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Erst in der Nachspielzeit verhinderte der FC Insel Usedom gegen den Tabellenletzten SV Kandelin die zweite Heimniederlage. Die Kandeliner traten, trotz erst eines mickrigen Zählers auf dem Konto, erstaunlich selbstbewusst auf und verdienten sich das Unentschieden redlich. Der Gastgeber agierte oft zu hektisch, Licht und Schatten wechselten sich ab und Chancen wurden teils überhastet vergeben
Anscheinend hatten sich die Usedomer diese Aufgabe gegen das Tabellenschlusslicht leichter vorgestellt. Am Ende musste man froh sein, noch einen Punkt erkämpft zu haben. Kandelin begann sehr forsch, spritzig, laufstark, aggressiv und bestimmte die Anfangsviertelstunde recht klar. Ein gefährlicher Schuss (3.) senkte sich auf das Tornetz, der nächste ging knapp vorbei (7.). Der Gastgeber staunte nicht schlecht, kam kaum zu geordneten Angriffen. Ein toller Distanzschuss (19.) von Aleks Postkart, den der überragende Kandeliner Keeper Rene` Bahls mit Mühe entschärfte, war das erste Offensivzeichen. Es folgte Sebastian Kwiatkowskis tolle Direktabnahme (25.), die knapp am Tor vorbeizischte. Kurz darauf zeigte der Kandeliner Ole Rabe ein technisches Kabinettstückchen. Mit dem Rücken zum Usedomer Tor nahm er einen Ball an und schoss aus der Drehung nur haarscharf am Kasten vorbei. Das wäre ein Tor wert gewesen und forderte auch den Beifall der Bansiner Zuschauer heraus. Das Heimteam hatte sich jetzt aber besser auf den Gegner eingestellt. Ein sehenswerter, schneller Konter wurde vom Torwart Bahls in höchster Not vor dem einschussbereiten Kwiatkowski geklärt. Bis zur Pause hatte der FCU durch Dennis Zimmermann und Kwiatkowski, der erneut an Bahls scheiterte, die besseren Chancen. Nach dem Seitentausch blieb Usedom weiter am Drücker. Zweimal verpasste Usedoms bester Mann, Kwiatkowski, das längst verdiente Führungstor nur knapp. Dann vergab Pawel Wozny eine Großchance aus Nahdistanz, doch Teufelskerl Bahls hatte seine Hände im Spiel und lenkte den Ball noch an die Latte (53.). Das Gästeteam stand stark unter Druck und überstand eine weitere Turbulenz im eigenen Strafraum mit Glück. In der 60. und 61. Minute schien das 1:0 aber fällig zu sein, doch auch Philipp Rüh und Kornel Pflantz konnten Bahls nicht überwinden. Kandelin wehrte sich bis zur Erschöpfung, kassierte insgesamt fünf gelbe Karten, doch nur einmal war diese, nach einem Foul von Rabe, "dunkelgelb". Als Tom Hatzenbühler, sehr abseitsverdächtig, auf der rechten Flanke freien Raum hatte, fand sein präzises Zuspiel (67.) seinen Abnehmer bei Tom Retelsdorf, der keine Mühe beim Versenken hatte. An diesem Schock hatte das Team von Hagen Reeck einige Minuten zu kauen, ehe wieder Kwiatkowski in Bahls seinen Meister fand (76.). Die Zeit verrann, ohne dass die Kandeliner Abwehr den Überblick verlor. In der 90.Minute zog der starke Mateusz Marynowski von der Strafraumgrenze ab, doch auch hier war Bahls zur Stelle. Die Bansiner Anhänger schienen sich schon mit der Niederlage abgefunden zu haben, da flankte Kwiatkowski nocheinmal in den 16er und Dawid Trafalski bugsierte den Ball zum hochverdienten Ausgleich über die Torlinie. Der Torschütze hätte fast mit dem Abpfiff sogar noch das Siegtor machen können, doch das wäre des Glücks zu viel gewesen. Die Kandeliner um Trainer Dirk Pollin waren zunächst enttäuscht wegen des späten Ausgleichs, durften sich aber auch über einen schwer erkämpften Punkt freuen. In dieser Verfassung werden sie die Abstiegsplätze bald verlassen.