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Hirsch-Preis |29.11.2021|17:00

"Libero" Zoungrana: Verein wie eine Familie

Alizeta Zoungrana (l.): "Beim FC Victoria engagieren sich viele gute Menschen, das ist wie eine große Familie."[Foto: FC Victoria Wittenberg]

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2014 wurde der Verein erst gegründet, sieben Jahre später erhält er schon eine renommierte gesellschaftliche Auszeichnung: Der FC Victoria Wittenberg ist mit dem Julius Hirsch Preis geehrt worden, der DFB würdigte vor allem die vorbildliche Integrationsarbeit der Akteure aus Sachsen-Anhalt.

Eine, die stellvertretend für diese wertvolle ehrenamtliche Tätigkeit in der Lutherstadt steht, ist Alizeta Zoungrana. Die 46-Jährige stammt aus Burkina Faso und kam 2007 nach Deutschland, seit 2011 lebt sie in Wittenberg und und seit 2018 ist sie im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft. "Libero Liza", so wird sie meist genannt, hat in ihrer Heimat in Westafrika selbst Fußball gespielt, das allerdings unter schwierigen Bedingungen.

Wir haben uns mit der Mutter zweier Kinder, die als Mitarbeiterin der Gleichstellungsbeauftragten, Bereich Integration, bei der Stadtverwaltung der Lutherstadt Wittenberg tätig ist und beim FC Victoria im Vorstand sowie als Jugendtrainerin fungiert, unter anderem über Fußball als wichtigen Integrationsmotor unterhalten.

FUSSBALL.DE: Frau Zoungrana, was bedeutet es Ihnen persönlich, dass der FC Victoria Wittenberg mit dem Julius Hirsch Preis ausgezeichnet wurde?

"Meine Eltern durften nicht wissen, dass ich Fußball spiele, also habe ich heimlich mitgekickt"

Alizeta Zoungrana: Darüber bin ich sehr glücklich, der Verein hat das absolut verdient! Beim FC Victoria engagieren sich viele gute Menschen, das ist wie eine große Familie. Ein solcher Preis gibt uns noch mehr Motivation, so weiter zu machen. Wir zeigen im Verein, dass wir offen für alle Menschen sind, die Sport treiben wollen und hoffen, dass noch viel mehr Kinder und Erwachsene zu uns kommen.

Was machen Sie im Verein?

Zoungrana: Ich kümmere mich in erster Linie um die Integration von Kindern aus anderen Ländern, also mit Migrationshintergrund. Dabei kommt mir auch meine Tätigkeit bei der Stadt Wittenberg zugute. Sebastian Dähne aus dem Vorstand des FC Viktoria ist dort tätig und hat mir die Stelle vor fünf Jahren vermittelt. Viele Familien, die neu hier sind, kommen erst einmal dahin. Ich helfe ihnen dann zum Beispiel bei Formularen und Anträgen, denn in Deutschland gibt es ja viel Bürokratie. (lacht) Dabei spreche ich sie oft auch an, ob sie Interesse an Fußball hätten und sich das mal beim FC Victoria anschauen möchten.

Sie haben auch selbst Fußball gespielt und sind Trainerin, richtig?

Zoungrana: Ja, das stimmt! Als ich nach Deutschland gezogen bin, habe ich meinen Übungsleiterinnen-Schein absolviert und trainiere beim FC Victoria zusammen mit Sebastian Dähne, Stefan Würker und Christian Heidrich die F-Jugend. In der Mannschaft spielt auch mein Sohn Dylan. Fußball war schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, aber in Burkina Faso war das nicht so einfach.

Erzählen Sie bitte!

Zoungrana: Burkina Faso ist ein muslimisch geprägtes Land. Als ich ein Kind war, war es Frauen und Mädchen verboten, Fußball zu spielen. Es gab keine Vereine oder Mannschaften für uns. Ich bin in Bobo-Dioulasso aufgewachsen, nach der Hauptstadt Ouagadougou der zweitgrößten Stadt in Burkina Faso. Ich wollte unbedingt Fußball spielen, weil ich es toll fand, wie die Jungs gekickt haben – wie zum Beispiel mein Cousin Mamadou Zongo, der Nationalspieler und später unter anderem Profi bei Vitesse Arnheim in den Niederlanden war. Meine Eltern durften aber nicht wissen, dass ich dabei war, also habe ich heimlich mitgespielt, auf der Straße oder auf Plätzen in der Stadt, wo wir uns getroffen haben.

Hatten Sie keine Angst, entdeckt zu werden und Ärger zu kriegen?

Zoungrana: Doch, das gehörte dazu, aber ich wollte halt unbedingt Fußball spielen. Da war ich elf Jahre alt. Erst als meine Eltern gestorben sind, da war ich 14, und ich von meiner Tante großgezogen wurde, konnte ich das Versteckspiel lassen und bin später sogar für unsere Nationalmannschaft, die Princesses genannt wurde, nominiert worden und habe unter anderem beim 'Tournoi des 5 Nations' mitgespielt, das war so eine Art kleine Afrikameisterschaft für Frauenteams. Mein Spitzname war 'Libero', der hält sich bis heute. (lacht) Außerdem habe ich unsere Männer-Nationalmannschaft oft zu Länderspielen begleitet und war zum Beispiel 2004 beim Afrika-Cup in Tunesien als Fan mit dabei, habe für unsere Jungs auf der Tribüne gesungen und getrommelt.

Warum haben Sie Ihre Heimat verlassen und sind nach Deutschland gezogen?

Zoungrana: Darüber möchte ich nicht sprechen, das ist privat, aber ich kann sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war. Ich fühle mich hier sehr wohl und möchte gerne etwas von dem, was ich als Neuankömmling in Deutschland erfahren habe, an andere Menschen, die hier ein neues Leben beginnen, zurückgeben. Ich war zuerst in Frankreich, auch wegen des Fußballs, doch dann hat eine Freundin aus Deutschland gesagt: Komm hierhin! Das war 2007 in Bitterfeld, dort habe ich auch meinen damaligen Partner und Vater meiner beiden Kinder, Reiner Schulze, kennengelernt. 2011 sind wir dann nach Wittenberg gezogen.

War es für Sie sehr schwierig, die Sprache zu lernen?

Zoungrana: Auf jeden Fall, Deutsch ist alles andere als einfach! In Burkina Faso gab es aber immer auch ein paar Leute, die Deutsch gesprochen haben. Von denen habe ich auch mein erstes deutsches Wort gelernt: 'Nachbarn'. (lacht) Ich kann nur allen Menschen, die nach Deutschland kommen, raten, dass sie schnell die Sprache lernen sollen, denn erst so kommt man in einem Land richtig an. Dabei helfe ich ihnen gerne, das macht mir viel Freude, und die Menschen geben einem viel Dankbarkeit zurück.

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