Melden von Rechtsverstößen
Das mit Spannung erwartete Regionalliga-Duell zwischen Viktoria Berlin und dem FSV Zwickau wurde am Freitagabend kurzfristig abgesagt. Grund dafür war ein schwerer Unfall auf der Autobahn A9, der zu einer Vollsperrung führte und die Anreise der Zwickauer Mannschaft unmöglich machte.
Was als gewöhnliche Anreise zu einem Regionalligaspiel begann, entwickelte sich für den FSV Zwickau in den Nachmittagsstunden des 20. September 2024 zu einer frustrierenden Geduldsprobe. Die Mannschaft war gegen 13:30 Uhr in Richtung Berlin aufgebrochen, um rechtzeitig für das Auswärtsspiel gegen Viktoria Berlin anzukommen. Doch auf der A9, etwa auf Höhe von Wiedemar, kam der Verkehr plötzlich zum Stillstand. Ein Unfall, bei dem ein Elektrofahrzeug in Brand geraten war, führte zu einer vollständigen Sperrung der Autobahn.
Nach Angaben von FSV-Sportdirektor Robin Lenk ereignete sich der Unfall gegen 15:30 Uhr und seither bewegte sich der Zwickauer Mannschaftsbus keinen Meter. „Es ist uns nicht möglich, uns hier fortzubewegen“, erklärte Lenk frustriert gegenüber SPORT IM OSTEN. Die Polizei bestätigte, dass der Mannschaftsbus aufgrund der Lage der Unfallstelle nicht von der Sperrung befreit werden konnte. Mehrere Stunden im Stau ohne Aussicht auf eine schnelle Lösung bedeuteten das Ende aller Hoffnungen, das Spiel planmäßig anzupfeifen.
Zwickau im Stau: Improvisation und lange Wartezeit
Während das Team im Bus ausharrte, improvisierte der FSV Zwickau, um die Situation so gut wie möglich zu meistern. Der Verein reagierte pragmatisch und baute am Straßenrand sogar ein kleines Catering für die Spieler auf. Auf der Vereinsplattform „X“ hieß es dazu: „Jetzt heißt es zunächst improvisieren und Geduld haben.“ Doch auch die beste Versorgung konnte die Stimmung nicht heben, als klar wurde, dass die Sperrung nicht rechtzeitig aufgehoben würde, um einen Spielbeginn vor 21:15 Uhr zu ermöglichen.
Das große Warten führte bei der Mannschaft und den Verantwortlichen zu Verunsicherung. FSV-Pressesprecher Daniel Sacher, der sich mit einem Begleitfahrzeug knapp zwei Kilometer vom Mannschaftsbus entfernt befand, schilderte die Situation aus seiner Perspektive: „Zunächst dachten wir an eine Momentaufnahme, wenn der Verkehr etwas stockt. Dann sickerte aber durch, dass es eine Vollsperrung gibt.“ Zu diesem Zeitpunkt war es bereits 19:45 Uhr und Sacher musste eingestehen, dass das Team „komplett im Ungewissen“ war, wann es weitergehen könnte.
Der NOFV zieht die Reißleine: Spielabsage unausweichlich
Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) zog schließlich die einzig logische Konsequenz aus den gegebenen Umständen: Die Partie wurde abgesagt. Laut NOFV-Geschäftsführer Till Dahlitz hätte der FSV Zwickau noch mindestens zwei Stunden benötigt, um die restliche Strecke nach Berlin zu bewältigen. Ein realistischer Anpfiff wäre damit nicht vor 21:15 Uhr möglich gewesen. „Das ist unter diesen Umständen nicht umsetzbar“, erklärte Dahlitz. Auch die Option, den Mannschaftsbus mithilfe der Polizei aus dem Stau zu eskortieren, wurde aufgrund der Unfallstelle schnell verworfen.
Viktoria Berlin, das sich bereits auf die Begegnung vorbereitet hatte, zeigte Verständnis für die Entscheidung. Für beide Mannschaften bedeutet die Spielabsage nicht nur organisatorische, sondern auch sportliche Herausforderungen. Zwickau hätte mit einem Sieg in der Hauptstadt wichtige Punkte im Aufstiegsrennen sammeln können, während Viktoria auf einen Heimerfolg gehofft hatte, um sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen.
Wann wird nachgeholt?
Die zentrale Frage nach der Spielabsage ist nun, wann die Partie zwischen Viktoria Berlin und dem FSV Zwickau nachgeholt werden kann. Ein neuer Termin steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Da beide Teams bereits einen dichten Terminkalender haben, könnte es schwierig werden, einen geeigneten Nachholtermin zu finden. Besonders für Zwickau, das in den kommenden Wochen weitere Schlüsselspiele vor sich hat, ist die Spielverschiebung eine zusätzliche Belastung.
Auch Viktoria Berlin, das sich in der oberen Tabellenhälfte befindet, hofft auf eine schnelle Klärung, um den sportlichen Rhythmus nicht zu verlieren. Für die Regionalliga Nordost, die ohnehin einen eng getakteten Spielplan hat, bedeutet die Absage zusätzliche Planungsarbeit. Klar ist jedoch, dass die Sicherheit der Spieler und Betreuer an erster Stelle stand, und unter den gegebenen Umständen eine Anreise und Durchführung des Spiels schlicht unmöglich war.