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Spielt gemeinsam mit seinem Bruder beim SV Bauerbach: Ex-Bundesliga-Profi Sonny Kittel.[Foto: Playmaker Academy/SV Bauerbach]
Dass der SV Bauerbach mit einem Punkt in die Saison 2026/2027 der Gruppenliga Marburg/Gießen gestartet ist, hängt eng mit dem prominentesten Spieler der Vereinsgeschichte zusammen. In der 90. Minute verwandelte der ehemalige Bundesliga-Profi Sonny Kittel einen Foulelfmeter zum 2:2-Endstand gegen die U 23 des SC Waldgirmes.
Mit dem späten Ausgleich brachte der Verein aus dem gleichnamigen Stadtteil von Marburg eine Aufholjagd zu einem positiven Abschluss. Kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs hatte der SV Bauerbach das 0:2 kassiert.
"Das war ein ordentliches Spiel von uns, auch wenn sich das nach einem zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand ein wenig komisch anhört", sagt Spielertrainer Oliver Schmidt im Gespräch mit FUSSBALL.DE. "Waldgirmes wusste, wie man uns bearbeiten kann. Wir haben unsere sehr guten Chancen zunächst nicht genutzt. Wir konnten den Druck aber immer weiter erhöhen und unsere Moral noch mit einem Zähler belohnen."
Auf Sonny Kittel, der bei Eintracht Frankfurt den Sprung in den Profibereich geschafft hatte und inklusive seiner weiteren Stationen beim FC Ingolstadt 04 und beim Hamburger SV insgesamt 220 Einsätze in der Bundesliga absolviert hat, lag bei der Pflichtspielpremiere und auch schon während der Vorbereitung "natürlich ein gewisses Augenmerk", wie es Schmidt formuliert. "Der Gegner achtet darauf, wie man seine Qualitäten einschränken kann. Und unser eigenes Team kann sich an Sonny hoch ziehen."
"Es hat eine besondere Wirkung, wenn ein Ex-Profi über die Dinge spricht, auf die wir im Training und den Spielen Wert legen"
Schon alleine durch seine Profikarriere bringe der 33 Jahre alte Kittel "eine brutale Expertise" mit. Dass sich der offensive Mittelfeldspieler als spielender Co-Trainer auch in einer beratenden Funktion einbringt, "hat sich fast automatisch ergeben", betont der Trainer. "Es hat eine besondere Wirkung, wenn ein Ex-Profi über die Dinge spricht, auf die wir im Training und den Spielen Wert legen. Das stärkt auch die Überzeugung."
Der Name Kittel taucht beim SV Bauerbach sogar noch ein zweites Mal im Kader auf. Sein jüngerer Bruder Sammy (26) hatte sich dem Gruppenligisten schon im Sommer 2025 angeschlossen. Da Sonny zu dieser Zeit nach Auslandsstationen in Polen (Raków Częstochowa), Australien (Western Sydney Wanderers) und der Schweiz (Grasshopper Club Zürich) mit seiner Frau und den drei Kindern in seine Heimatregion nach Buseck - unweit seines Geburtsortes Gießen - zurückgekehrt war, schaute dann auch der langjährige Bundesligaprofi etwa 40 Kilometer weiter nördlich bei sehr vielen Spielen des SV Bauerbach vorbei.
"Dass es mit dem Wechsel zu uns geklappt hat, liegt auch am Wunsch innerhalb der Familie, dass Sonny und Sammy eines Tages auch gemeinsam in einem Team spielen. Vor allem sein Opa hat sich sehr darüber gefreut." Den ehemaligen Profi hat Oliver Schmidt als "sehr bodenständigen und hilfsbereiten Menschen kennengelernt. Sonny ist sehr sozial eingestellt, mit seiner Fußballschule will er zum Beispiel Kindern weiterhelfen."
Unterstützt wird Sonny Kittel bei seiner "Playmaker Academy" auch vom SV Bauerbach. Bei der Durchführung des zurückliegenden Camp in Fernwald-Steinbach, das die Kinder ergänzend zum Training in den Vereinen begleiten und fördern soll, standen neben Sonny und Sammy Kittel auch Felix Litzinger und Noah Link mit auf dem Trainingsplatz.
Beim SV Bauerbach hat sich durch die Verpflichtung von Sonny Kittel das Saisonziel derweil nicht verändert. "Wir wollen um den Aufstieg mitspielen", gibt Spielertrainer Schmidt die Marschrichtung vor. Zwischen 2018/2019 und 2021/2022 war der Klub ein fester Bestandteil des Starterfelds der Verbandsliga Hessen Mitte.
Schon in der abgelaufenen Saison schien der Klub auf einem guten Weg in Richtung Rückkehr, führte die Tabelle der Gruppenliga Gießen/Marburg im März an. Nur noch neun Punkte aus den letzten 13 Spielen ließen den SV Bauerbach aber im Endspurt auf den sechsten Tabellenplatz zurückfallen. "Nach einer witterungsbedingt nicht einfachen Vorbereitung hatten wir im weiteren Verlauf Pech mit einigen Verletzungen", so Schmidt. "Unsere individuelle Qualität konnten wir nicht mehr im gleichen Ausmaß auf den Platz bringen. Auch hat vielleicht dieser eine zusätzliche Schritt gefehlt, den man machen muss, wenn man der Gejagte ist."
Zur neuen Spielzeit wurde der Kader insgesamt verjüngt, "dennoch ist bei uns in jedem Altersbereich etwas dabei", zählt Schmidt, der früher auch in der fünftklassigen Hessenliga gespielt hat, mit 41 Jahren selbst zu den sehr erfahrenen Spielern. Während der ebenfalls schussstarke Sammy Kittel als Sechser oder Achter im Mittelfeld bereits früher in den Spielaufbau eingebunden ist, soll Bruder Sonny als echter Zehner "mit seiner fußballerischen Qualität und seiner Einstellung eine Vorbildfunktion einnehmen". Zumindest beim Debüt hat das schon mal gut funktioniert.
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