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Ein intensives, von Nuancen entschiedenes Duell auf engem Raum endet ohne Sieger – und fühlt sich für den Halleschen FC doch wie ein Rückschlag an. Auf dem minimal vermessenen Feld von Fürstenwalde kontrollierte zunächst die VSG die Außenbahnen, nach der Pause zog Halle das Tempo an, ging per Strafstoß in Front und hatte den „Dreier“ auf dem Fuß.
Altglienicke erwischte den schärferen Start. Über links setzte Schickersinsky erste Akzente (8.), Nietfeld band als Zielspieler konsequent zweite Bälle, Türpitz suchte aus dem Halbraum den Abschluss. Halle tat sich im Aufbau auf dem schmalen Geläuf schwer, lange Zuspiele versandeten, die Pressinglinien griffen nicht sauber. Gleichwohl meldeten sich die Gäste mit Nadelstichen: Langhammers abgefälschte Hereingabe tropfte auf die Latte (11.), Ehrlich köpfte nach präziser Hauptmann-Flanke knapp vorbei (38.). Auf der Gegenseite klärte Zaruba gegen Türpitz per Kopf in höchster Not zur Ecke (40.), Müller parierte im Zentrum gegen Schickersinsky (12.). Das 0:0 zur Pause war Ergebnis zweier kompakter Blöcke, die die Box konsequent verteidigten.
Nach Wiederanpfiff kippte die Statik. Halle rückte die Kette wuchtiger nach, gewann höhere Ballgewinne und legte Altglienicke mit Einwürfen und Standards Knoten in die Zuordnung. Hartmann prüfte Klatte per Kopf (64.), Langhammer und Löhmannsröben hielten die Gastgeber über zweite Bälle in der eigenen Zone. Die Szene, die zur Führung führte, steht exemplarisch: Nach einer Ecke setzt der HFC im Gegenpressing nach, Löhmannsröben wird im Gewühl von Sylla abgeräumt – Elfmeter. Elezi blieb kühl und verlud Klatte (71.). In der Folge hatten die Saalestädter die Reifeprobe im Griff: der Strafraum belagert, Einwürfe wie Standards schwer zu verteidigen, Klatte rettete mit Mühe (80.).
VSG-Coach benennt frische Beine, öffnet die Flügel – und das Spiel kippt ein zweites Mal. Saliger rauschte nach scharfer Hereingabe am langen Pfosten ans Außennetz (83.), die Hausherren drückten, Halle bekam die Entlastung nicht mehr sauber gespielt. Als Polat und Damelang bei einem Befreiungsversuch zu zögerlich agierten, schaltete Nietfeld gedankenschnell, legte ab – Qenaj zog aus gut 20 Metern trocken ab und jagte das Leder unter die Latte (88.). Ein Treffer aus dem Nichts war es nicht, wohl aber die logische Konsequenz der Druckphase.
Und dennoch hätte der HFC den alten Abstand wiederherstellen können. In Minute 90 setzt Elezi die Verlagerung perfekt, Baro taucht frei vor Klatte auf – Roßbach rettet auf der Linie. Kurz darauf Baro aus der Distanz – vorbei. Danach blieb es bei einer Punkteteilung, die der Dramaturgie gerecht wird: Halle dominanter nach dem Wechsel, Altglienicke wacher in den Schlussminuten.
Im Detail prägten Kleinigkeiten das Bild: Halles höherer Anlauf nach der Pause, Elezis Ruhe am Punkt, Langhammers Grätsche gegen Schickersinsky (80.) als Mikromoment eines mutigen, aber nicht immer sauberen Verteidigens. Auf der Gegenseite hielten Roßbach/Kapp die Box lange geschlossen, ehe der Druck der Gäste nach Standards die VSG am Limit testete. Disziplinierte Zweikämpfe, wenig Spielfluss – und zwei sauber erzählte Tore.
Der HFC verpasst es, ein reif geführtes Auswärtsspiel zuzumachen; Altglienicke beweist Resilienz und sichert spät einen Zähler. Im Rennen um die Spitze bedeutet das Remis für beide: Kontakt halten – mehr nicht.