SpVgg Niedernberg: Ex-Profi Daniel Baier bald in der Kreisliga
Ein Ex-Profi mit 302 Bundesliga-Einsätzen in der Kreisliga Aschaffenburg? FC Augsburg-Rekordspieler Daniel Baier spielt inzwischen für die SpVgg Niedernberg.
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Jubel nach der Pokalüberraschung: Germania Ober-Roden gewinnt gegen den KSV Hessel Kassel und steht im Halbfinale.[Foto: Imago]
Germania Ober-Roden hat ein besonderes Kapitel in seiner Vereinsgeschichte geschrieben. Der Tabellensiebte der Verbandsliga Hessen Süd steht erstmals im Halbfinale um den Hessenpokal. Der Verein aus dem gleichnamigen Stadtteil des rund 29.000 Einwohner großen Ortes Rödermark ist außerdem der erste Sechstligist seit acht Jahren, dem das gelungen ist. Nur noch zwei Siege trennen den Klub vom DFB-Pokal.
"Nach dem Schlusspfiff war uns noch gar nicht klar, was wir damit ausgelöst haben", blickt Trainer Fabian Bäcker im Gespräch mit FUSSBALL.DE auf das 2:1 (0:1) gegen den KSV Hessen Kassel aus der Regionalliga Südwest zurück. "Das Ausmaß wird uns langsam bewusst. Nicht nur auf Social Media gab es sehr viele Reaktionen. Rund um den Verein gibt es auch in der Berichterstattung viel Aufmerksamkeit. Ich wurde sogar bei einem Spaziergang mit meinen Kindern und unserem Hund von Leuten auf das Spiel angesprochen. Das passiert sonst nicht."
Allerdings steht auch nicht in jedem Jahr ein Sechstligist im Halbfinale des Hessenpokals. Zuletzt gelang das dem FC Eddersheim in der Saison 2017/2018. In der Runde der verbliebenen vier Teams war dann gegen den KSV Hessen Kassel Endstation. Germania Ober-Roden setzte sich dagegen im Viertelfinale vor 1.220 Zuschauer*innen an der heimischen Frankfurter Straße gegen den ehemaligen Zweitligisten aus Nordhessen durch.
"Das kann man gar nicht hoch genug bewerten", so der 35-Jährige. "In der Verbandsliga Hessen Süd gehören wir finanziell mit unserem Etat eher zum unteren Drittel. Dennoch kämpfen wir uns Jahr für Jahr durch und sind seit fast zehn Jahren in der Spielklasse etabliert. Mit dem Halbfinale im Hessenpokal haben wir die Messlatte für zukünftige Erfolge hoch gesetzt. Das war möglicherweise eine einmalige Geschichte."
Dabei sah es - zumindest vom Zwischenstand her - zur Pause noch nicht danach aus, als könnte der Germania die große Überraschung gelingen. Kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs hatte Adrian Bravo Sanchez (41.) den Favoriten aus Kassel in Führung gebracht. Den Außenseiter brachte der Rückstand allerdings nicht aus der Ruhe.
"Spontan war mein Gedanke: Es ist alles wie immer", spielt der frühere Profi Fabian Bäcker mit einem Augenzwinkern auf die vorherigen Pokalrunden von Ober-Roden an. Auch gegen Hessenligist SV Hummetroth (5:4 nach Elfmeterschießen), beim Gruppenligisten FG Seckbach (5:2) und gegen den Fünftligisten FC Gießen (6:5 nach Elfmeterschießen) lag die Germania jeweils zunächst hinten. "Daher hatten die Jungs das Vertrauen in sich, erneut zurückkommen zu können. Für uns hatte sich durch das Gegentor auch nicht allzu viel verändert. Wir hätten ohnehin ein Tor benötigt, um gute Chancen auf die nächste Runde zu haben."
Für den zweiten Durchgang hatten sich Fabian Bäcker und sein Trainerstab einige Ideen zurechtgelegt, "falls uns in den ersten zehn, 15 Minuten noch nicht der Ausgleich gelingen sollte. Das hatte sich dann aber ja schnell erledigt". Denn Kapitän Marc Züge (49.) vollendete schon nach kurzer Zeit zum 1:1. "Für mich als Trainer, aber auch für unsere Jungs, war es toll zu sehen, dass unsere Abläufe aus dem Training auch gegen einen Gegner auf diesem Niveau funktionieren. Wir konnten den Gegner - angefangen bei unserem Torhüter Tim Bärwalde - ausspielen."
Mit dem Ausgleich war "ein emotionales Drumherum spürbar. Für die Leute war die Überraschung greifbar". Und sie wurde noch etwas wahrscheinlicher, als Sebastian Marweg (55.) den Ball nach einer Ecke aus kurzer Distanz zur 2:1-Führung für den Außenseiter über die Linie drückte. "Dass es Sebastian war, der das Tor erzielt, ist noch eine Geschichte für sich", freut sich der Ex-Profi für seinen Schützling.
"Sebastian hatte sich 2023 im Kreispokalfinale das Kreuzband gerissen. Völlig beschwerdefrei und belastbar war er erst zur Sommervorbereitung 2025 und hat das halbe Jahr benötigt um sich wieder richtig heran zu kämpfen. Nach einer guten Wintervorbereitung hat er sich - zumal er an der Entstehung des Gegentores beteiligt war - diesen Moment verdient. Das ist Fußball-Romantik pur."
Bäcker und seinem Team wurde dann "von Minute zu Minute klarer", dass der Einzug ins Halbfinale gelingen kann, "wenn nichts mehr Dummes oder eine außergewöhnliche Einzelleistung des Gegners passiert". Entsprechend gelöst war dann auch die Stimmung, als Schiedsrichter Nicklas Rau die Partie abpfiff. "Es war dann ein riesiger Alarm auf dem Feld. Wir haben 750 Vereinsmitglieder, alle Nachwuchsteams und auch viele Familienangehörige waren da." Entsprechend wurde der Erfolg - "auch mit ein wenig Ungläubigkeit" - gefeiert.
Auch für Fabian Bäcker ist der Einzug ins Hessenpokal-Halbfinale "der bislang größte Erfolg" seiner Trainerkarriere. Der im hessischen Rotenburg an der Fulda geborene 35-Jährige steht dabei schon zum zweiten Mal bei der Germania an der Seitenlinie. Mitte Februar 2021 hatte er den Klub kurzzeitig verlassen, "weil bei uns der Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie eingestellt worden war und ich die Möglichkeit hatte, für vier Monate den FC Bayern Alzenau in der Regionalliga Südwest zu betreuen".
Danach zog es ihn aber wieder zurück zur Germania. "Der Verein ist unglaublich familiär. Mit den Werten, die hier vorgelebt werden, kann ich mich extrem identifizieren", so Bäcker. "Auch viele Spieler, die wir extern verpflichtet haben, sagen häufig: So ein Miteinander haben sie noch bei keinem anderen Klub gespürt."
Bäcker selbst hatte seine aktive Laufbahn bei der Germania ausklingen lassen. "Meine Frau Sarah kommt aus Ober-Roden und die Verbindung ihrer Familie zur Germania ist sehr stark. Ich war daher auch schon an vielen freien Wochenende am Sportplatz, bis ich dann selbst für den Verein aufgelaufen bin." Als Profi bleibt für ihn sein erstes Bundesliga-Spiel für Borussia Mönchengladbach "das unübertroffene Highlight", als er gleich bei seinem Debüt im Januar 2010 gegen den VfL Bochum (1:2) einen Treffer erzielen konnte.
Knapp drei Jahre später erlebte er auch mit dem damaligen Drittligisten Kickers Offenbach im DFB-Pokal "großartige Momente. Im Viertelfinale hatten wir den VfL Wolfsburg vor mehr als 20.000 Fans im Stadion am Bieberer Berg am Rande einer Niederlage. 2015 ging es dann erneut bis ins Achtelfinale gegen Borussia Mönchengladbach."
Kommen nun bald auch als Trainer Spiele im DFB-Pokal hinzu? "Das ist noch extrem weit weg - auch wenn die Rechnung mit einem Sieg für die Finalteilnahme und zwei Erfolgen für den DFB-Pokal recht kurz ist. Im Halbfinale haben wir aber noch ein ganz anderes Brett zu bohren." Denn: Mit dem Drittligisten SV Wehen Wiesbaden wartet am Mittwoch, 25. März, ab 19 Uhr der klassenhöchste Teilnehmer des Wettbewerbs.
"Der SVWW wird nichts dem Zufall überlassen", ist sich Fabian Bäcker sicher. "Das Team hatte im Viertelfinale beim FSV Fernwald schon seinen Aha-Moment." Der SV Wehen Wiesbaden lag auswärts beim Hessenligisten zur Halbzeit bereits 0:3 zurück, ehe der Favorit über das Elfmeterschießen doch noch das Halbfinale erreichte. "Aber auch dieses Spiel muss erstmal gespielt werden. Wir freuen uns einfach darauf, dass wir das nächste Highlight genießen können", schwärmt der Germania-Trainer.
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