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"Ich denke noch lange nicht ans Aufhören": Sarah Schatton vom FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh.[Foto: imago]
Mit 22 Toren führt Sarah Schatton vom FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh die Torjägerinnenliste in der Berlin-Liga an. Die 38-Jährige, die schon 2025 die Torjägerkanone für alle in der 4. Liga mit sensationellen 79 Treffern gewonnen hatte, mischt auch in dieser Spielzeit oben mit und liegt acht Tore hinter Ex-Nationalspielerin Mandy Islacker, die für den FC Schalke 04 bislang 30-mal erfolgreich war.
Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Sarah Schatton, die ihren Lebensunterhalt als medizinische Fachangestellte verdient, über die Torjägerkanone, die Saisonziele und die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz.
FUSSBALL.DE: Am zurückliegenden Wochenende mussten Sie und Ihr Team kurzfristig eine Zwangspause einlegen. Was ist passiert, Frau Schatton?
Sarah Schatton: Der SV Blau-Gelb Berlin ist nicht angetreten, was uns alle im Team geärgert hat. Man will als Fußballerin schließlich immer spielen. Die Partie wurde für uns gewertet, viel lieber hätten wir aber auf dem Platz die drei Punkte geholt.
Ihre Mannschaft ist noch unbesiegt, liegt hinter Tabellenführer Viktoria Berlin III auf dem zweiten Platz. Was kann man von Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh noch erwarten?
Schatton: Ich gehe bis zum Schluss von einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Wir haben im Hinspiel 2:2 gegen Viktoria Berlin III gespielt. Mir ist damals der frühe Führungstreffer gelungen. Leider konnten wir den Vorsprung nicht über die Zeit bringen. Im Rückspiel wird voraussichtlich die Entscheidung über die Meisterschaft fallen.
Mit 22 Treffern nach nur neun Einsätzen belegen Sie in der Wertung zur Torjägerkanone für alle aktuell den dritten Platz. Wie viele Tore haben Sie sich in dieser Spielzeit noch vorgenommen?
Schatton: Wenn alles perfekt läuft, traue ich mir bis zum Saisonende 35 Tore zu.
"Der Gewinn der Torjägerkanone war super, ich habe aber keinerlei Ambitionen, die Trophäe noch einmal zu holen"
Warum so bescheiden? In der vergangenen Saison hatten Sie immerhin mit 79 Treffern die Torjägerkanone gewonnen!
Schatton: Der Gewinn der Torjägerkanone war super. Ich habe aber keinerlei Ambitionen, die Trophäe noch einmal zu holen. Vor der Saison habe ich mich darauf festgelegt, mehr als Torvorbereiterin in Erscheinung zu treten. Das macht mir genauso großen Spaß. Tatsächlich gab es viele Situationen, in denen ich besser selbst hätte schießen sollen. (lacht)
Gemeinsam mit den anderen Gewinner*innen wurde Ihnen die Torjägerkanone im Rahmen eines Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft überreicht. Welche Erinnerungen verbinden Sie damit und wo haben Sie die Trophäe aufgestellt?
Schatton: Es war ein sensationelles Erlebnis, das 6:0 des DFB-Teams gegen die Slowakei in Leipzig hautnah mitzuerleben. Weltmeister Per Mertesacker, den ich vorher nur aus dem Fernsehen kannte, war super freundlich. Im VIP-Raum habe ich viele prominente Persönlichkeiten getroffen, anschließen haben wir uns das Spiel von der Tribüne angeschaut. Die Torjägerkanone habe ich bei uns in der Kabine aufgestellt, weil der Gewinn aus meiner Sicht ein Verdienst der gesamten Mannschaft war.
Sie wurden anschließend sogar ins "Aktuelle Sportstudio" des ZDF eingeladen, durften an der Torwand gegen den Kölner Trainer Lukas Kwasniok antreten. Wie fühlte sich das an?
Schatton: Auch das werde ich ganz sicher so schnell nicht vergessen. Der Blick auch hinter die Kulissen war spannend. Dass ich dann auch noch drei Treffer an der Torwand lande, daran habe ich im Traum nicht gedacht.
"Ich halte es für unrealistisch, dass ich Mandy Islacker noch überholen könnte"
Noch nie hat eine Spielerin die Torjägerkanone zweimal in Folge gewonnen. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass Sie die führende Mandy Islacker noch abfangen können?
Schatton: Um ehrlich zu sein, halte ich es für unrealistisch, dass ich Mandy Islacker noch überholen könnte. Viel mehr drücke ich Sanna El-Agha von Türkiyemspor Berlin die Daumen, dass sie sich in der 5. Liga zum zweiten Mal in Folge die Kanone sichert. Ich habe Sanna bei der Torjägerehrung in Leipzig kennengelernt und mich sofort gut mit ihr verstanden.
In der Saison 2010/2011 haben Sie für den 1. FC Saarbrücken in der Frauen-Bundesliga gespielt, standen Mandy Islacker sogar im direkten Duell gegenüber. Wie gerne blicken Sie auf diese Zeit zurück?
Schatton: Nicht ganz so gerne, weil wir damals beim MSV Duisburg 0:5 verloren hatten. Damals schnürte Alexandra Popp einen Dreierpack und Mandy Islacker, die einen sehr starken linken Fuß hat, trug sich ebenfalls in die Torschützenliste ein.
Mit 38 Jahren befinden Sie sich im Spätherbst Ihrer Karriere. Wie lange werden Sie dem Ball noch hinterherjagen?
Schatton: Solange ich mich gut fühle, denke ich überhaupt nicht ans Aufhören. Ich liebe den Fußball. Auch mein neunjähriger Sohn Leonard ist bereits mit dem Fußballervirus infiziert. (lacht) Gerne würde ich noch einmal mit meinem Bruder Marcus zusammenspielen, der beim 1. FC Union Berlin in der Ü 40 kickt. In Berlin dürfen Frauen ab 40 Jahren mit Männern in einer Mannschaft spielen. Wenn wir beide bis dahin verletzungsfrei bleiben und ich mit ihm in der Ü 40 spielen könnte, wäre das noch mal eine geile Sache.
Während Ihrer Laufbahn haben Sie auch beim 1. FFC Frankfurt mit der dreimaligen FIFA-Weltfußballerin Birgit Prinz in einer Mannschaft gespielt. Was haben Sie sich von Ihr abschauen können?
Schatton: Birgit hatte ein unglaubliches Durchsetzungsvermögen, war auch mental sehr stark. Sie hat schon damals immer versucht, das an ihre Mitspielerinnen weiterzugeben. Sie war auch kopfballstark und beidfüßig, beide Fähigkeiten habe ich im Laufe meiner Karriere verbessern können. Birgit hat mir im Training viele Dinge gezeigt, von denen ich später profitieren konnte.
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