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Mit einem äußerst kuriosen Treffer hat der Hallesche FC das brisante Derby gegen die U23 des 1. FC Magdeburg für sich entschieden. In einem Spiel, das über weite Strecken von hoher Intensität, robustem Zweikampfverhalten und am Ende auch von aufkommender Hektik geprägt war, reichte den Gästen ein früher Treffer, der formal als Eigentor von Kapitän Niklas Pfennig gewertet wurde.
Spielerisch blieb die Partie zwar Stückwerk, doch der HFC zeigte in den entscheidenden Momenten mehr Cleverness und verteidigte den knappen Vorsprung mit großer Leidenschaft – selbst in Unterzahl.
Der Auftakt in der Avnet-Arena, deren Heimbereich aus Pietätsgründen geschlossen blieb, geriet atmosphärisch gedämpft, aber sportlich umso energiegeladener. Halle präsentierte sich von Beginn an als die strukturiertere Mannschaft, suchte über die Flügel um Kulke und Wosz wiederholt den direkten Weg in die Spitze und wurde bereits in der 16. Minute belohnt: Nach einem weiten Ball von Keeper Sven Müller setzte sich Elezi im Laufduell gegen Pohl robust durch und scheiterte zunächst noch an Magdeburgs Schlussmann Kruth. Der Abpraller sprang jedoch aus kurzer Distanz unglücklich an Pfennig, von dessen Körper der Ball ins eigene Tor trudelte – ein Slapstick-Tor mit maximaler Wirkung.
Der Treffer setzte die bis dato gut organisierten Gastgeber sichtbar unter Druck. Zwar gelang es dem Aufsteiger immer wieder, über Millgramm und Nadjombe offensive Akzente zu setzen, doch im letzten Drittel mangelte es an Präzision und Zielstrebigkeit. Während Vogler und Sanogo noch mit Einzelaktionen auffielen, blieb die große Ausgleichschance zunächst aus. Stattdessen drängte der HFC auf den zweiten Treffer. Hartmann (36.), Wosz (35.) und Fakhro (41.) scheiterten mehrfach am starken Kruth oder am eigenen Unvermögen.
Nach dem Seitenwechsel steigerte sich der FCM II spürbar, wurde mutiger, aber auch fahriger. Halle zog sich weiter zurück, lauerte auf Konter und verlor dabei zunehmend die Kontrolle – vor allem emotional. Die Zahl der Gelben Karten wuchs im Minutentakt, Fouls und Nickligkeiten bestimmten fortan das Bild. In der 84. Minute dann der negative Höhepunkt: HFC-Routinier Jan Löhmannsröben, ohnehin schon verwarnt, ging gegen Mergner mit zu hohem Bein zu Werke und musste mit Gelb-Rot vom Platz.
In Überzahl warfen die Magdeburger alles nach vorn, doch ihre Angriffsbemühungen blieben zu harmlos. Widmann hatte in der Nachspielzeit die beste Gelegenheit zum Ausgleich, verfehlte aber das Tor knapp (90.+4). Auch ein letzter langer Ball fand keinen Abnehmer. Stattdessen eskalierte die Szene an der HFC-Bank, als ein Betreuer wegen Zeitspiels die Rote Karte sah und auch Trainer Schröder noch Gelb kassierte.
Für den HFC steht unter dem Strich ein Derbyerfolg, der nicht nur für die Tabelle, sondern auch für das Selbstverständnis von zentraler Bedeutung ist. Die Magdeburger Aufsteiger hingegen mussten sich nach 16 Punktspielerfolgen in Serie erstmals geschlagen geben – und das ausgerechnet gegen den Rivalen aus Halle. Eine bittere, weil unnötige Niederlage, bei der letztlich ein Moment der Unachtsamkeit und fehlenden Abstimmung den Ausschlag gab.