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Es war ein Duell auf Augenhöhe, das nie zu einem echten Schlagabtausch wurde – weil die VSG Altglienicke den FSV Luckenwalde schon in der ersten halben Stunde förmlich überrollte. Der 3:1-Erfolg der Berliner beim Auftakt des sechsten Spieltags in der Regionalliga Nordost war nach 25 Minuten entschieden.
»Wir sind super ins Spiel gestartet, haben eine fantastische erste Halbzeit gespielt und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten«, lobte VSG-Trainer Ersan Parlatan seine Mannschaft. Und er hatte allen Grund dazu. Schon nach sieben Minuten zeigte Schiedsrichter Florian Gaunitz auf den Punkt – Nietfeld verwandelte den Strafstoß sicher. Nur fünf Minuten später erhöhte Friedrich nach energischem Nachsetzen auf 0:2. Luckenwalde wirkte konsterniert, die Abwehr stand zu offen, das Mittelfeld bekam keinen Zugriff. Als erneut Nietfeld nach einem feinen Zuspiel eiskalt vollendete (25.), war die Begegnung de facto entschieden.
Parlatan sah den Schlüssel in der Konsequenz seiner Elf: »Mit dem 3:0 im Rücken haben wir die Räume verengt und im Umschaltspiel noch zwei hundertprozentige Chancen liegen lassen. Das vierte Tor hätte das Spiel endgültig beruhigt, so blieb es gefährlich. Aber wie wir das Ergebnis verteidigt haben, war eine reife Leistung.« Für Altglienicke war es die erhoffte Reaktion auf das 0:3 gegen Erfurt wenige Tage zuvor – »spiegelverkehrt«, wie Parlatan bemerkte.
Auf der anderen Seite überwog bei Braune Ernüchterung. »Wir hatten eine sehr schlechte Startphase, waren mental gar nicht auf der Höhe. Körperlich war es nicht das Problem, wir sind die 90 Minuten marschiert. Aber in den ersten 20 bis 30 Minuten waren wir schlicht nicht auf dem Platz«, analysierte der FSV-Coach. Schonungslos gestand er ein: »So ein Spiel ist dann einfach durch. Es gibt nicht viele Mannschaften, die ein 0:3 noch drehen. Wenigstens haben wir in der zweiten Halbzeit unser Gesicht gewahrt – aber das ist auch das Mindeste.«
Tatsächlich stabilisierte sich Luckenwalde nach der Pause. Mit den Einwechslungen von Bachmann, Schröder und König wirkte die Elf strukturierter, das Pressing griff besser. In der 76. Minute belohnte sich das Team mit dem 1:3: Innenverteidiger Sofiene Jannene drückte den Ball nach einer Standardsituation über die Linie. Kurzzeitig schien wieder Spannung möglich, doch die Hoffnung zerstob, als der eingewechselte Bachmann neun Minuten später die Gelb-Rote Karte sah. Damit verpuffte auch die letzte Chance auf eine Schlussoffensive.
Braune fand klare Worte: »Wir müssen daraus lernen. Es geht um Basics wie Leidenschaft, die in den ersten 30 Minuten komplett gefehlt haben. Wir haben einen ordentlichen Saisonstart hingelegt, aber die Punkte sind nur eine Momentaufnahme. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen alle die Ohren anlegen und Gas geben.«
Die VSG brachte den Sieg in kontrollierter Manier über die Zeit und kletterte mit nun zwölf Punkten auf Rang vier. Luckenwalde verharrt mit neun Zählern im Tabellenmittelfeld. Auffällig war einmal mehr die Effizienz von Jonas Nietfeld, der mit seinen Saisontoren fünf und sechs seine Bedeutung für die Parlatan-Elf unterstrich. Daneben überzeugte der junge Friedrich mit einer bemerkenswerten Abgeklärtheit.
Für Altglienicke war es ein Sieg mit Signalwirkung – die Antwort auf eine schmerzhafte Niederlage unter der Woche und der Beweis, dass das Team auf Kurs Richtung Spitzengruppe bleibt. Für Luckenwalde dagegen war es eine schmerzhafte Lektion: In dieser Liga reicht eine halbe Stunde Unkonzentriertheit, um alle Chancen auf Punkte aus der Hand zu geben.