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Magazin | 03.05.2026 | 10:30

"Opa" Ouro-Akpo: Alter schützt vor Toren nicht

Abdou-Nassirou Ouro-Akpo: "Es macht mir einfach immer noch großen Spaß, Fußball zu spielen."[Foto: Privat]

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Im Alter von 43 Jahren mischt Abdou-Nassirou Ouro-Akpo vom Post SV Oberhausen noch die 9. Liga auf, traf in der Kreisliga B in 24 Partien 57-mal und liegt in der Wertung der "Torjägerkanone für alle" auf Rang zwei. Seine beste Zeit erlebte der Ex-Nationalspieler von Togo bei Rot-Weiß Oberhausen in der 2. Bundesliga. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht der Routinier, der als LKW-Fahrer im Containerdienst tätig ist, über Länderspiele und die Liebe zum Amateurfußball.

FUSSBALL.DE: Als ehemaliger Profi von Rot-Weiß Oberhausen gehen Sie jetzt im hohen Fußballeralter von 43 Jahren in der Kreisliga B für Post SV Oberhausen auf Torejagd. Was macht für Sie den Reiz des Amateurfußballs aus?

Abdou-Nassirou Ouro-Akpo: Es macht mir einfach immer noch großen Spaß, Fußball zu spielen. Um fit zu bleiben, muss ich nicht unbedingt ins Fitnessstudio gehen, sondern kicke lieber mit meinen Freunden.

In dieser Spielzeit sind Ihnen bereits 57 Treffer in 24 Spielen gelungen. Beim jüngsten 6:3 gegen Hibernia Alstaden trafen Sie "nur" einmal. Was war los?

Ouro-Akpo: Hibernia Alstaden ist mein früherer Verein. Daher war es für mich nicht einfach, gegen meine alten Kollegen zu spielen. Ich wurde permanent in Doppeldeckung genommen. Die Jungs kennen meine Spielweise und wissen, wie ich mich bewege. Dennoch habe ich mein Tor gemacht, als sie einmal nicht richtig aufgepasst haben. (lacht)

Sie sind mit 43 Jahren körperlich topfit. Warum können Sie mit den "jungen Wilden" noch so gut mithalten?

Ouro-Akpo: Ich habe immer auf meinen Körper geachtet und mich gesund ernährt. Nach der Arbeit fahre ich sofort nach Hause und mache ein wenig Krafttraining und Liegestütze. Erst danach gehe ich duschen, verzichte auf Waldläufe.

Mussten Sie sich von Ihren Teamkollegen wegen Ihres Alters bereits einige Sprüche in der Kabine anhören?

Ouro-Akpo: Meine Mitspieler sind alle sehr nett zu mir. Klar muss ich mir in meinem Alter Sprüche anhören. Wenn ich die Kabine betrete, werde ich mit "Opa" begrüßt und auch auf dem Platz höre ich das manchmal. (lacht) Im Amateurbereich geht es familiär zu, was mir sehr gut gefällt.

Wie lange werden Sie noch dem Ball hinterherjagen?

Ouro-Akpo: Ich spiele so lange, bis ich nicht mehr geht. Solange ich gesund bleibe, denke ich überhaupt nicht daran aufzuhören.

Bekommen Sie bei Ihrer Torgefährlichkeit noch Angebote von höherklassigen Vereinen?

Ouro-Akpo: Tatsächlich haben einige A-Ligisten bei mir angefragt. Aufgrund meiner Fitness traue ich mir sogar noch die Bezirksliga zu.

Wie sehr macht sich Ihr Alter nach den Spielen bei Ihnen bemerkbar? Benötigen Sie mehr Zeit zur Regeneration?

Ouro-Akpo: Vor Jahren hatte ich nach den Spielen immer extreme Rückenschmerzen. Aus diesem Grund bin ich von der Oberliga in die untersten Amateurligen gewechselt. Dafür zwickt jetzt manchmal das Knie oder ich muss mich mit muskulären Problemen herumschlagen. Nach maximal zwei Tagen ist aber wieder alles in Ordnung.

Sie liegen mit Ihrem Team mit drei Punkten Rückstand auf Tabellenführer DJK Adler Oberhausen auf Rang drei in Lauerstellung. Was ist für Post SV Oberhausen in dieser Saison noch möglich?

Ouro-Akpo: DJK Adler Oberhausen hat ein Spiel mehr absolviert und liegt drei Punkte vor uns. Wenn wir unser Nachholspiel gewinnen, bin ich mir sicher, dass wir sie noch überholen und in die Kreisliga A aufsteigen. Wir haben das Hinspiel am "Grünen Tisch" 0:2 verloren, weil wir einen nicht spielberechtigen Spieler eingesetzt hatten. Im Rückspiel konnten wir uns 4:1 bei DJK durchsetzen. Bei Punktgleichheit entscheidet nicht das Torverhältnis über den Aufstieg, sondern der direkte Vergleich.

Sie haben in Ihrer Laufbahn viele Tore erzielt. Was würde Ihnen ein Gewinn der "Torjägerkanone für alle" bedeuten?

Ouro-Akpo: Wenn ich im Herbst meiner Karriere diese Trophäe gewinnen würde, wäre das großartig und ich würde mich riesig darüber freuen.

Was stimmt Sie zuversichtlich, dass Sie den führenden Batuhan Evren, der in Hamburg für Hellbrock 62 Treffer erzielt hat, im Saisonendspurt noch abzufangen?

Ouro-Akpo: Mein direkter Konkurrent spielt in einer 13er Liga, hat bis zum Saisonende nicht mehr ganz so viele Spiele. Ich werde alles versuchen, um ihn noch einzuholen.

Sie haben vor mehr als 20 Jahren insgesamt zehn Länderspiele für Togo absolviert. Wie gerne denken Sie an diese Zeit zurück und was war Ihr persönliches Highlight?

Ouro-Akpo: Länderspiele sind etwas ganz Besonderes. Das gesamte Land schaut zu und als die Nationalhymne ertönte, habe ich mich wie der Präsident von Togo gefühlt. Mein persönliches Highlight fand aber bei Rot-Weiß Oberhausen statt. Vor dem Spiel gegen den VfL Osnabrück meinte ein Sponsor: Wenn ich zwei Tore schieße, dürfte ich sein Auto fahren. Ich hatte gerade den Führerschein gemacht, zweimal getroffen und durfte das Auto bis zum Saisonende behalten.

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