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Niklas Castelle mit Hattrick / Beide Joker stechen nach der Pause Mit einem 2:5-Auswärtsieg erfüllte der VfL Senden seine Pflichtaufgabe im Kreispokal - wenn auch nicht mit voller Souveränität im ersten Spielabschnitt – am Ende völlig verdient.
„Auch wenn wir einige Umstellungen vorgenommen haben, erwarte ich von allen elf Spielern vollen Einsatz – gerade von denen, die um Start-Elf-Plätze kämpfen. Da war in der ersten Halbzeit noch viel Luft nach oben“, äußerte sich Trainer Christian Arends.
Mit Veränderungen auf fünf Positionen (im Vergleich zum Spiel in Beckum) gingen die Gäste in die Partie auf dem guten Rasenplatz in Mecklenbeck. Bereits nach drei Minuten hätte es zum ersten Mal klingeln können, als Tim Castelle seinen Gegenspieler im Strafraum so unter Druck setzte, dass dieser den Ball auf das eigene Tor brachte und von Schlussmann Marten Eickmeyer an den Pfosten gelenkt wurde. Doch wer nun eine völlig einseitige Partie zu Gunsten des Bezirksligisten erwartete, wurde von der VfL-Defensive eines besseren belehrt. In der 11. Spielminute setzte sich Benedikt Schulte-Suedhoff auf der linken Seite ohne große Mühen durch und scheiterte aus 13 Metern nur noch an Torwart Nico Rieger. Auf der Gegenseite setzte sich ein ums andere Mal Zauberfuß Niklas Castelle durch, verfehlte aber in der 14. Spielminute den rechten Pfosten und schoss aus 16 Metern flach ins Toraus. Drei Minuten später konnte ebenjener Castelle nur mit einem Foulspiel 25 Meter vor dem Tor zum Stoppen gebracht werden. Den fälligen Freistoß setzte der Gefoulte knapp neben den rechten Winkel.
Es sollte bis zur 27. Minute dauern, eher die Partie ihren ersten Treffer zu sehen bekam. Tim Castelle eroberte mit geschicktem Zweikampfverhalten den Ball im Spielaufbau an der Mittellinie und schaltete blitzschnell um. Sein erstes Zuspiel gab N. Castelle direkt zurück, Tim wiederum spielte den Ball elegant am heraneilenden Gegenspieler mit der Hacke vorbei und setzte seinen Bruder 25 Meter vor dem Tor in Szene. Sein trockener Flachschuss ins linke Eck war für Eickmeyer zu platziert – mit den Fingerspitzen lenkte der Keeper das Leder noch an den Innenpfosten, von wo der Ball über die Linie rollte. Auf der Gegenseite machten vor allem Schulte-Suedhoff und Kenan Duman viel Druck nach vorne. Die kontinuierliche Offensiv-Arbeit der Münsteraner sollte sich in der 37. Minute bezahlt machen. Wieder kam Schulte-Suedhoff über die linke Seite und wurde nahezu bis in den Strafraum begleitet. Sein flacher Schuss ins lange Eck striff noch Riegers Finger, landete aber ohne weitere Umwege direkt im Netz – 1:1. Der Ausgleich sollte jedoch nicht lange bestehen: Erneut war es N. Castelle, der, nach Zuspiel von Lennart Joost, mit einem starken Solo gleich vier Wacker-Verteidiger aussteigen ließ und aus 14 Metern überlegen zur erneuten Führung einnetzte (39.). Scheinbar waren jedoch die Steverstädter noch so mit dem Torjubel beschäftigt, dass Wacker diese Unkonzentriertheit ausnutzen konnte und Duman zentral völlig frei bedient werden konnte. Das Laufduell verlor Marc Wehmeyer, beobachtet von allen Mitspielern, sodass der Stürmer den Ball an dem herauslaufenden Rieger vorbeischieben konnte (40.). Obwohl sich alle bereits einig waren, mit dem Unentschieden in die Pause zugehen, wollte N. Castelle noch einmal ein Ausrufezeichen setzen: Marvin Suttrup kann, trotz Foulspiel, den Ball auf N. Castelle zurücklegen. Der Schiedsrichter entschied korrekt auf Vorteil, den der quirlige Flügelläufer optimal umsetzt und allen Gegenspielern davon läuft. Aus kurzer Distanz schiebt er das Spielgerät mit dem linken Fuß platziert an den rechten Innenpfosten zum 2:3 (45.)
Alles besser machen wollte der VfL in den zweiten 45 Minuten und setzte diese Vorgabe auch prompt um. Nur drei Minuten waren gespielt, da brannte es im lila-weißen Strafraum lichterloh: Nils Hörling spielte einen langen Ball mustergültig in den Fuß vom eingewechselten Fabian Ermann (46. für Otten). Dieser setzte sich an der Torlinie durch und bediente mit viel Übersicht den einlaufenden Max Leisgang (46. für Ollenborger). Sein strammer Schuss schlug im kurzen Eck ein – 2:4. Mecklenbeck steckte jedoch nicht auf und antwortete umgehend: Schulte-Suedhoff bekam, nach einigen abenteuerlichen Abwehrversuchen der Sendener, den Ball zwölf Meter zentral vor dem Tor und zimmerte diesen über den Querbalken (50.). Fünf Minuten später hätte N. Castelle die Führung weiter ausbauen können, sein Schuss aus gut 20 Metern verfehlte den rechten Winkel nur um wenige Zentimeter. T. Castelle beschied zwei Minuten später, dass es Zeit wurde, alte Sprintrekorde an der Egelshove zu brechen und setzte sich auf der linken Außenbahn gekonnt durch. Fast von der Torlinie bediente er Ermann im Rückraum, der, nach einigen Annahmeschwierigkeiten, das Leder doch noch über die Torlinie drücken konnte (57.). Trotz der fünf Treffer schienen die Gäste noch nicht genug zu haben. Eine Minute nach dem letzten Treffer setzte sich N. Castelle im Strafraum mit einer Körpertäuschung durch und schoss Eickmeyer aus kurzer Distanz ab. Der Ball prallte nach oben weg und landete gar zwei Mal – fast reglos beobachtet von allen weiteren Spielern – zwei Mal auf der Latte und konnte anschließend geklärt werden.
Die Hausherren taten jetzt nur noch das Nötigste und auch die Sendener sparten ihre Kräfte für das kommende Ligaspiel ein wenig ein. Dennoch lauerte Edgar Mangel in der 67. Minute an der Mittellinie und eroberte den Ball. Einen starken Lauf beendete er mit einem Abschluss aus 17 Metern an den rechten Pfosten, von wo Christoph Heineke den Ball klären konnte. Im Gegenzug brillierte auf der anderen Seite noch einmal T. Castelle, als er zwei Gegenspieler aussteigen ließ und Leisgang zehn Meter vor der Grundlinie bediente. Aus guter Position schoss dieser jedoch deutlich über den Querbalken, sodass der Vergleich mit 2:5 endete.
In der nächsten Runde gastiert Senden beim A-Ligisten und letztjährigem Vize-Meister, TuS Hiltrup.
Mannschaft VfL Senden: Rieger – Wehmeyer, Bloser, Heineke, Ermann, Hörling, Zimmermann – Joost, N. Castelle, Ollenborger, T. Castelle, Otten, Leisgang, Auth – Suttrup.
Tore: 0:1 N. Castelle (27.), 1:1 Schule-Suedhoff (37.), 1:2 N. Castelle (39.), 2:2 Duman (40.), 2:3 N. Castelle (45.), 2:4 Leisgang (48.), 2:5 Ermann (57.)
Beste Spieler: N. Castelle, T. Castelle / Benedikt Schulte-Suedhoff