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In einem intensiven, phasenweise hitzigen Nachholspiel des 23. Spieltags der Regionalliga Nordost erkämpfte sich der VFC Plauen vor 835 Zuschauern ein torloses Remis gegen den SV Babelsberg 03 – ein Ergebnis, das bezeichnend für die prekäre Lage beider Mannschaften ist.
Während die Vogtländer nach einer engagierten ersten Halbzeit in der zweiten Hälfte tief in die Defensive gedrängt wurden, verpassten die Gäste mehrfach die mögliche Entscheidung. Die Latte, ein starker Torwart und das Unvermögen des Gegners sorgten dafür, dass beim VFC wenigstens der erste Punkt unter dem neuen Trainer Sedat Gören verbucht werden konnte. Ein Achtungserfolg – und doch zu wenig im Kampf gegen den Abstieg.
Wenn ein 0:0-Spiel dennoch die Nerven strapaziert, spricht das nicht für fußballerischen Glanz, wohl aber für die Dringlichkeit der Lage. Beim Tabellenletzten aus Plauen geht es um das nackte Überleben in der Liga. Und obwohl die Begegnung ohne Treffer blieb, war sie reich an Szenen, die den Abstiegskampf in seiner ganzen Bitterkeit offenlegten: viel Kampf, viele Unterbrechungen, ein Hauch von Verzweiflung – und dennoch ein Hoffnungsschimmer. Für die Babelsberger hingegen wurde das Remis zur gefühlten Niederlage, nachdem sie den VFC über weite Strecken der zweiten Halbzeit in dessen Hälfte einschnürten, aber den Ball nicht über die Linie brachten.
Die Woche vor der Partie hatte es in sich. Der VFC Plauen tauschte nicht nur mehrere Spieler, sondern auch das komplette Trainerteam aus. Neben Chefcoach Karsten Oswald mussten auch Co-Trainer Kevin Brettfeld und Torwarttrainer Oliver Dix gehen. Die Entscheidung, sich von langjährigen Identifikationsfiguren zu trennen, sorgte für Unmut im Umfeld, zumal der neue Cheftrainer Sedat Gören in seinen ersten drei Spielen leer ausgegangen war. Doch gegen Babelsberg zeigte sich die Elf zumindest in der Anfangsphase stabilisiert. Die Startelf wurde kräftig durchgemischt – mit vier neuen Akteuren, darunter Kapitän Daniel Heinrich, der die Defensive zu organisieren wusste.
In der Anfangsphase dominierte Babelsberg den Ballbesitz, fand aber kaum Lücken gegen zwei tief gestaffelte Plauener Viererketten. Die Gastgeber agierten abwartend, lauerten auf Umschaltmomente und versuchten über die Flügel um Martynets und Kämpfer Nadelstiche zu setzen. In der 34. Minute zwang eine scharfe Flanke von Kämpfer Babelsbergs Keeper Stein zur ersten Glanztat. Kurz vor der Pause dann die große Gelegenheit: Fabio Riedl scheiterte aus zentraler Position an Stein (43.), bevor dieser auch in der 45. Minute gegen einen flachen Distanzschuss desselben Spielers zur Stelle war. Plauen hatte nun Oberwasser – doch das Momentum verpuffte in der Pause.
Nach Wiederanpfiff übernahm Babelsberg das Kommando. Die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Uzelac erhöhte das Tempo, spielte direkter und kam durch Maciejewski (48.) und Lang (64.) zu hochkarätigen Chancen. Doch entweder verhinderte das Aluminium – wie bei Maciejewskis Abschluss an die Lattenkante – oder der stark aufgelegte Plauener Schlussmann Jakob Pieles vereitelte den Einschlag. Auch ein vermeintlicher Treffer von Routinier Daniel Frahn wurde wegen Abseits nicht gegeben (61.). Die Gastgeber hatten nun Mühe, überhaupt für Entlastung zu sorgen, und standen in der eigenen Hälfte teils mit neun Feldspielern in der letzten Linie.
In der 86. Minute keimte dann für einen Wimpernschlag Hoffnung auf: Babelsbergs Keeper Stein schlug über den Ball, der eingewechselte Akindele roch den Fauxpas, doch kam einen Schritt zu spät. Es blieb beim torlosen Remis – einer Begegnung, die symptomatisch ist für die Situation beider Klubs. Plauen steht trotz des ersten Punkterfolgs unter Gören weiter mit dem Rücken zur Wand. Acht Zähler beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer. Babelsberg wiederum kommt nicht entscheidend von der Stelle und bleibt mit 31 Punkten im unteren Mittelfeld der Tabelle stecken, weit entfernt von jedem Sicherheitsgefühl.
Plauen zeigte in Halbzeit eins, dass Leidenschaft und Wille noch vorhanden sind. Doch in Hälfte zwei war der VFC weitestgehend nur noch passiver Statist im Spiel der Babelsberger, die zwar feldüberlegen, aber vor dem Tor erschreckend inkonsequent agierten. Am Ende steht ein torloses Remis, das nur auf dem Papier wenig hergibt – in Wirklichkeit jedoch eine Momentaufnahme zweier Teams im Suchmodus ist. Während sich der SV Babelsberg für seine Spielkontrolle nicht belohnen konnte, rettete sich der VFC mit Herz, Glück und einem Torwart in Hochform über die Ziellinie.