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Mit Erfahrung, Effizienz und Entschlossenheit hat Hertha BSC II den Chemnitzer FC mit 2:0 besiegt und sich nach schweren Wochen eindrucksvoll zurückgemeldet. Vor 518 Zuschauern im Amateurstadion reichten zwei Szenen nach der Pause, um ein von Taktik und Ungeduld geprägtes Duell zu entscheiden: Änis Ben-Hatira brach den Bann (59.), Jeremy Dudziak erhöhte acht Minuten später (67.).
Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass Hertha an diesem sonnigen Sonntag die aktivere, reifere Mannschaft stellen würde. Nach fünf Minuten setzte Pekarik am zweiten Pfosten die erste Duftmarke, verzog aber knapp. Wenig später hatte Ajvazi das 1:0 auf dem Fuß, zielte aber aus kurzer Distanz rechts vorbei (16.). Der CFC kam dagegen nur über Standards zu Entlastung: Felix Müller (18.) und Alberico (13.) sorgten mit harmlosen Abschlüssen für die seltenen Momente vor Heide, der nach längerer Pause wieder zwischen den Pfosten stand. Die junge Hertha-Elf hielt den Ball sicher, attackierte die Zwischenräume klug, doch in der letzten Zone fehlte zunächst Präzision. Auf der Gegenseite stand Adamczyk im Fokus, als er nach einem riskanten Rückpass von Pistol Kopf und Kragen riskierte (24.).
Chemnitz stabilisierte sich nach rund 30 Minuten, kam über Grimaldi und Damer besser in die Partie. Ein Schuss von Erlbeck aus 30 Metern segelte jedoch klar vorbei (37.) und als Felix Müller kurz vor der Pause freistehend über das Tor zielte (45.), blieb es beim torlosen Remis – schmeichelhaft für die Himmelblauen, denen Herthas strukturierter Aufbau zunehmend zusetzte.
Nach Wiederanpfiff veränderte sich das Bild. Die Gäste attackierten höher, gewannen mehr zweite Bälle, und der CFC witterte seine Phase: Felix Müller köpfte nach einer Ecke knapp vorbei (51.), Alberico schlenzte über die Latte (64.), und kurz darauf musste Heide gegen Stockinger in höchster Not parieren (66.). Doch mitten in Chemnitzer Druck fiel das Gegentor – und es war sinnbildlich für Herthas Zielstrebigkeit. Nach einer Hereingabe von links stand Ben-Hatira goldrichtig und schob aus fünf Metern zur Führung ein (59.). Der Routinier, der nach Jahren im Profi-Fußball als Leitfigur in die U23 zurückgekehrt ist, setzte damit den psychologischen Wendepunkt.
Chemnitz warf alles nach vorn, wurde aber gnadenlos ausgekontert. Nach Ballgewinn im Mittelfeld zog Strasner über halbes Feld, passte rechts auf Dudziak, der aus spitzem Winkel vollendete (67.). Adamczyk war noch dran – doch die Wucht des Abschlusses reichte. Zwei Tore in acht Minuten entschieden eine Partie, die bis dahin offen schien. Die Gelb-Rote Karte für Erlbeck (69.) besiegelte endgültig das Schicksal der Gäste. Danach verwaltete Hertha souverän, ließ den Ball laufen und suchte in der Schlussphase sogar das 3:0: Bellomo (90.) verzog, Gashi kam für Ben-Hatira (90.+1). Chemnitz’ letzte Chance – Albericos Volley aus elf Metern (90.+3) – strich knapp vorbei.
Hertha II gewinnt verdient, weil sie die Partie in Ballkontrolle und Reife dominierte, während Chemnitz seine stärkste Phase nicht vergolden konnte. Mit Ben-Hatira und Dudziak als Führungsspielern sendet die Berliner U23 ein klares Lebenszeichen – Chemnitz dagegen tritt offensiv auf der Stelle.