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Wenn zum Abschluss des Fußballjahres 2021 am heutigen Freitag (19 Uhr) das „kleine Landesderby“ auf dem Programm steht, gastiert auf der Lohmühle überraschend der aktuelle Spitzenreiter der Nord-Staffel der Regionalliga Nord.
Die „Jungstörche“ von Holstein Kiel II sind aktuell überraschend ganz vorn und haben das Erreichen der Meisterrunde als einzige Mannschaft auch theoretisch bereits sicher. Das Hinspiel in Kiel verlor unsere Mannschaft nach einer schwachen Leistung mit 0:1, wobei der Gegentreffer aus einem Eigentor entsprang.
Angeführt wird die Kieler U23 von drei Routiniers, angefangen bei Tim Siedschlag (33), der in der Saison 2010/11 für den VfB spielte (36 Pflichtspiele, 6 Tore), über Torjäger Laurynas Kulikas (27) bis hin zu Neuzugang Manuel Schwenk (29), den viele noch besser unter seinem Geburtsnamen Janzer kennen. Er kehrte im Sommer aus Braunschweig zur KSV Holstein zurück, für die er bereits jahrelang in der 3. Liga und 2. Bundesliga aufgelaufen war.
Insgesamt war im Sommer – wie bei einer U23 nicht unüblich – ordentlich Bewegung im Team der Blau-Weiß-Roten. Vier Akteure, darunter mit Torhüter Noah Oberbeck der Enkel der vor kurzem verstorbenen VfB-Legende Rolf Oberbeck, rückten aus der U19-Bundesliga-Mannschaft der Kieler in die Regionalliga auf. Mit Lucas Wolf, der im vergangenen Jahr als Leihspieler beim VfB zu einigen Drittliga-Einsätzen kam, hat ein weiterer Spieler ebenfalls eine Lohmühlen-Vergangenheit. Mit Nico Mai (1. FC Magdeburg), Michel Stöcker (Fortuna Düsseldorf II), Kasra Ghawilu (1. FC Köln II), Jan Wansiedler (Heider SV) und Dean Hinterstoisser (RB Leipzig U19) gab es weitere externe Neuzugänge, verbunden mit der Hoffnung, nicht wie im vergangenen Jahr im unteren Drittel der Nord-Staffel zu landen.
Der Auftakt in die Saison verlief für die Kieler durchwachsen. Nach einem 1:0-Heimsieg gegen Altona 93 ging die zweite Partie überraschend beim Heider SV mit 1:2 verloren. Anschließend verlor Holstein II auch, allerdings sehr unglücklich, daheim mit 2:3 gegen den SC Weiche Flensburg 08. Seit diesem 22. August sind die Kieler allerdings ungeschlagen. Neun Siege und fünf Unentschieden stehen seitdem zu Buche, darunter das 1:0 gegen den VfB im Hinspiel. Zuletzt allerdings entführte mit dem FC St. Pauli II zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder ein Team aus der unteren Tabellenhälfte mit einem 0:0 einen Zähler aus Kiel. Insgesamt hatten die Kieler – nicht untypisch für eine U23 – mit kampfstarken, gut organisierten Gegnern mehr Probleme als mit spielerisch guten Kontrahenten. Am vergangenen Wochenende fiel die Partie beim FC Eintracht Norderstedt, gegen den die Kieler im Hinspiel 4:4 gespielt hatten, aus Witterungsgründen aus. Phillip König (7 Tore) und Laurynas Kulikas (6 Treffer) sind aktuell die besten Torschützen der Holstein-Elf.
Trainer des Holstein-Nachwuchses ist seit der vergangenen Saison Sebastian Gunkel. Mit dem 46-Jährigen, der bereits in einigen Nachwuchsleistungszentren etablierter Profivereine arbeitete, ging die Entwicklung vor allem in dieser Saison deutlich voran. Die Grundordnung in einer 3-4-3-Formation ist dem Team in Fleisch und Blut übergangen, die Abläufe sind für eine U23 sehr gut eingespielt, und aus diesen Automatismen heraus bekommen die „Jungstörche“ meist spielerische Dominanz auf den Rasen. Zu erwarten ist durchaus, dass die Kieler auch hier in Lübeck zumindest phasenweise viel Ballbesitz haben werden.
Die Stärke der Mannschaft ist dabei nicht auf regelmäßige Unterstützung der Profis zurückzuführen. Aus der Zweitliga-Mannschaft kamen regelmäßig nur der dritte Keeper Timon Weiner, das aktuell verletzte Eigengewächs Noah Awuku und der im Sommer endgültig aus der A-Jugend aufgerückte Jonas Sterner im U23-Team zum Zug. Darüber hinaus hatten einzig Mittelfeldspieler Marcel Benger und der inzwischen zu Drittligist Eintracht Braunschweig abgegebene Lion Lauberbach je einen Einsatz. Auf der anderen Seite verzeichneten die U23-Akteure Dominique Ndure und Nico Carrera zuletzt auch schon Kader-Berufungen in der 2. Bundesliga. Der US-amerikanische Verteidiger Carrera gehörte dabei auch in der Vorwoche beim Kieler 2:2 gegen Sandhausen zum Kader der „Störche“.