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Ernüchternder Abend für den neu formierten VfB. Ausgerechnet im kleinen Landesderby bei der U23 von Holstein Kiel zeigte unsere Mannschaft am Mittwochabend die bislang schwächste Saisonleistung und verlor die Partie am Ende auch verdient mit 0:1 (0:0).
VfB-Trainer Lukas Pfeiffer hatte mit dem angekündigten Wechsel im Tor, wo der Ex-Kieler Julius Schmid für Eric Gründemann begann, und der Veränderung im Sturmzentrum (Cemal Sezer für Malek Fakhro) zwei neue Akteure im Vergleich zur 1:2-Niederlage in Flensburg aufgestellt. Die Gastgeber waren in der gleichen Besetzung wie am Wochenende bei Phönix angetreten – und hatten mit Ausnahme des dritten Keepers Timon Weiner und Noah Awuku keine Akteure aus dem Profikader dabei.
Die Partie, in den ersten Minuten in Rauchschwaden aus dem Kieler Fanblock gehüllt, bot vor der Pause nur wenige Höhepunkte. Die Anfangsphase verlief ausgeglichen. Zwar hatte Holstein bei einem Konter durch Laurynas Kulikas den Ansatz einer guten Möglichkeit, doch Schmid war aufmerksam (6.). Auf der Gegenseite hatte der VfB anfangs ähnlich viele Spielanteile, aber kaum Torabschlüsse. Der gefährlichste war noch ein Schuss von Mateusz Ciapa, der links am Tor vorbei strich (10.). Ab etwa Mitte der ersten Hälfte wurden die Kieler mutiger und übernahmen etwas mehr das Kommando. Für die beiden echten Torchancen waren aber Nachlässigkeiten in der VfB-Deckung notwendig. Erst provozierte der Kieler Manuel Schwenk einen Pressschlag, der bei Noah Awuku landete – doch dessen Schuss strich knapp rechts am Tor vorbei (25.). Dann unterschätzten gleich mehrere VfB-Akteure eine halbhohe Hereingabe, in die Kulikas seinen Kopf steckte und den Ball an überraschten Lübeckern vorbei an den Pfosten bugsierte. Den Nachschuss setzte Awuku ans Außennetz (44.).
In der Pause wechselte VfB-Trainer Pfeiffer doppelt und stellte gleichzeitig das System auf ein 3-5-2 um. Die Mannschaft war fortan auch etwas besser in der Partie, gewann mehr Spielanteile. Allerdings waren herausgespielte Möglichkeiten auch im zweiten Abschnitt Mangelware. Besonders bitter, dass in dieser Phase auch noch ein unglückliches Gegentor fiel. Den Schuss aus Linksaußenposition von Schwenk wehrte Schmid ab, doch vom Fuß des zur Rettung herbeieilenden Tommy Grupe prallte die Kugel zum 1:0 über die Linie (56.). Nach einer Gueye-Flanke hatte auch Kulikas noch eine Möglichkeit für die Gastgeber (62.). In der Schlussphase nahm der VfB-Druck dann zu. Zwar gelang es weiterhin nicht, im Kieler Strafraum auch spielerische Akzente zu setzen. Dafür waren nun zumindest gelegentlich die bis dahin ebenfalls schlechten Standardsituationen gefährlicher. So hatte Aron Andreasson nach Eckbällen zwei Kopfballgelegenheiten, Malek Fakhro kam nach einem Einwurf zum Abschluss. In der Nachspielzeit rettete zudem Juan Carrera nach einer Krolikowski-Flanke vor dem inzwischen in die Spitze gerückten Grupe. Wirklich zwingend war der VfB jedoch zu selten – und da gleichzeitig die Kieler Konter in der Schlussphase gefährlich waren, fiel der Sieg der KSV am Ende verdient aus. In einer hektischen Endphase mit insgesamt achtminütiger Nachspielzeit verhinderte Schmid gegen Kulikas (90., 90./+3) und Kasra Ghawilu (90./+6) sogar noch eine vorzeitige Entscheidung.
Pfeiffer war entsprechend bedient: „Wir haben uns viel vorgenommen, weil wir wussten, was dieses Spiel für den Verein und gerade auch die Fans bedeutet. Aber es war leider unsere schlechteste Leistung in dieser Saison, und das ausgerechnet hier. Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit kein gutes Spiel gemacht. Nach der Pause waren wir mit den Umstellungen besser im Spiel. Leider bekommen wir gerade in der Phase, als wir besser ins Spiel kamen, das Gegentor. Wir erspielen uns zu wenig Torchancen und waren auch bei Standards heute nicht gut. Wir wussten, dass es bei der jungen Mannschaft Leistungsschwankungen geben wird. Dass das ausgerechnet heute so passiert, ist natürlich sehr enttäuschend. Wir werden jetzt die Zeit bis zum nächsten Punktspiel nutzen, um das zu verarbeiten und gestärkt daraus hervorzugehen.“
Holstein Kiel II: Weiner – Ndure, Carrera, Koulis, Stöcker, Gueye – Awuku (69. König), Voß (83. Siedschlag), Wolf, Schwenk (78. Ghawilu) – Kulikas.
VfB Lübeck: Schmid – Daube (82. Krolikowski), Grupe, Brackelmann, Lippegaus (46. Andreasson) – Ciapa, Schmitt – Taritas (46. Fakhro), Boland, Abifade – Sezer (77. Uzun).
SR: Luca Jürgensen (Eintracht Norderstedt).
Zuschauer: 1.090.
Tor: 1:0 Grupe (56., Eigentor).
Gelbe Karten: Weiner, Kulikas, Ghawilu – Abifade, Boland.