Melden von Rechtsverstößen
Das erhoffte Befreiungserlebnis blieb für die BSG Chemie Leipzig aus. Im richtungsweisenden Kellerduell gegen den SV Babelsberg 03 unterlagen die Grün-Weißen am Freitagabend im Alfred-Kunze-Sportpark mit 2:3 und kassierten damit die vierte Niederlage in Folge.
Zwar gelang Hoffmann und Ratifo die Premiere auf der Leipziger Torschützenliste, doch defensive Instabilität und individuelle Fehler machten die Hoffnungen zunichte. Babelsberg nutzte die Schwächen der Gastgeber konsequent aus und verschaffte sich mit dem ersten Saisonsieg Luft im Tabellenkeller.
Von Beginn an zeigten die Filmstädter, dass sie den Ernst der Lage verstanden hatten. Aggressives Anlaufen und frühe Ballgewinne drängten Chemie in die Defensive. Schon nach wenigen Minuten musste Keeper Horenburg eingreifen, ehe Müller in der 22. Minute die erste Großchance knapp vergab. Sechs Minuten später nutzte derselbe Spieler einen kapitalen Fehler eiskalt aus: Horenburg faustete einen Ball unglücklich vor die Füße des Angreifers, der trocken zur Gästeführung einschoss.
Chemie wirkte zu diesem Zeitpunkt verunsichert, kämpfte sich aber allmählich zurück. Nach einem Foul an Ratifo brachte Aliji einen Freistoß präzise in den Strafraum, Hoffmann setzte sich energisch durch und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein – das erste Saisontor für die Leutzscher überhaupt (40.). Die Freude währte jedoch nur vier Minuten: Nach einem Foul im Strafraum zeigte Schiedsrichter Rauschenberg auf den Punkt. Schmidt behielt die Nerven und stellte den alten Abstand wieder her (44.).
Nach dem Seitenwechsel versuchte Chemie, mehr Kontrolle zu gewinnen. Trainer Adrian Alipour reagierte mit einem Doppelwechsel, und tatsächlich hatte Weigel den Ausgleich auf dem Kopf – sein Versuch landete jedoch an der Latte (50.). Die Hausherren witterten ihre Chance, vergaben aber durch Seidel eine weitere Riesengelegenheit, als dieser frei vor Babke auftauchte und den Ball nicht im Tor unterbrachte (68.).
Effizienter zeigte sich Babelsberg: Müller brach über rechts durch und legte quer auf Didoss, der aus kurzer Distanz zum 3:1 einschob (71.). Ein Treffer, der wie eine Vorentscheidung wirkte. Zwar stemmte sich Chemie gegen die Niederlage, doch in der Offensive blieb vieles Stückwerk. Erst in der Nachspielzeit gelang Ratifo nach einem Steilpass der 2:3-Anschluss, den die Gäste vehement als Abseits monierten (90.). Zu mehr reichte es nicht – auch weil Babelsberg in den letzten Minuten leidenschaftlich verteidigte.
Am Ende stand ein verdienter Sieg für die Gäste, die mit nun vier Punkten den Anschluss ans untere Mittelfeld herstellen konnten. Chemie hingegen bleibt punktlos und steckt nach einem weiteren enttäuschenden Auftritt tief im Tabellenkeller fest. Die defensive Unsicherheit und mangelnde Chancenverwertung machen deutlich, dass für die Alipour-Elf die Trendwende dringend erfolgen muss, will man nicht schon früh den Anschluss im Abstiegskampf verlieren.