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In einem Nachholspiel der Regionalliga Nordost, das bezeichnend für die Unwägbarkeiten einer kräftezehrenden Rückrunde stand, unterlag der FSV Zwickau am Mittwochabend bei der VSG Altglienicke mit 1:3.
Was sich nach einem klaren Resultat liest, war in Wahrheit eine bis zur letzten Spielminute offene, von intensiver Zweikampfführung und taktischer Disziplin geprägte Begegnung, in der die Gäste aus Westsachsen über weite Strecken das dominantere Team stellten, sich jedoch in den entscheidenden Momenten defensiv nicht resolut genug präsentierten. Altglienicke traf in einer Partie ohne nennenswerte spielerische Glanzlichter dreimal aus Umschaltsituationen – und bestrafte Zwickaus späte Risikobereitschaft mit chirurgischer Effizienz.
Bereits die ersten Minuten der Begegnung im weiten Rund des Hans-Zoschke-Stadions deuteten an, dass es kein fußballerisches Feuerwerk werden würde. Zwar bemühte sich die VSG, über hohe Ballbesitzanteile Spielkontrolle zu erlangen, doch sowohl das Zentrum um Saghiri und Deziel Jr. als auch die offensive Dreierreihe blieb lange ohne Durchschlagskraft. Zwickau agierte zunächst aus einer kompakten 4-2-3-1-Formation heraus und setzte auf situatives Pressing, ohne jedoch in den Umschaltmomenten klare Überzahlsituationen kreieren zu können. Das erste wirkliche Ausrufezeichen setzte der FSV dann in Minute 30, als Dittrich nach einem klugen Laufweg im Strafraum zum Abschluss kam, doch an einer Glanzparade von VSG-Schlussmann Zwick scheiterte.
Altglienicke fand offensiv in Hälfte eins nur sporadisch statt. Der Versuch von Türpitz, in der 14. Minute aus kurzer Distanz einzuschieben, blieb ebenso unvollendet wie mehrere verunglückte Distanzschüsse von J. Manske. Bezeichnend war, dass bis zur Pause die auffälligsten Szenen außerhalb des Spielgeschehens lagen – etwa im lautstarken Zwickauer Auswärtsblock, der seine Mannschaft unermüdlich anfeuerte. Die Halbzeitbilanz: viel Willen, wenig Struktur, keine Tore.
Die zweite Hälfte begann mit verändertem Personal bei der VSG – Bokake kam für den unauffälligen Sanogo – und spürbar mehr Entschlossenheit auf Seiten des FSV. Ein beinahe kurioser Einwurf brachte Könnecke in Minute 49 aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch erneut war Zwick zur Stelle. Dass kurz darauf Altglienicke in Führung ging, war Ausdruck der Effizienz der Hausherren: Nach einer Ecke stieg Innenverteidiger Kapp am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf unhaltbar ins rechte Eck (53.). Es war der Auftakt zu einer Partie, die fortan von offenen Räumen und wechselnden Angriffswellen geprägt war.
Zwickau reagierte, wie man es von einer ambitionierten Mannschaft erwarten kann. Die Hereinnahmen von Pilger, Martens und Kuffour brachten frische Impulse im Mittelfeld. Herrmann kurbelte über die linke Außenbahn an, Eixler verpasste mit einem wuchtigen Distanzschuss den Ausgleich nur knapp (71.). Doch just in dieser Phase, als sich das Momentum zugunsten der Gäste zu verschieben schien, nutzte Altglienicke eine weitere Nachlässigkeit im Rückraum der Gäste. Nach einer Parade von Hiemann gegen Türpitz landete der Abpraller bei J. Manske, der ohne große Gegenwehr aus zentraler Position zum 2:0 einschob (67.).
Das Team von Rico Schmitt bewies in der Folge Moral. Die "Schwäne" warfen alles nach vorn, verteidigten hoch, setzten auf frühes Gegenpressing und kamen in der 90. Minute durch den eingewechselten Klein zum verdienten Anschluss. Dessen Abschluss von der Strafraumgrenze schlug wie ein Strahl im langen Eck ein – ein Tor, das pure Willenskraft widerspiegelte und die Hoffnung auf einen Punktgewinn neu entfachte. Doch jene Hoffnung wurde bereits im nächsten Gegenstoß zunichte gemacht: Die Hausherren konterten schulbuchmäßig, und der kurz zuvor eingewechselte Mensah markierte im direkten Gegenzug das 3:1 (90.+1). Es war die Antwort eines Teams, das in diesem Spiel nicht mehr investierte, aber zielstrebiger und kaltschnäuziger agierte.
Zwickau hingegen zahlte den Preis für fehlende Durchschlagskraft und eine zu passive Restverteidigung in kritischen Situationen. Die Niederlage ist in ihrer Entstehung unglücklich, aber letztlich symptomatisch für die Schwankungen im Spiel des FSV, der zwar optisch dominierte, jedoch keine Stabilität zwischen Defensive und Offensive entwickeln konnte.