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Im ersten Heimspiel der neuen Saison ist dem 1. FC Lok Leipzig auf frischem Grün im Bruno-Plache-Stadion ein hart erkämpfter 1:0-Erfolg gegen die VSG Altglienicke gelungen. Vor 5.063 Zuschauern sicherte ein spektakulärer Treffer von Djamal Ziane in der 30. Minute den ersten Saisonsieg für die Elf von Jochen Seitz.
In einer Partie mit überschaubarem spielerischen Glanz, aber vielen kämpferischen Momenten, reichte ein Moment individueller Klasse aus, um die gut organisierte VSG niederzuringen – nicht zuletzt begünstigt durch eine Rote Karte gegen Altglienickes Kebe nach einer Notbremse.
Der Abend begann zäh für die Gastgeber. Die VSG hatte von Beginn an mehr Zugriff, ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen zirkulieren und zwang Lok in die passive Rolle. Früh brachte Kizildemir (10.) den ersten Abschluss für die Gäste, Türpitz versuchte es kurz darauf aus der Distanz. Leipzig agierte in dieser Phase nervös, verlor zu viele zweite Bälle und fand kaum Bindung in der Offensive.
Doch mit zunehmender Spielzeit gelang es den Blau-Gelben, sich etwas aus der Umklammerung zu befreien. Arcalean über die rechte Seite und der emsige Cevis begannen, Impulse zu setzen. Der Treffer fiel dann aus dem Nichts, war aber umso bemerkenswerter: Nach einer Flanke von Cevis von der rechten Seite nahm Ziane die Kugel im Zentrum im Fallen per Seitfallzieher – und setzte das Spielgerät unhaltbar ins Netz (30.). Ein Geniestreich des Routiniers, der die Partie fortan drehte.
Altglienicke zeigte sich angeschlagen, Lok übernahm die Kontrolle. Maderer (32.) und erneut Ziane (34.) verpassten das mögliche 2:0 nur knapp. Kurz vor der Pause kamen die Gäste wieder besser ins Spiel, doch Lok hielt defensiv konsequent dagegen und ließ kaum klare Gelegenheiten zu.
Die zweite Hälfte begann mit einer Schlüsselszene: Ziane war auf und davon, Kebe zog im Laufduell am Trikot – letzter Mann, klare Notbremse, glatt Rot (60.). Fortan in Unterzahl, verteidigte die VSG mit viel Einsatz, während Lok die sich bietenden Räume nicht konsequent genug ausnutzte. Der Wille war erkennbar, doch in der letzten Zone fehlte es an Genauigkeit, Tempo oder Mut. So blieb die Partie bis in die Schlussphase offen – und unnötig spannend.
Altglienicke warf in den letzten Minuten alles nach vorn, brachte mit Roczen und Friedrich frische Kräfte, kam sogar noch zu einem gefährlichen Freistoß (90.+1), den Friedrich knapp am Pfosten vorbeisetzte. Lok verteidigte nun mit Leidenschaft, musste aber mehrfach foulen, um die Konterversuche der Berliner zu stoppen. Auch Neuzugang Elsner sah noch Gelb, doch die Leipziger retteten den knappen Vorsprung letztlich über die Zeit.
Es war ein Arbeitssieg des amtierenden Meisters, der kämpferisch überzeugte, spielerisch jedoch noch nicht vollends in Tritt ist. Gegen eine engagierte VSG, die besonders vor dem Platzverweis als gleichwertiger Gegner auftrat, reichte ein Moment der Klasse zum dreifachen Punktgewinn. Dass Lok nach dem zweiten Spieltag noch ohne Gegentor dasteht, dürfte Trainer Seitz zumindest defensiv optimistisch stimmen – doch in der Offensive ist noch Luft nach oben.