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|27.08.2014|11:00

2. FBL: Durchgangsstation auf dem Weg zum Triple

36 Tor in der zweiten Liga für Wolfsburg: Martina Müller [Foto: 2014 Getty Images]

Ein Triple-Sieger, fünf Deutsche Meister, drei Bundesliga-Gründungsmitglieder, zahlreiche DFB-Pokalsieger und Vizemeister hatte die zweigleisige 2. Frauen-Bundesliga (Staffeln Nord und Süd) im Laufe ihrer bisher zehnjährigen Geschichte bereits "zu Gast". Einige Vereine waren nur kurz vertreten, schafften den Aufstieg oder die sofortige Rückkehr in die Allianz Frauen-Bundesliga.

Andere Klubs hielten der zweithöchsten deutschen Spielklasse dagegen lange Zeit die "Treue". Zahlreiche Traditionsvereine waren in den vergangenen zehn Spielzeiten in der 2. Frauen-Bundesliga am Start. DFB.de gibt im Rahmen der Serie "10 Jahre 2. Frauen-Bundesliga" einen Überblick.

Martina Müller trifft bei Wolfsburger Aufstieg 36 Mal

Nur ein Jahr in der 2. Frauen-Bundesliga und trotzdem einer der bekanntesten Namen ist der VfL Wolfsburg. Nachdem die "Wölfinnen" am Ende der Bundesliga-Saison 2004/2005 zwischenzeitlich in die 2. Liga abgestiegen waren, benötigten die Grün-Weißen nicht lange, um ihre direkte Rückkehr ins Oberhaus perfekt zu machen. Denn mit nur einer Niederlage, vier Remis und 17 Siegen wurden die Niedersächsinnen in ihrer ersten und einzigen Zweitliga-Spielzeit Meister in der Nord-Staffel. Angreiferin Martina Müller, die bis heute für den VfL stürmt, war schon damals dabei und steuerte 36 Treffer zum Aufstieg bei.

Seitdem hat der VfL eine enorme Entwicklung genommen. Zwei Meistertitel (2013 und 2014), zwei Champions League-Triumphe (2013 und 2014) und ein Erfolg im DFB-Pokal (2013) bestätigen die gute Arbeit der Verantwortlichen in der „Autostadt“. Das bisher erfolgreichste Jahr war die Triple-Saison 2013.

Auch zahlreiche aktuelle Nationalspielerinnen wie Nadine Keßler, Lena Goeßling, Alexandra Popp, Verena Faißt, Babett Peter, Luisa Wensing und Torhüterin Almuth Schult stehen mittlerweile beim VfL Wolfsburg unter Vertrag. Seit der Saison 2013/2014 spielt jetzt die zweite Mannschaft der "Wölfinnen" in der 2. Bundesliga. Somit ist der VfL, der einzige Verein in der Nord-Staffel, der sowohl mit der ersten als auch mit seiner Reserve-Mannschaft in der 2. Liga am Ball war.

Grün-Weiß Brauweiler als Zweitligist Pokalsieger

Seine beste Zeit in den 90er-Jahren hatte der SV Grün-Weiß Brauweiler. Eine Deutsche Meisterschaft, drei Vizemeisterschaften und drei DFB-Pokalsiege sicherte sich der Verein aus dem Rheinland innerhalb von nur sieben Jahren. Dabei stellten die Grün-Weißen gleich zwei Rekorde auf, die bis heute Bestand haben. Denn 1991 gewann Brauweiler als erster und bislang einziger Zweitligist den DFB-Pokal. Gleichzeitig stiegen die Rheinländerinnen in die Allianz Frauen-Bundesliga auf.

Nur ein Jahr später verpasste Brauweiler den nächsten großen Coup. Denn als Aufsteiger drangen die Grün-Weißen bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft vor, mussten sich dort jedoch dem TSV Siegen 0:2 geschlagen geben. Im Jahr 2000 wurde aus dem SV Grün-Weiß Brauweiler der FFC Brauweiler Pulheim (ein Jahr 2. Frauen-Bundesliga), der wiederum neun Jahre später in die Frauen-Abteilung des 1. FC Köln (fünf Jahre 2. Bundesliga) übertrat.

TeBe gleich dreimal deutscher Vizemeister

In der 2. Frauen-Bundesliga reicht es in der "Ewigen Tabelle" der Nord-Staffel "nur" zum dritten Platz, im Rennen um die Deutsche Meisterschaft landeten die Frauen von Tennis Borussia Berlin aber gleich dreimal auf Rang zwei. Sowohl 1976 (2:4 nach Verlängerung gegen den FC Bayern München) als auch 1981 und 1983 (0:4 und 0:6 jeweils gegen die SSG 09 Bergisch Gladbach) mussten sich die Berlinerinnen im Finale geschlagen geben.

Im Jahr 1969 gegründet, gehört die Frauenabteilung von TeBe zu einer der ältesten in Deutschland. Zur Saison 2012/2013 konnte der Verein keine Frauen-Mannschaft mehr melden. Er verzichtete daher auf sein Startrecht in der Regionalliga und ist im Frauenfußball zurzeit nur mit einer Kleinfeld-Mannschaft vertreten.

Heidi Mohr traf für Niederkirchen am Fließband

Noch aktuell in der Staffel Süd der 2. Frauen-Bundesliga kickt der Deutsche Meister von 1993 (2:1 nach Verlängerung gegen den TSV Siegen). Der TuS Niederkirchen, der mittlerweile unter dem Namen 1. FFC 08 Niederkirchen antritt, stand aber nicht nur einmal an der Spitze des deutschen Frauenfußballs, sondern war 1990 auch ein Gründungsmitglied der damals noch zweigleisigen Frauen-Bundesliga.

Außergewöhnlich erfolgreich im Trikot der Niederkirchenerinnen war Heidi Mohr. Die ehemalige Angreiferin der deutschen Nationalmannschaft wurde in ihrer Zeit beim TuS gleich viermal hintereinander Torschützenkönigin der Bundesliga (1991 bis 1994). Sie erzielte allein in diesen vier Spielzeiten 109 Treffer.

TuS Wörrstadt 1974 der erste Deutscher Meister

Ebenfalls Bundesliga-Gründungsmitglied und ehemaliger Deutscher Meister ist der TuS Wörrstadt, der noch in der vergangenen Spielzeit zweitklassig war, allerdings ohne einen Saisonsieg aus der 2. Frauen-Bundesliga Süd absteigen musste. Am 8. September 1974 hatte sich der Turn- und Sportverein Wörrstadt im Mainzer Bruchwegstadion vor 3.800 Zuschauern im Finale gegen die DJK Eintracht Erle aus Gelsenkirchen 4:0 (1:0) durchgesetzt und durfte sich als erster Deutscher Frauen-Meister feiern lassen.

Auch der VfL Sindelfingen, der die "Ewige Tabelle" der Süd-Staffel der 2. Frauen-Bundesliga anführt, gehörte in der Bundesliga zu den Mannschaften der ersten Stunde und war eines von 20 Gründungsmitgliedern. Insgesamt kommt der VfL auf zehn Jahre in der höchsten deutschen Spielklasse. In der bevorstehenden Saison geht Sindelfingen erstmals seit zwei Jahren wieder in der 2. Bundesliga an den Start. In der vergangenen Spielzeit konnten die Blau-Weißen den Abstieg aus der Allianz Frauen-Bundesliga nicht verhindern.

"Zweitliga-Dino" SC Sand nun in der Bundesliga

Auf das Konto des SC Sand, der mit 196 Zweitliga-Partien die meisten Begegnungen einer ersten Mannschaft im Süden bestritten hat (nur die Zweitvertretung des 1. FFC Frankfurt hat mit 218 Spielen noch mehr Partien auf dem Konto), werden vorerst keine weiteren Zweitliga-Einsätze kommen. Denn nachdem SCS in der Saison 2012/2013 den Aufstieg in die Bundesliga nur knapp verpasst hatte, gelang den Süddeutschen in der vergangenen Spielzeit nach 17 Jahren Abstinenz erstmals wieder der Sprung in die höchste Klasse. Außerdem erreichten die Sander Frauen das Halbfinale um den DFB-Pokal, das der SCS jedoch 0:2 gegen den späteren Titelträger 1. FFC Frankfurt verlor.

Sowohl mit der ersten als auch mit seiner zweiten Mannschaft war der SC Bad Neuenahr, der Deutsche Meister von 1978 (2:0 und 0:1 in den Finalspielen gegen Hellas Marpingen), schon in der 2. Frauen-Bundesliga vertreten. Dieses "Kunststück" schafften sonst nur noch der VfL Sindelfingen und - ab der neuen Saison - 1899 Hoffenheim.

Nach finanziellen Problemen ist der Traditionsverein aus Bad Neuenahr mittlerweile allerdings bis in die Regionalliga abgerutscht. Dabei spielten die Rheinland-Pfälzerinnen im deutschen Frauenfußball von Beginn an eine prominente Rolle und waren von 1997 bis 2013 ununterbrochen in der Allianz Frauen-Bundesliga dabei. Zwei Jahre lang hatte der SCB sogar die Optimal-Besetzung erreicht. Denn in den Spielzeiten 2011/2012 und 2012/2013 kickte die Reserve des ehemaligen Deutschen Meisters in der 2. Frauen-Bundesliga, während Bad Neuenahrs "Erste" gleichzeitig noch erstklassig war.

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