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Im Berliner Stadtduell setzte die VSG Altglienicke am Sonntagnachmittag ein klares Zeichen – sportlich wie mental. Die Mannschaft dominierte eine über weite Strecken einseitige Partie gegen Hertha 03 Zehlendorf mit klarer Struktur, taktischer Reife und präzisem Timing im Offensivspiel. Manske brachte die VSG früh in Führung (16.), Türpitz erhöhte noch vor der Pause sehenswert auf 2:0 (45.).
Danach verwalteten die Hausherren das Geschehen souverän gegen eine Zehlendorfer Mannschaft, die trotz personeller Variabilität in ihrer Struktur brüchig blieb und im gesamten Spielverlauf keine echte Durchschlagskraft entwickelte. Altglienicke zieht damit in der Tabelle an Dynamo und Chemnitz vorbei und etabliert sich weiter im gesicherten Mittelfeld – mit Blick auf eine sorgenfreie Schlussphase der Saison.
Die VSG begann die Begegnung im heimischen Stadion mit hoher Spielkontrolle, ausgehend von einem variabel interpretierten 4-2-3-1-System. Während das Innenverteidiger-Duo Kujovic und Öztürk defensiv kaum gefordert war, fungierten Kapp und Türpitz auf den Außenbahnen als ständige Aktivposten im Übergangsspiel. Hertha Zehlendorf bemühte sich zunächst, mit einem flach organisierten Mittelfeldpressing Zugriff zu erlangen, agierte jedoch weder im Zentrum kompakt noch in den Halbräumen konsequent.
Folgerichtig fiel die Führung bereits nach 16 Minuten: Johannes Manske, von Beginn an mit klarem Zielspiel in die Tiefe eingebunden, profitierte von einem präzise getimten Vertikalpass über Türpitz, umkurvte seinen Gegenspieler an der Strafraumgrenze und schob überlegt flach ins rechte Eck ein. Es war ein Treffer, der dem Matchverlauf in seiner Dynamik entsprach – Altglienicke kontrollierte Ball und Raum, Zehlendorf suchte noch nach Orientierung.
Je länger die erste Halbzeit andauerte, desto deutlicher wurde die spielerische Überlegenheit der Gastgeber. Besonders das zentrale Mittelfeld – angeführt vom ballsicheren Deziel und dem agilen Saghiri – diktierte Tempo und Rhythmus. Zehlendorf fand weder im Aufbauspiel noch im Umschalten Lösungen, zu häufig verpufften Ballbesitzphasen bereits im zweiten Drittel. Einzig der junge Krasucki versuchte auf der rechten Außenbahn mit Tempo und Dribblings Akzente zu setzen, blieb aber ohne Unterstützung.
Kurz vor dem Pausenpfiff schlug Altglienicke ein zweites Mal zu – und wie. Nach einer einstudierten Passkombination aus dem linken Halbfeld setzte sich Kapp bis zur Grundlinie durch, seine flache Ablage erreichte den einlaufenden Philip Türpitz, der aus gut zwölf Metern mit einer Direktabnahme ins lange Eck vollendete (45.). Es war ein Treffer aus dem Lehrbuch für raumgreifendes Positionsspiel und spiegelte die Überlegenheit Altglienickes treffend wider.
Mit dem 2:0 im Rücken ging die VSG in der zweiten Hälfte merklich kontrollierter zu Werke, verlagerte das Spielgeschehen phasenweise ins Mittelfeld und zwang Zehlendorf zu einem Spiel mit Ball, das dem Team sichtlich missfiel. Die Wechsel zur Pause und im weiteren Verlauf – unter anderem kamen Abe, Henneke und Weber – brachten kaum Wirkung. Zu oft fehlte es an Passschärfe, Tiefe im Angriff und klaren Abläufen im letzten Drittel.
Die defensive Viererkette der VSG wirkte unterdessen unaufgeregt und stets in Kontrolle. Kujovic dominierte die Luftzweikämpfe, während Tezel und Öztürk konsequent Flankenläufe unterbanden. Torhüter Zwick musste lediglich bei einem ungefährlichen Distanzschuss von Vieira in der 72. Minute eingreifen – ansonsten blieb sein Arbeitstag ruhig.
Altglienicke nutzte die zweite Halbzeit zu dosierten Belastungssteuerungen. Heine brachte mit Mensah, Abu-Alfa und Bolufe frische Kräfte, ohne dass die Spielordnung je ins Wanken geriet. Besonders auffällig: Auch nach den Wechseln blieb die vertikale Spielweise intakt, die VSG hielt den Druck kontrolliert hoch, ohne sich zu entblößen – eine Qualität, die in der Schlussphase der Saison zum strategischen Vorteil werden kann.