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|02.03.2024|09:00

Münsters Trainer Hildmann beweist "goldenes Händchen"

Seine Joker stechen: Münster-Trainer Sascha Hildmann wechselt den Sieg ein[Foto: imago]

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Seit der Rückrunde der Saison 2020/2021 können die Vereine der 3. Liga - wie schon unmittelbar nach der Corona-Unterbrechung im Frühjahr 2020 - bis zu fünf Spieler einwechseln. Welch großen Einfluss das haben kann, bewies zuletzt wieder der SC Preußen Münster , der durch drei Joker-Tore gegen den MSV Duisburg ( 3:1 ) als Sieger vom Feld ging. DFB.de stellt vor, wer besonders erfolgreich einwechselt.

Besonders wenig Anlaufzeit benötigte am zurückliegenden Spieltag Münsters Yassine Bouchama (46.). Der zur Pause eingewechselte Mittelfeldspieler traf nur 26 Sekunden nach dem Wiederanpfiff mit seinem zweiten Ballkontakt zur 1:0-Führung des SC Preußen. Mit seiner ersten Aktion war der 26-Jährige noch an MSV-Torhüter Vincent Müller gescheitert.

Sogar gleich zweimal nach seiner Einwechslung in der 72. Minute war Gerrit Wegkamp (74./90.+5) erfolgreich, der die Gastgeber deshalb vor 11.744 Zuschauer*innen über die volle Punktausbeute jubeln ließ. Auch das Duisburger Tor - wie sollte es anders sein - ging auf das Konto eines Jokers. Der eingewechselte Alaa Bakir hatte zwischenzeitlich für den MSV verkürzt, konnte damit jedoch die Niederlage der "Zebras" nicht verhindern.

Durch seinen Doppelpack schloss Gerrit Wegkamp zum bislang erfolgreichsten Einwechselspieler in dieser Saison auf. Jeden seiner fünf Treffer erzielte der 30-Jährige, nachdem er von seinem Trainer Sascha Hildmann erst während des Spiels in die Partie gebracht worden war. Das gilt auch für Robin Meißner von der SG Dynamo Dresden, der bei seinen insgesamt 14 Joker-Einsätzen allerdings über einen etwas geringeren Zeitraum (314 Minuten) als Wegkamp (322) auf dem Feld stand.

Pascal Breier seit Ligagründung unübertroffen

Um der beste Joker in der Geschichte der 3. Liga zu werden, müssten sich Wegkamp und Meißner aber noch deutlich steigern. Seit dem Bestehen der Spielklasse (2008/2009) ist Pascal Breier der erfolgreichste Einwechselspieler. Der 32 Jahre alte Angreifer, der aktuell für den VfB Lübeck in der dritthöchsten Spielklasse am Ball ist, markierte 16 seiner insgesamt 60 Treffer, als er nicht in der Startelf stand. Auch bei seinem bislang jüngsten Tor Anfang November (2:3 gegen die SpVgg Unterhaching) war Breier eingewechselt worden.

Am ehesten könnte Breier der erste Platz in der Joker-Statistik von Pascal Testroet streitig gemacht werden. Der Angreifer des FC Ingolstadt 04 folgt mit 13 Treffern. Auf diese Ausbeute kommt auch Adriano Grimaldi, der allerdings derzeit beim SC Paderborn 07 unter Vertrag steht und damit in der 2. Bundesliga auf Torejagd geht.

Elf Treffer nach Einwechslungen markierten neben Soufian Benyamina (derzeit Greifswalder FC), Thomas Rathgeber (FC Kempten) und Rogier Krohne (Karriere beendet), die aktuell nicht in der 3. Liga aktiv sind, auch Elias Huth (SSV Jahn Regensburg) und Manuel Schäffler (Dynamo Dresden), die ihr Konto in dieser Spielzeit durchaus noch aufbessern könnten. Mit Kai Brünker (1. FC Saarbrücken) und Pascal Sohm (SV Waldhof Mannheim) stehen zwei weitere aktuelle Drittligaprofis bei einer zweistelligen Toranzahl.

Markus Anfang von der Spitze verdrängt

Der Joker-Dreierpack des SC Preußen Münster hatte nicht nur auf die Rangliste der erfolgreichsten Einwechselspieler in dieser Saison wesentlichen Einfluss. Auch die Reihenfolge der Trainer mit dem sprichwörtlichen "goldenen Händchen" hat sich verändert. Münsters Trainer Sascha Hildmann setzte sich an die Spitze der Rangliste, denn von ihm eingewechselte Spieler markierten in dieser Saison bereits 13 Treffer. Auch bei den direkten Torbeteiligungen (23) sind die Münsteraner Joker Ligaspitze. Hildmann zog damit an seinem zuvor führenden Trainerkollegen Markus Anfang von Dynamo Dresden (elf Joker-Treffer, 19 Torbeteiligungen) vorbei.

Besonders auffällig: Mit Joe Enochs (SSV Jahn Regensburg), Thomas Wörle (SSV Ulm 1846 Fußball) und Christoph Dabrowski (Rot-Weiss Essen), die allesamt auf die Einwechslungen von jeweils zehn Torschützen kommen, folgen auch auf den nächsten Plätzen drei Trainer, die mit ihren Teams ebenfalls unter den "Top 6" der 3. Liga zu finden sind. Lediglich Borussia Dortmunds U 23-Trainer Jan Zimmermann (fünf Joker-Treffer) hatte seine Torschützen deutlich häufiger schon von Beginn an auf dem Spielfeld.

Quasi das Gegenteil des SC Preußen Münster (insgesamt 47 Saisontore) ist der FC Ingolstadt 04. Obwohl die "Schanzer" mit 48 Treffern die erfolgreichste Offensive der 3. Liga stellen, ist der Anteil an Toren von Einwechselspielern mit vier Treffern äußerst gering. Nur bei der SpVgg Unterhaching (drei) und dem TSV 1860 München (drei) - bei dem mit Maurizio Jacobacci, Frank Schmöller und aktuell Argirios Giannikis schon drei Trainer an der Seitenlinie standen - waren Einwechselspieler seltener als Torschützen erfolgreich.

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