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Was für ein Gala-Abend in der Regionalliga Nordost! Die U23 des 1. FC Magdeburg schoss Hertha BSC II mit 6:0 (4:0) aus dem Heinrich-Germer-Stadion und präsentierte sich in einer Spiellaune, wie man sie selbst in der Zweitliga-Arena des Clubs zuletzt vergeblich gesucht hatte. Von der ersten Minute an stimmte alles: Tempo, Präzision, Zusammenspiel – und der unbedingte Drang zum Tor.
Petrik Sander, der erfahrene Coach der Magdeburger Nachwuchsprofis, dürfte gestaunt haben, mit welcher Konsequenz seine Elf den Gegner überrannte. Gleich der erste Angriff brachte das 1:0: Mergner flankte von der Grundlinie präzise auf Marusic, der aus kurzer Distanz einschob (7.). Nur fünf Minuten später war wieder ein Loch in der Hertha-Defensive – Baars startete perfekt in die Tiefe und vollendete cool ins lange Eck (12.). Kaum war der Jubel verklungen, stand es 3:0: Millgramm dribbelte über links, zog nach innen und traf flach ins Eck (14.).
Hertha BSC II, sonst bekannt für gepflegten Ballbesitzfußball, wirkte hilflos und desorientiert. Schon früh war klar, dass der Abend lang werden würde. Krempicki setzte mit einem Solo durch den Strafraum den Schlusspunkt unter eine einseitige erste Hälfte – 4:0 (37.). »Das war ein Tor, das man so wohl nur einmal im Leben sieht«, kommentierte Sander nach dem Abpfiff anerkennend.
Während Magdeburg wirbelte, bot Hertha BSC II eine erstaunlich konfuse Vorstellung. Weder das zentrale Mittelfeld noch die Viererkette fanden Zugriff, Torwart Mohwinkel rettete, was zu retten war – und musste dennoch sechs Mal hinter sich greifen. Nach der Pause blieb das Bild unverändert: Hertha versuchte, die Räume enger zu halten, doch Magdeburg spielte weiter mit Lust und Leichtigkeit.
Millgramm erzielte nach 51 Minuten seinen zweiten Treffer, als ein abgefälschter Schuss zum 5:0 im Netz landete. Auch danach blieb der FCM hungrig, drängte auf den nächsten Treffer, während Hertha kaum noch aus der eigenen Hälfte kam. Zajusch und Bytyqi belebten das Offensivspiel zusätzlich, Letzterer setzte mit seinem technisch sauberen Abschluss ins lange Eck den Schlusspunkt (78.).
»Wir wollten früh Tore machen und nie nachlassen – das ist uns gelungen«, sagte Verteidiger Julius Pfennig nach der Partie, der die Leistung seiner Mannschaft als »nahe am Optimum« bezeichnete. Und tatsächlich: Die jungen Magdeburger kombinierten wie aus einem Guss, pressten intelligent, schalteten nach Ballgewinnen blitzschnell um und demonstrierten eindrucksvoll, was moderner Offensivfußball leisten kann.
Für Hertha BSC II bleibt ein Abend zum Vergessen. Weder die Umstellungen zur Pause noch die Einwechslungen von Ünal und Zornic brachten Besserung. In keiner Phase hatte das Team Zugriff auf Spiel oder Gegner. Am Ende stand ein Resultat, das die Kräfteverhältnisse widerspiegelte: sechs Tore, zahlreiche Aluminiumtreffer und stehende Ovationen der 730 Zuschauer.
Magdeburgs U23 dagegen sendet ein deutliches Signal: Diese Mannschaft kann mehr als nur mithalten – sie spielt mit einer Selbstverständlichkeit, die in der Liga Seltenheitswert hat. Petrik Sander lächelte nach dem Schlusspfiff: »Das war eine Freude zuzusehen. Heute haben die Jungs gezeigt, was in ihnen steckt.«