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Wie Eriksen |15.11.2021|15:15

Thom: Gleich zweimal vor dem Herztod gerettet

Michael Thom: "Ich habe doch im Leben nicht daran gedacht, dass mir das noch einmal passieren würde."[Foto: privat]

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Diese Bilder haben wohl alle Fußball-Fans noch vor Augen: Im ersten Gruppenspiel bei der EM gegen Finnland bricht Dänemarks Star Christian Eriksen auf dem Platz zusammen. Alle Anwesenden, Spieler, Offizielle, Zuschauer*innen fürchten um das Leben des 29-Jährigen, seine Freundin Sabrina Kvist Jensen ist in Tränen aufgelöst und kann von Simon Kjaer, Kapitän des Europameisters von 1992, nur mit Mühe beruhigt werden.

Eriksen erleidet einen Herzstillstand, er muss von Rettungskräften wiederbelebt werden. Ein absoluter Schockmoment, doch kurze Zeit später gibt der Profi aus dem Krankenhaus Entwarnung, es gehe ihm wieder besser.

Genau diese Geschichte hat ein Hobbykicker aus Oberhausen in den letzten Jahren gleich zweimal erlebt: Michael Thom. Der 54-Jährige kippte zuletzt im Sommer beim lockeren Kick mit Kumpels um. Das war ihm schon einmal passiert, zwei Jahre zuvor. Das Wichtigste: "Mir geht es den Umständen entsprechend wieder gut", berichtet Michael Thom.

Seit Jahren schon treffen sie sich einmal die Woche, immer donnerstags, auf dem Bolzplatz des Mellinghofer TV an der Aktienstraße in Mülheim. Meist sind sie acht Leute, mal ein paar mehr, mal auch weniger, alles Hobbyfußballer oder ehemalige Handballer des Mellinghofer TV, die ebenfalls gerne Fußball spielen. Am 8. August 2019 sind die zumeist älteren Herren wieder am Ball. Plötzlich wird es Michael Thom schwarz vor den Augen, er knallt auf den Boden, eine Mischung aus Asche und Rasen, der inzwischen den halben Platz erobert hat.

"Auf jeder Sportanlage sollte ein Defibrillator zur Verfügung sein, diese Geräte retten Leben"

"Ich hatte einen Herzinfarkt, wurde bewusstlos und mein Herz schlug nicht mehr. Es war ein Riesenglück, dass meine Mitspieler die Situation richtig bewerteten, zwei Kumpels sofort richtig reagiert und mit der Herzdruckmassage begonnen haben, um mich am Leben zu erhalten", erinnert sich der Vater zweier Kinder. Rafael und Rudi heißen die beiden Kollegen, der Erstgenannte gehört zur Truppe, die mit Michael Thom regelmäßig kickt, der andere schiebt nebenan auf dem Boule-Feld mit Gleichgesinnten eine ruhigere Kugel.

Kumpel Rudi war bei der DLRG

Rudi hat Erfahrung mit Notsituationen, er war bei der DLRG, doch als Michael Thom das Bewusstsein verliert, vermutet auch er nicht gleich einen Herzinfarkt, eine akut lebensbedrohliche Situation. Nachdem die beiden keine Vitalfunktionen feststellen können, beginnen sie mit der Reanimation und bewirken mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund Beatmung, dass weiterhin Blut und Sauerstoff durch den Körper fließt.

Im selben Moment rufen andere Anwesende über 112 den Notarzt, und, ganz wichtig, holen den auf der nahen Anlage des Mellinghofer TV vorhandenen Defibrillator. Die Ersthelfer legen das Gerät an, und Rafael und Rudi folgen den Anweisungen, die der "Defi" vorgibt. Dieser erkennt keinen Herzschlag mehr und meldet: Elektroschock auslösen! Die Rettung: Nach dem Schock beginnt das Herz wieder zu schlagen. Michael Thom wird gerettet – am 8. August 2019 zum ersten Mal.

Der Notarztwagen fährt ihn ins Evangelische Krankenhaus Mülheim, die Herzspezialisten setzen dem Patienten dort drei Stents und verordnen Ruhe. Nach einer längeren Auszeit kann der Maschinenschlosser wieder arbeiten gehen und darf auch wieder gemäßigten Sport treiben. "Ich habe doch im Leben nicht daran gedacht, dass mir das noch einmal passieren würde", sagt Michael Thom.

Er ist nicht unvorsichtig, lässt sich regelmäßig medizinisch untersuchen, gerade nach dem Vorfall von vor zwei Jahren. Doch auch die Ärzte geben grünes Licht, dass er wieder Fußball spielen darf. Auf dem Bolzplatz in Mellinghofen geht es schließlich nicht um Punkte, Tore, Meisterschaft, sondern einen gepflegten, ruhigen Kick unter Mit-Fünfzigern. Dann kommt der 29. Juli 2021 – und Michael Thom und seine Mitspieler erleben ein bitteres Déjà-vu.

"Defi" holt 54-Jährigen zurück

Wieder sackt er auf dem Bolzplatz zusammen, will sich noch am Torpfosten festhalten. Als er das Bewusstsein verliert, knallt er mit dem Kopf gegen das Gestänge. So wie das Leben manchmal spielt, sind dieselben Personen anwesend wie schon zwei Jahre zuvor: Rafael auf dem Platz, Rudi nebenan auf dem Boule-Feld.

Routine stellt sich in solch einer Ausnahmesituation zwar nie ein, schließlich kämpft da ein Kumpel gegen den Tod, doch es ist gut, dass gerade diese beiden Männer wieder anwesend sind. Das bewährte Team beginnt gleich mit der Reanimation, die anderen senden wie damals den Notruf ab und sorgen dafür, dass der "Defi" schnell vor Ort ist. Da das Herz wieder nicht schlägt, braucht es abermals zusätzlich die Hilfe der Maschine: eben einen Elektroschock. Auch das Gerät ist exakt dasselbe wie im Sommer 2019.

"Als die Notfall-Sanitäter eingetroffen sind, war ich schon wieder bei Bewusstsein. Ich hatte die Augen offen und war orientiert", erzählt Michael Thom. "Das ist für die Rettungskräfte auch immer wichtig, wenn sie einen Menschen nicht vor Ort im Wagen oder erst im Krankenhaus wiederbeleben müssen."

Dreieinhalb Monate ist das jetzt her. Wie sich herausstellte, sorgte wohl ein verschlossener Stent mit dafür, dass Michael Thoms Herz abermals aus dem Tritt und dann zum Stillstand kam. Nun ist er wieder einigermaßen auf den Beinen, die Genesung soweit fortgeschritten, dass in absehbarer Zeit die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben beginnen kann. Auch moderate Bewegung haben ihm die Ärzte schon wieder erlaubt. "Gymnastik wie Pilates, Rad fahren, das geht alles", hebt Michael Thom an. Aber: "Fußball werde ich nicht mehr spielen. Das ist mir dann doch zu gefährlich."

Mellinghofer TV neuen "Defi" gespendet

Mit seiner außergewöhnlichen Geschichte möchte er keine Aufmerksamkeit heischen, auch seine Lebensretter Rafael und Rudi mögen es nicht, wenn sie als Helden bezeichnet werden. Doch eins ist Michael Thom sehr wichtig: "Auf jeder Sportanlage sollte ein Defibrillator zur Verfügung sein, diese Geräte retten Leben! Man muss sie dann natürlich angstfrei einsetzen." Und wissen, wo der nächste elektronische Schockgeber zu finden ist. Dafür gibt es verschiedene Apps wie "Defikataster", "Rot Kreuz Defi", "Staying Alive" oder "mydefibri".

Seinen AED, das Kürzel steht für Automatisierter externer Defibrillator, hat er nun zu Hause. Der Hersteller schenkte ihm das ausrangierte, außer Funktion gesetzte Gerät älterer Bauweise als Erinnerungsstück. Zusätzlich erhielt er, im Rahmen eines Überlebenden-Programms der Firma, noch zwei neue "Defis", die Michael Thom dem Mellinghofer TV spendet.

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