieser Plätze sind für ihn wie seltene Briefmarken, die es zu ergattern gilt, einige klingen auch genau so exotisch. Kürzlich konnte er einen Haken hinter Mesopotamien Augsburg machen, es fehlt noch: Real Kreuth .

Böhm steht meistens an der Werbebande. Wenn ein Tor fällt oder ihm etwas ungewöhnlich vorkommt, holt er ein kleines Büchlein hervor und macht Notizen. Aus diesen sind bereits zwei Bücher entstanden, ein drittes ist in Planung - amüsante Spielberichte weit abseits des Bundesliga-Rampenlichts. „Das Spiel wurde mit 36-minütiger Verspätung angepfiffen, da dem Schiri auf dem Weg zum Spiel ins Heck gefahren wurde“, heißt es etwa über eine Partie von Rot Weiß Tunesien gegen SV Weiß Blau Allianz München.

Böhm will sich damit nicht ausgrenzen vom Fußball-Mainstream - der interessiert ihn nur einfach nicht. Als zum Beispiel 2013 der FC Bayern gegen Borussia Dortmund im Champions-League-Finale spielte, saß Böhm zu Hause am Schreibtisch und spielte Computer. „Wenn ich mir zum Beispiel den Götze anschau. Der ist in Dortmund groß geworden. Warum geht er zu den Bayern? Ich verstehe so was nicht.“ Er sagt das nicht, weil sein Herz für die Löwen schlägt: „Wenn die Dortmunder jetzt jammern, Bayern kauft ihnen die Spieler weg, dann gehen sie woanders hin und kaufen ein. Der Große frisst den Kleinen.“ Je weniger Geld im Spiel sei, findet Böhm, desto authentischer sei der Fußball.

Es gibt sie eben noch, die Spieler, die weiter für ihren Jugendverein kicken, obwohl sie drei Klassen höher Geld damit verdienen könnten, es gibt von ihnen wahrscheinlich Tausende mehr als Profis.

Notgedrungen in die Arena

Natürlich gibt es auch immer mal Ärger in den unteren Ligen, wüste Beschimpfungen, Rangeleien. Doch Böhm hat in mehr als 700 Spielen keinen einzigen Spielabbruch aufgrund eines Gewaltexzesses erlebt, „nur wegen schlechtem Wetter oder einer schweren Verletzung“. Er kann auch nicht bestätigen, dass ausländische Fußballklubs gewaltbereiter wären – eher sei es umgekehrt. Es gibt Mannschaften, die Ausländer immer wieder bewusst provozieren. „Und wenn dann einer von denen ausflippt, bringt es die ganze Mannschaft in Verruf“, sagt Böhm. Nicht in München, aber draußen auf dem Land sei es ihm auch schon untergekommen, dass er als „Kanakenfreund“ beschimpft wird, wenn er sich Spiele ausländischer Mannschaften ansieht.

Böhm verurteilt jegliche Diskriminierung, in seinem Buch Fußballplatzschwärmer ist dazu einiges zu lesen. Er regt sich aber auch darüber auf, wenn ihm jemand verbieten will, „unflätige Sachen“ hineinzurufen. „Fußball ist und bleibt ein Proletensport, das war immer so und wird immer so sein.“

Doch es gibt Tage, an denen er sich trotz allem noch zu unheiligen Orten begibt. Als 1860 II im Sommer 2013 in der Relegation gegen den SV Elversberg um den Aufstieg in die dritte Liga spielte, musste er notgedrungen in die Allianz Arena. Sollte die Profimannschaft irgendwann in die dritte Liga absteigen und dann wieder im Grünwalder Stadion spielen, wäre Böhm wieder regelmäßig dabei: Er hat für diesen Fall bereits einen Antrag auf eine Dauerkarte gestellt.

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