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Der Hallesche FC hat seine Pflichtaufgabe gegen Hertha 03 Zehlendorf mit einem überzeugenden 4:1-Sieg erfüllt – und dennoch einen empfindlichen Dämpfer im Aufstiegsrennen hinnehmen müssen.
In einer über weite Strecken einseitigen Partie präsentierten sich die Saalestädter insbesondere in der ersten Halbzeit spielerisch und physisch dominant, zeigten sich im vorderen Drittel effizient und defensiv griffig. Doppeltorschütze Niklas Nietfeld und der ehemalige Zehlendorfer Serhat Polat waren die entscheidenden Akteure, doch der Gegentreffer in der Nachspielzeit sowie der gleichzeitig hohe Sieg von Lok Leipzig trübten die Feierlaune beträchtlich.
Schon die Anfangsminuten zeigten, wohin die Reise an diesem sommerlich-heißen Nachmittag im Leuna-Chemie-Stadion gehen würde. Die Mannschaft von Marc Zimmermann übernahm mit dem Anpfiff die Spielkontrolle, ließ Ball und Gegner laufen, und drängte Zehlendorf früh in die Defensive. Bereits in der 6. Minute setzte Nietfeld mit einem wuchtigen Kopfball ein erstes Ausrufezeichen und als Inaler wenige Minuten später im Strafraum gelegt wurde, zeigte Schiedsrichter Sirko Müke auf den Punkt. Nietfeld verwandelte sicher (19.), holte wenig später aus 20 Metern zum Doppelschlag aus (23.) – ein abgefälschter Versuch, der unhaltbar neben dem Pfosten einschlug. Halle spielte nun befreit auf, attackierte hoch, verlagerte geschickt und wurde vor der Pause erneut belohnt: Polat – ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub – setzte sich im Strafraum kraftvoll durch und schloss im Liegen zum 3:0 ab (43.).
Zehlendorf – anfangs bemüht, aber fehleranfällig im Aufbau – konnte sich in dieser Phase kaum aus dem Würgegriff der Hallenser befreien. Und als Polat nach dem Seitenwechsel mit einem technisch brillanten Abschluss aus halbrechter Position auf 4:0 erhöhte (54.), drohte den Gästen ein Debakel. Es blieb jedoch bei einer kurzen Hoffnung: Nietfeld ließ in der 57. Minute freistehend das mögliche 5:0 liegen, auch Akono und Friedrich vergaben weitere aussichtsreiche Möglichkeiten. Ein Kopfball von Stierlin landete am Pfosten, Amankona im Zehlendorfer Tor hielt mehrfach stark.
Die Berliner, nach der Gelb-Roten Karte für Enke ab der 59. Minute in Unterzahl, gaben sich dennoch nicht auf. Baro belohnte den späten Einsatz seiner Mannschaft mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter (90.), was bei den auf die Tordifferenz schielenden Hallensern für Missmut sorgte. Der emotionale Moment am Ende einer dominanten Vorstellung war ein bitterer Reminder: Trotz des überzeugenden Sieges liegt der HFC vor dem letzten Spieltag nun drei Punkte und sieben Tore hinter Tabellenführer Lok Leipzig. Der Traum vom direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga lebt – aber nur noch als rechnerisches Konstrukt.