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Die Krise beim SV Babelsberg 03 nimmt bedenkliche Formen an. Vor eigenem Publikum kassierte der einstige Aufstiegsaspirant eine deftige 2:5-Heimpleite gegen den frech aufspielenden Aufsteiger BFC Preussen. Trotz zweimaliger Führung gaben die Potsdamer die Partie nach der Pause völlig aus der Hand – ein sinnbildlicher Abend für den anhaltenden Leistungsabfall der Filmstädter.
Von Beginn an entwickelte sich eine offene Partie mit hohem Tempo und wenig taktischer Disziplin. Beide Teams suchten sofort den direkten Weg nach vorn. Babelsberg erwischte den besseren Start: Nach einem sehenswerten Angriff über die rechte Seite legte Didoss quer auf den mitgelaufenen Innenverteidiger Schätzle, der den Ball überlegt ins lange Eck hob (16.). Doch die Freude währte nur kurz. Nur drei Minuten später glich der BFC nach einem Foul im Strafraum per Strafstoß durch Stein aus – 1:1 nach 19 Minuten.
Die Begegnung blieb ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Babelsberg schüttelte den Ausgleich rasch ab und nutzte die nächste Gelegenheit eiskalt: Queißer setzte Didoss in Szene, der sich am Sechzehner drehte und präzise ins linke Eck abschloss (24.). Fast hätte Müller den Vorsprung kurz darauf ausgebaut, doch sein Schuss krachte an die Latte (28.). Der SVB hatte in dieser Phase die Kontrolle, doch kurz vor dem Pausenpfiff kam der Rückschlag: In der Nachspielzeit entwischte Breitkreuz nach einem Freistoß der Babelsberger Deckung und traf aus kurzer Distanz zum 2:2 – ein Wirkungstreffer, der den weiteren Verlauf prägte (45.+2).
Nach dem Seitenwechsel verloren die Gastgeber ihre Linie. Während Babelsberg zwar weiter den Ball forderte, mangelte es an Tempo und Präzision, nutzte Preussen jede Unsicherheit konsequent. Der Knackpunkt kam in Minute 71: Zeiger unterschätzte einen weiten Abschlag von Albers, Ramadan spritzte dazwischen, blieb cool vor Babke und traf zum 2:3. Es war der Moment, in dem die Partie endgültig kippte.
Anstatt sich zurückzukämpfen, zerfiel Babelsbergs Ordnung zunehmend. Das Zentrum um Bürger und Zeiger bekam die Berliner Umschaltbewegungen nicht mehr eingefangen, während die Defensive um Weyh und Lang mehrfach ins Leere lief. Preussen nutzte die sich bietenden Räume mit bemerkenswerter Effizienz: Zehn Minuten vor Schluss erhöhte Frank nach einer präzisen Ablage im Strafraum auf 4:2 (80.), ehe Meyer mit einem trockenen Abschluss in der 89. Minute den Schlusspunkt setzte.
Der Aufsteiger spielte in dieser Phase mit der Leichtigkeit eines Teams, das nichts zu verlieren hatte – stabil im Pressing, zielstrebig im Umschalten, präzise im Abschluss. Babelsberg dagegen offenbarte eklatante Schwächen in allen Mannschaftsteilen. Vor allem nach Ballverlusten fehlte die Kompaktheit, während in der Offensive die Ideen ausgingen. So wurde aus einem zunächst offenen Spiel eine deutliche Klatsche, die Trainer Zimmermanns Mannschaft tief in die Ergebnis- und Stimmungskrise stürzt.
Für den BFC Preussen ist der Coup von Potsdam dagegen der vorläufige Höhepunkt einer beeindruckenden Wochenserie. Nach dem 3:2-Erfolg über Zwickau und starken Auftritten gegen Jena und Erfurt festigt der Aufsteiger mit nun 22 Punkten seinen Platz im Tabellenmittelfeld. Babelsberg hingegen bleibt seit sechs Spielen sieglos, steht bei 13 Zählern und muss nun den Blick nach unten richten.
Die Art und Weise der Niederlage – nach eigener Führung zweimal den Ausgleich kassiert, dann in der Schlussphase auseinandergebrochen – lässt beim SVB Alarmglocken schrillen. Der November beginnt mit drängenden Fragen: Wie viel Substanz ist noch vorhanden, und findet die Mannschaft den Weg aus der Lethargie, bevor sie endgültig in den Abstiegskampf rutscht?