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Aufmerksame Beobachter der Waldecker U19 erinnern sich noch an den 12. 0ktober 2025. Allerdings sehr ungern, denn an jenem Tag setzte es die letzte Niederlage der Obermenzinger in der Bayernliga. Seitdem eilten die Jungs von Sieg zu Sieg, haben inzwischen die letzten sieben Spiele gewonnen, krönten sich im Januar nebenbei zum Bayerische Hallenmeister und stehen unangefochten an der Tabellenspitze
Genau diese Vorsicht ließen die Obermenzinger jedoch vermissen. Wozu auch? Nach bereits fünf Minuten stand es 1:0 für den Tabellenführer und knapp zehn Minuten später unterlief den unglücklichen Gastgebern ein Eigentor. Spätestens jetzt war die Sache doch gelaufen, oder? Ein Zweitorevorsprung des Tabellenführers gegen den Drittletzten und ein schier grenzenloses Selbstvertrauen nach dem Kantersieg der vergangenen Woche – was sollte da noch schiefgehen? Offen war da doch bloß noch, wie hoch der Sieg ausfallen würde, zumal sich Illertissen in der Anfangsphase recht harmlos präsentierte. Soweit die bei einigen Akteuren grassierende verhängnisvolle Selbstüberschätzung.
Dabei gab es bereits nach spätestens 30 Minuten unübersehbare Anzeichen dafür, dass das Spiel der Gäste ganz und gar nicht so diszipliniert und zielstrebig war, wie es gegen einen Bayernligisten nötig gewesen wäre. Im Angriff dominierte nämlich fortan Hacke, Spitze, 1-2-3, teilweise hübsch anzusehen, meist aber ungemein unproduktiv. Dass auf der anderen Seite des Spielfelds die Verteidigung nicht allein Aufgabe der Spieler der Dreier- oder Viererkette ist, weiß heutzutage jeder Junge in der D-Jugend. Manche Bayernligaspieler sehen das jedoch nicht so eng. Als die Außenverteidiger nach vorne spielten, sahen sich die zuständigen Mitspieler nicht in der Pflicht, nach hinten abzusichern. So kam es, dass die Waldecker in der Verteidigung öfter völlig offen waren und sie es nur dem Illertissener Ungeschick zu verdanken hatten, dass sie ohne Gegentreffer in die Pause gingen.
Und so kam, was kommen musste. Die Obermenzinger Niederlage dem unglücklichen Eigentorschützen oder dem Stürmer in die Schuhe zu schieben, dem es gelang, aus einem Meter vor dem leeren Tor den Pfosten zu treffen, ginge an den dem wirklichen Grund für den 3:2 Sieg für Illertissen vorbei. Die Jungs vom SV Waldeck-Obermenzing sind zweifellos durchweg großartige Fußballer. Aber das ist nicht genug. Wenn sie sich darauf besinnen, dass Fußball auch Arbeit bedeutet, dass ohne die Berücksichtigung der Basics dieses Spiels kein Blumentopf zu gewinnen ist und dass der Respekt vor jedem Gegner nicht nur eine Forderung der political correctness, sondern eine gute Voraussetzung für den Erfolg ist – dann, aber nur dann, steht der bayerischen Meisterschaft dieser U19 nichts im Wege.