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Husseins Traum |19.05.2021|20:15

"Vom Finale habe ich nie zu träumen gewagt"

Hussein: "Mein Herz lässt höherschlagen, dass alle Tore regelkonform gefallen sind."[Foto: imago]

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FIFA-Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein befindet sich auf einem Höhepunkt ihrer Karriere. Nach der Wahl zur Schiedsrichterin des Jahres 2020 pfiff die 40-Jährige am vergangenen Wochenende das Champions-League-Finale der Frauen zwischen dem FC Chelsea und dem FC Barcelona. Im FUSSBALL.DE-Interview blickt die Bad Harzburgerin auf diesen großen Tag zurück. Außerdem hat Hussein Tipps für junge Schiedsrichter*innen aus ihrer Anfangszeit und spricht offen über ihre zukünftigen Ziele.

FUSSBALL.DE: Frau Hussein, am Sonntag haben Sie das Champions-League-Finale der Frauen geleitet. Sie selbst bezeichneten diese Ansetzung als einen ihrer "größten sportlichen Erfolge". Wie geht es Ihnen heute, nur wenige Tage nach dieser besonderen Spielleitung?

Dr. Riem Hussein:  Mir geht es sehr gut, danke. Das Finale ist für alle Beteiligten reibungslos verlaufen und die gesamte Crew hatte beim Abpfiff ein breites Lächeln im Gesicht. Wir waren glücklich, dass es nicht einen negativen Moment im Spiel gab. Die Stimmung bei uns war also super!

Wenn Sie den Tag noch einmal Revue passieren lassen, wie haben Sie diesen erlebt?

Hussein:  Nach dem Frühstück ging es los mit dem technischen Meeting - dieses Jahr online und nicht im Stadion. Hier ging es um das Einlaufen, das zum Beispiel etwas komplizierter als normalerweise war, da wir zur gegenüberliegenden Tribüne und somit einmal über den Platz einlaufen mussten. Nach dieser Konferenz ging es mit unserer Teambesprechung weiter. Diese haben wir aufgrund der Vierten Offiziellen aus Ungarn und der fünften Ersatzoffiziellen aus Schweden komplett auf Englisch abgehalten. Um den Kopf frei zu bekommen, haben wir anschließend einen Spaziergang mit unserem obersten UEFA-Schiedsrichterverantwortlichen Roberto Rosetti an der frischen Luft gemacht. Zurück im Hotel standen das Mittagessen und eine Auszeit auf dem Plan. Die Zeit habe ich zum Schlafen genutzt, damit ich zur späten Anstoßzeit hellwach bin.  (lacht)  Dann ging es los Richtung Stadion. Ich habe mich ausgeruht gefühlt und war total entspannt, mit einem guten Gefühl, dass heute nichts schief geht. Innerlich war ich gar nicht aufgeregt, sondern ganz ruhig und positiv angespannt. So vergingen auch die zwei Stunden, die ich vor Spielbeginn im Stadion war, wie im Flug.

Wie haben Sie und Ihr Team sich auf das Endspiel vorbereitet?

Hussein:  Etwa eine Woche vor dem Finale habe ich mich telefonisch mit allen Teamkolleg*innen besprochen. Ins Detail bin ich allerdings nur mit der österreichischen Schiedsrichter-Assistentin Sara Telek gegangen, da diese zum ersten Mal als meine Assistentin von der UEFA nominiert wurde. Katrin Rafalski und ich haben in den letzten Wochen seit der Nominierung tagtäglichen Kontakt gepflegt. Wir fahren national und international regelmäßig gemeinsam raus. Da für mich die Arbeit mit dem VAR nicht alltäglich ist, habe ich mich im Vorfeld dazu mit den beiden Video-Assistenten Bastian Dankert und Christian Dingert ausgetauscht. Ergänzend dazu hatten wir eine  WhatsApp -Gruppe, in der wir organisatorische Inhalte ausgetauscht haben, damit wir uns uniform und als Team in Göteborg präsentieren können. Die detaillierte Spielvorbereitung fand aber im Rahmen des Meetings am Spieltag statt.

Gab es kurz vor dem Spiel eine kleine Ansprache Ihrerseits an das Team?

Hussein:  Ich habe keinen Motivationsspruch aufgesagt  (lacht) , aber es wird schon noch mal richtig in die Hände geklatscht, bevor wir die Kabine verlassen. Wir waren in den Minuten zwischen dem Aufwärmen und dem Anpfiff alle ruhig und in uns gekehrt, da möchte ich dann bevor es raus geht nicht zu viel reden, sodass sich jeder auf sich konzentrieren kann.

Was schießt einem kurz vor dem Anpfiff durch den Kopf, wenn alle schon auf dem Platz stehen und auf Ihren Pfiff warten?

Hussein:  Da bin ich schon voll im Tunnel und bereit, dass es los geht. In der Situation denke ich hauptsächlich an einen reibungslosen Zeitablauf, damit der Anpfiff pünktlich erfolgen kann. Da das erste Tor schon nach 30 Sekunden gefallen ist, waren wir auch direkt im Spiel. In meinem Kopf war deshalb gar kein Platz für unnötige Gedanken. Ich habe direkt losgelegt und war gedanklich sofort an Ort und Stelle.

Sie waren früher selbst Stürmerin. Haben die vier Tore in der ersten Halbzeit auch Ihr Fußballerherz hochschlagen lassen?

Hussein:  Die der Zuschauer*innen auf jeden Fall. Mein Herz lässt eher höherschlagen, dass alle Tore regelkonform gefallen sind, und dass der Strafstoß, den ich gepfiffen habe, auch absolut in Ordnung ging. Der Fußball, den die beiden Teams geboten haben, war toll. Tiefe Pässe, raumfüllend über den gesamten Platz, und schön herausgespielte Tore, sodass das Spiel auch gefühlsmäßig sehr kurzweilig für mich war.

Sie konnten das Erlebte mittlerweile etwas sacken lassen. War das ein Moment, den Sie sich zu Beginn Ihrer Schiedsrichterinnenkarriere hätten ausmalen können?

Hussein:  Nein, weil ich zu Beginn meiner Schiedsrichterinnenkarriere immer den Wunsch hatte, nebenher so lange Fußball spielen zu können, wie nur möglich. Als ich angefangen habe zu pfeifen, war ich auch noch gar nicht so weit, dass ich hätte sagen können: Ich setze alles auf diese Karte. Für mich war das damals mehr ein Hobby. Als es verbindlicher wurde, habe ich schon von einem wichtigen Spiel geträumt. Aber ein Finale? So weit dachte ich nie. Als Schiedsrichterin habe ich davon nie zu träumen gewagt. Ich träume meist nicht von Dingen, die ich selbst nicht für möglich halte. Das ist meine Lebenseinstellung, damit die Enttäuschung am Ende nicht zu groß ist. Das wirkt manchmal vielleicht etwas bescheiden, aber ich bleibe einfach lieber auf dem Teppich.

Wenn Sie an Ihre erste Spielleitung zurückdenken und Ihnen damals jemand gesagt hätte, dass Sie am 16. Mai 2021 das Champions-League-Finale pfeifen, was hätten Sie geantwortet?

Hussein:  Ich hätte gesagt: Wenn das so ist, würde ich mich sehr freuen, allerdings kann ich es mir momentan nicht vorstellen. Und dann hätte ich noch gefragt: Bist du sicher, dass ich dort nicht eher mitspiele?  (lacht)  Nein, Spaß, ich hätte mir beides nie erträumen lassen. Allerdings hat meine damalige Fußballtrainerin Meike Berger zu Beginn meiner Schiedsrichterinnenkarriere tatsächlich gesagt: Du wirst mal eine WM pfeifen. Das konnte ich schon damals nicht glauben, obwohl es Wirklichkeit wurde.

Erinnern Sie sich an Ihre Anfänge als Schiedsrichterin zurück? Wie sahen die aus?

Hussein:  Ich habe den Schiri-Kurs 2001 mit meinem jüngeren Bruder Amir belegt, da war ich 20 Jahre alt. Bei diesem Lehrgang war ich extrem wissbegierig. Ich hatte viele Fragen und wollte alles wissen - jede Eventualität! Aus Spielerinnensicht fand ich es sehr interessant, was all die Regeln hergeben. Der Rollentausch zwischen Spielerin und Schiedsrichterin hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Heute pfeifen, morgen spielen - das war toll. Wenn ich selbst als Spielerin auf dem Platz stand, war ich selten mit den Schiedsrichter*innenleistungen zufrieden, deswegen bin ich auch Schiri geworden. Je mehr ich über die Regeln wusste, desto unzufriedener wurde ich auf dem Platz, und das hat mich geprägt.

Was war Ihr allererstes Spiel, das Sie als Schiedsrichterin gepfiffen haben?

Hussein:  Das war an einem Samstag, ein C-Jugendspiel der Jungs in Wiedelah bei Vienenburg. Mein Papa ist damals mitgekommen und hat mich unterstützt. Ich weiß noch: Ich war superglücklich auf dem Heimweg, weil es mir so großen Spaß gemacht hat, dort zu pfeifen.

Was hat Sie begeistert, beziehungsweise was begeistert Sie noch immer so am Pfeifen?

Hussein:  Ich glaube, über allem steht, dass ich selbst als Spielerin aktiv war und diese Leidenschaft im Blut habe. Wenn man Fußballverständnis hat, merken das alle. Spieler*innen und Trainer*innen haben gemerkt, dass ich dieses Talent mitbringe. Dabei hat mir auch meine Persönlichkeit geholfen. Ich bin kommunikativ, suche den Austausch, schrecke in brenzligen Situationen nicht zurück und habe nicht nur mit Karten um mich geschmissen. Aber auch die Förderung der ehemaligen FIFA-Schiedsrichterin Antje Witteweg war wegweisend. Sie hat mich bei einem Spiel gesehen, mich für talentiert gehalten und mich seither bedingungslos unterstützt. Antje hat mich in ihrer Zeit in der Frauen-Bundesliga als Assistentin mitgenommen, wodurch ich hochklassige Luft schnuppern konnte. Später ist Antje dann als Assistentin bei mir an der Linie mitgefahren, als ich 2005/2006 in die 2. Frauen-Bundesliga aufgestiegen bin. Zuvor war sie selbst FIFA-Schiedsrichterin und beendete ihre langjährige Karriere dann als meine Assistentin. Das kann ich ihr niemals hoch genug anrechnen. Antje hat mir stets in der Halbzeitpause Input gegeben, den ich danach umsetzen konnte. Ich hatte durch sie ein tolles Finetuning, vor allem was meine Körpersprache und das Präsentieren von Entscheidungen angeht.

Was hat Sie zu Beginn Ihrer Schiedsrichterinnenkarriere trotz Rückschlägen immer dazu bewegt, weiter zu machen? Haben Sie einen Tipp für junge Schiedsrichter*innen?

Hussein:  Dass es okay ist, Fehler zu machen, wenn man seine Leistung nach jeder Spielleitung kritisch hinterfragt. Das schönste als Schiri ist es, wenn die Teams einen hinterher fragen, ob man sie nicht häufiger pfeifen kann oder davor zu hören bekommt, wie schön es ist, dass man wieder hier ist. Das hat mich in meiner Anfangszeit so gestärkt und gefreut. Dass meine Art der Spielleitung ankommt und sich Spieler*innen und Trainer*innen es sich so wünschen, das hat mich unheimlich stolz gemacht. Wenn das aber mal nicht so ist, ist das keinesfalls der Moment aufzuhören. Sondern viel mehr der Moment zu hinterfragen, was in diesem Spiel nicht so gut gelaufen ist, wie in den Spielen zuvor. Für solche Rückschläge muss man offen sein, schließlich sind sie dazu da, sich selbst zu hinterfragen und besser zu machen: Ist vielleicht die Leichtigkeit verloren gegangen? Ist man in einer bestimmten Situation zu lax oder zu streng gewesen? Ist man mit den Spieler*innen anders umgegangen als zuvor? Ich persönlich habe mich an so etwas immer orientiert. Solche Reflektionen sind wichtig, denn nur so wird man besser.

Nach dem Spiel am Sonntag, was steht die kommenden Wochen bei Ihnen an?

Hussein:  Ich lasse erstmal alles sacken. Das emotionale Hoch ist natürlich noch vorhanden. Ich werde auch jetzt noch angesprochen, beglückwünscht und bekomme viel Zuspruch für meine Leistung im Finale. Das liegt natürlich auch daran, dass wir unsere Arbeit offensichtlich gut gemacht haben. Da ich mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Saisoneinsatz mehr haben werde, kann ich nun ein paar Tage dosierter trainieren, um dann in circa zwei Wochen wieder voll in die Saisonvorbereitung einzusteigen. Im Juli steht dann der Saisonvorbereitungskurs der Elite-Schiedsrichter an, da möchte ich topfit sein.

Lassen sich denn jetzt schon die nächsten sportlichen Ziele ins Auge fassen? Und wenn ja, welche sind das?

Hussein:  Ich möchte nächste Saison unbedingt wieder Spiele in der 3. Liga leiten. International ist mein Ziel die Frauen-Europameisterschaft in England 2022. Und im Jahr darauf steht ja auch schon die nächste Weltmeisterschaft an - auch darauf arbeite ich hin. Das wäre grandios und darüber würde ich mich unheimlich freuen!

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