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Trotz deutlicher Feldüberlegenheit und zahlreicher hochkarätiger Chancen hat es der Chemnitzer FC erneut verpasst, einen Sieg in der Regionalliga Nordost einzufahren. Gegen den Aufsteiger Hertha Zehlendorf stand am Ende ein 0:0, das sich für die Sachsen wie eine Niederlage anfühlen muss.
Der Chemnitzer FC nahm von Beginn an das Heft des Handelns in die Hand. Besonders über die Außenbahnen versuchten die Gastgeber immer wieder, gefährliche Angriffe zu initiieren. Bereits nach sieben Minuten hatte Rücker die erste dicke Chance, als er eine scharfe Hereingabe von Mergel nur knapp per Kopf verpasste. Chemnitz blieb in der Folge das aktivere Team, aber wie so oft in dieser Saison fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss.
Die Berliner standen tief und lauerten auf Konter, was ihnen zunächst nur selten gelang. Polat hatte in der zweiten Minute zwar eine Halbchance, aber der Schuss stellte Adamczyk im Chemnitzer Tor vor keine großen Probleme. Chemnitz erhöhte den Druck, doch immer wieder scheiterten die Himmelblauen entweder an der vielbeinigen Abwehr der Gäste oder an unpräzisen Abschlüssen. Besonders auffällig: Die Flanken von Damer und Wolter fanden im Zentrum keine Abnehmer, und wenn, fehlte die nötige Präzision.
Chancenplus für Chemnitz – doch es bleibt torlos zur Halbzeit
Mit zunehmender Spieldauer wurde die Dominanz der Gastgeber immer deutlicher, doch der entscheidende Treffer wollte nicht fallen. Fischer hatte in der 54. Minute eine der besten Chancen, als er eine Flanke von Reutter nur knapp per Kopf über das Tor setzte. Nur wenig später verpasste Lihsek nach einem feinen Außenrist-Pass von Mergel die Führung, als er im Strafraum zu Boden ging. Die Proteste der Chemnitzer auf einen Elfmeterpfiff blieben jedoch erfolglos – Schiedsrichter Rauschenberg ließ weiterspielen.
Hertha Zehlendorf agierte defensiv diszipliniert, ohne jedoch eigene Akzente setzen zu können. Kurz vor der Pause war es erneut Rücker, der aus dem Rückraum abzog, aber der Schuss segelte deutlich über das Tor von Hertha-Keeper Kühn. Trotz des deutlichen Chancenübergewichts blieb es zur Halbzeit beim 0:0, was bereits erste Pfiffe von den Rängen zur Folge hatte. Die Chemnitzer Fans zeigten sich unzufrieden mit der fehlenden Kaltschnäuzigkeit ihres Teams.
Chemnitz drückt, Zehlendorf kontert gefährlich
Nach der Pause änderte sich das Bild zunächst kaum. Chemnitz blieb spielbestimmend und setzte die Gäste weiter unter Druck. Die erste große Chance der zweiten Halbzeit hatte Damer, der sich aus 20 Metern ein Herz fasste, aber nur die Latte traf (69.). Kurz darauf konnte Mergel nach einem Abwehrfehler der Berliner im Strafraum abziehen, doch erneut war ein Verteidigerbein im Weg und klärte zur Ecke.
Hertha Zehlendorf beschränkte sich weiterhin auf Konter und war dabei über weite Strecken harmlos – bis zur 66. Minute. Da tauchte plötzlich Figurski Vieira nach einem langen Ball frei vor Adamczyk auf, doch der Chemnitzer Schlussmann reagierte glänzend und parierte den Schuss zur Ecke. Es war ein Warnschuss für die Himmelblauen, die das Spiel nun offener gestalten mussten.
Aluminium rettet für Chemnitz
In der Schlussphase wurde es dann noch einmal dramatisch. Zehlendorf befreite sich zunehmend aus der Umklammerung und kam durch Figurski Vieira erneut gefährlich vor das Tor der Gastgeber. In der 82. Minute fasste sich der Berliner aus rund 30 Metern ein Herz und schickte einen strammen Schuss Richtung Tor, der die Latte erzittern ließ. Adamczyk wäre in dieser Szene chancenlos gewesen.
Nur zwei Minuten später hatte Chemnitz Glück, als eine verunglückte Flanke von Yildirim im Strafraum an den Pfosten klatschte. Der CFC verteidigte in dieser Phase mit dem sprichwörtlichen letzten Einsatz, konnte jedoch keine Kontrolle mehr über das Spiel erlangen. Auf der anderen Seite war es der eingewechselte Malina, der mit einem Schuss aus spitzem Winkel noch einmal für Gefahr sorgte, aber Kühn parierte stark.
Als Schiedsrichter Rauschenberg nach zwei Minuten Nachspielzeit die Partie abpfiff, war das Unentschieden für Chemnitz fast schmeichelhaft, hatten doch die Berliner in der Schlussphase die besseren Chancen. Die mangelnde Effizienz in der Offensive und das fehlende Abschlussglück bleiben die großen Baustellen für den CFC, der nun seit 380 Minuten ohne eigenen Treffer ist.
Chancenreiche, aber torlose Partie
Der Chemnitzer FC bleibt weiter in der Krise. Trotz einer deutlichen Überlegenheit und zahlreicher Chancen brachte das Team von Trainer Benjamin Duda den Ball erneut nicht über die Linie. Besonders in der zweiten Halbzeit fehlte es den Himmelblauen an Präzision und Entschlossenheit im Abschluss. Hertha Zehlendorf verteidigte geschickt und hatte am Ende sogar Pech, als zweimal Aluminium die mögliche Führung verhinderte.
Für Chemnitz bedeutet das torlose Remis eine Fortsetzung der Negativserie. Seit sieben Spielen wartet das Team nun auf einen Sieg, und mit nur drei Treffern in der gesamten Saison wird der Druck auf die Offensive immer größer. Zehlendorf hingegen kann mit dem Punkt durchaus zufrieden sein und bestätigte die gute Form als Aufsteiger, auch wenn die Berliner in der Offensive selbst nur wenige Akzente setzen konnten.