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Der Greifswalder FC hat sich nach der Auftaktniederlage in Chemnitz eindrucksvoll zurückgemeldet und die BSG Chemie Leipzig am heimischen Bodden bereits zur Pause mit drei Treffern in die Schranken gewiesen.
Zwei Tore von Osman Atilgan sowie ein Kopfballtreffer von Innenverteidiger Julius Kaizer sorgten für klare Verhältnisse und offenbarten schonungslos die Schwächen eines Leipziger Teams, das defensiv fahrig, offensiv harmlos und insgesamt erschreckend blutleer auftrat.
Die Partie begann mit einer personellen Hiobsbotschaft für die Hausherren: Schon nach wenigen Minuten musste Flügelflitzer Ndualu mit Knieproblemen vom Feld – und dennoch übernahm Greifswald ohne merklichen Bruch sofort die Spielkontrolle. Die frühe Großchance vergab zunächst Richardson nach Vorarbeit von Günay, ehe Atilgan wenig später den Bann brach: Einen hohen Ball nahm der Ex-Lok-Spieler technisch stark herunter und schloss im Fallen sehenswert zum 1:0 ab (16.). Böggemann im Leipziger Tor war chancenlos.
Chemie, das mit der Startelf vom 0:1 gegen Magdeburg angetreten war, blieb defensiv unsortiert. Besonders über die Außenbahnen öffneten sich dem GFC immer wieder Räume, die die spielfreudige Offensive um Hüther, Bokake und Atilgan konsequent bespielte. Die Gäste hielten zwar zeitweise Ballbesitzphasen, doch gefährlich wurde es nur einmal wirklich, als Aliji frei vor Jakubov auftauchte – aber Kaizer grätschte artistisch dazwischen, und Eder blockte den Nachschuss gegen Seidel (20.).
Wenig später half Chemie dann selbst mit, den Rückstand auszubauen: Nach einem haarsträubenden Fehlpass von Torwart Böggemann auf Enke spritzte Richardson dazwischen, legte quer, Atilgan profitierte erneut – sein Abschluss rutschte Böggemann unglücklich über die Linie (39.). Es war symptomatisch für einen Tag, an dem beim Regionalliga-Vizemeister der Vorsaison gar nichts zusammenlief. Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Kaizer per Kopf nach einer Ecke von Bokake gar auf 3:0 (45.). Die Partie war zu diesem Zeitpunkt entschieden.
Im zweiten Durchgang verwaltete Greifswald die Partie mit der Souveränität eines Topteams. Die Gäste wechselten dreifach, brachten mit Friedrich, Hoffmann und Nadjombe neue Kräfte, doch Impulse blieben aus. Ratifo und Langner bemühten sich, ohne Wirkung. Die erste und einzige Ecke der Leutzscher fiel in die Kategorie »Alibifußball«. Langners Kopfball (75.) war harmlos, auch Mäder und Seidel blieben blass. Jakubov im GFC-Tor verlebte einen nahezu beschäftigungslosen Nachmittag.
Der GFC hingegen blieb auch in der Schlussphase strukturiert und ballsicher, kam über Vierling und Richardson sogar noch zu zwei dicken Gelegenheiten, bei denen Böggemann mit starken Reflexen Schlimmeres verhinderte. Die Einwechslungen von Harz, Memaj und Lämmel in der Endphase waren Ausdruck der aktuellen Tiefe im Kader – trotz prominenter Ausfälle wie Benyamina oder Eglseder.
Unterm Strich steht ein hochverdienter Heimsieg für Greifswald, der in dieser Form eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass der Fehlstart in Chemnitz nur ein Ausrutscher war. Für Chemie Leipzig hingegen wird die Lage nach zwei Spielen ohne Punkt und mit nur einem eigenen Torversuch pro Partie zunehmend ungemütlich. Trainer Adrian Alipour wird nach diesem Auftritt mehr als nur am System schrauben müssen.