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Ein starker Auftritt des 1. FC Magdeburg II hat dem Aufstiegsanwärter BSG Chemie Leipzig zum Saisonstart einen empfindlichen Dämpfer verpasst. Im traditionsreichen Kunze-Sportpark siegte die U23 der Elbestädter mit 2:0 – trotz über 40 Minuten in Unterzahl. Während Chemie seine Feldvorteile nicht in Zählbares ummünzen konnte, nutzten die Gäste zwei ihrer wenigen Offensivaktionen nach der Pause.
Vor 4.257 Zuschauern begann die Partie mit einem vorsichtigen Abtasten beider Teams, wobei der Gast aus Sachsen-Anhalt sich keineswegs versteckte. Im Gegenteil: Früh deuteten die Blau-Weißen an, dass sie nicht gewillt waren, in Leipzig die Rolle des Punktelieferanten zu übernehmen. Die Mannschaft von FCM-Trainer Dennis Sander agierte mutig im Spielaufbau, suchte häufig den schnellen Weg über die Flügel – besonders über den wendigen Sanogo, der in der 18. Minute mit einem feinen Solo beinahe für die Führung gesorgt hätte, aber am rechten Pfosten scheiterte.
Auch Chemie versteckte sich nicht, hatte aber Probleme im letzten Drittel. Zwar kam Stürmer Ratifo in der ersten Hälfte mehrfach zum Abschluss – etwa nach einer scharfen Hereingabe in der 16. Minute oder bei einem Kopfball aus zentraler Position (21.) – doch Magdeburgs Keeper Kruth zeigte sich hellwach und ließ sich nicht bezwingen. Kurz vor dem Seitenwechsel verpasste Langner per Direktabnahme aus 20 Metern nur knapp das Ziel (45.+2), sodass es torlos in die Kabinen ging.
Die zweite Halbzeit begann mit einem personellen Tausch auf beiden Seiten, ehe das Spiel binnen Minuten in eine neue Dynamik kippte: Erst wurde Magdeburgs Birk nach wiederholtem Foulspiel in der 49. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt, dann gingen die dezimierten Gäste sieben Minuten später dennoch in Führung. Nach einer Flanke von Millgramm war der eingewechselte Mergner zur Stelle und spitzelte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie – 0:1 (56.).
Der Führungstreffer wirkte wie ein Nackenschlag für Chemie. Zwar erhöhten die Grün-Weißen unter der Regie von Trainer Alipour nun spürbar den Druck, doch fehlte es weiterhin an Präzision und Durchschlagskraft im letzten Drittel. Hoffnungen auf den Ausgleich keimten mehrfach auf, insbesondere als Mäder Ratifo im Strafraum in Szene setzte und dessen Aufsetzer nur knapp über das Tor strich (67.). Doch es blieb bei der optischen Überlegenheit.
Magdeburg verteidigte mit hoher Disziplin, stellte die Räume clever zu und lauerte weiterhin auf Umschaltmomente. In der 77. Minute sorgte schließlich Innenverteidiger Zajusch für die Entscheidung: Sein Fernschuss aus rund 25 Metern wurde von einem Chemie-Spieler unglücklich abgefälscht und ließ Böggemann im Leipziger Tor keine Chance – 0:2. Auch in der Schlussphase fand Chemie keine Mittel mehr, um dem Spiel eine Wendung zu geben. Der letzte Abschluss durch Timpelan in der Nachspielzeit wurde abgefälscht und stellte Kruth vor keinerlei Probleme.
Die Gäste aus Magdeburg, die sich in der Sommerpause stark verjüngt und neu ausgerichtet haben, setzten mit diesem Auswärtscoup ein erstes Achtungszeichen in der Liga. Chemie hingegen muss sich den Vorwurf gefallen lassen, trotz Überzahl und zahlreicher Abschlüsse zu wenig aus dem eigenen Spiel gemacht zu haben. Für beide Teams gibt es in der kommenden Woche viel aufzuarbeiten – wenn auch unter gänzlich unterschiedlichen Vorzeichen.