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SG Schleswig vor starkem Saisonabschluss – beeindruckende Entwicklung unter Cheftrainer Kennet Bruhn. Die U19 der SG Schleswig hat am 10. Spieltag der Oberliga drei weitere Punkte auf ihrem Konto verbucht. Die ursprünglich angesetzte Begegnung gegen den VfB Lübeck wurde nicht ausgetragen und inzwischen durch das Sportgericht mit 5:0 zugunsten der Schleswiger gewertet.
Schleswig - Nach Informationen aus Schleswiger Vereinskreisen hatte der VfB Lübeck die Verantwortlichen der SG Schleswig am frühen Samstagmorgen darüber informiert, dass die Mannschaft nicht zum Auswärtsspiel antreten werde. Offizielle Angaben zu den Hintergründen gibt es bislang nicht. Aktuell wird jedoch davon ausgegangen, dass die Lübecker keine spielfähige Mannschaft stellen konnten und die Partie deshalb abgesagt werden musste. Für einen Verein mit der Größe und Tradition des VfB Lübeck ist ein solcher Vorgang im Oberliga-Spielbetrieb durchaus bemerkenswert.
Auch wenn die Punkte kampflos nach Schleswig gehen, stehen sie sinnbildlich für die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Monaten. Wer die Leistungen der SG Schleswig in der Rückrunde verfolgt hat, erkennt schnell, welch bemerkenswerte Entwicklung das Team genommen hat.
Mit dem Trainerwechsel im Dezember übernahm Kennet Bruhn die Mannschaft und begann gemeinsam mit Co-Trainer Simon Wachromejew eine intensive Entwicklungsarbeit. Im Mittelpunkt standen dabei weniger einzelne Grundlagen, sondern vielmehr die athletische und mentale Weiterentwicklung der gesamten Mannschaft. Die Fortschritte sind deutlich sichtbar. Wer die Schleswiger regelmäßig beobachtet hat, wird bestätigen können, dass diese Mannschaft kaum noch mit jener aus der Hinrunde zu vergleichen ist.
Das Trainerteam hat aus einer verunsicherten Mannschaft eine äußerst widerstandsfähige, geschlossene und unangenehm zu bespielende Einheit geformt. Klare Abläufe, hohe Intensität gegen den Ball und mannschaftliche Geschlossenheit prägen mittlerweile das Spiel der SG Schleswig. Die Entwicklung blieb auch über die Kreisgrenzen hinaus nicht unbemerkt – inzwischen hat sich die Mannschaft in Schleswig-Holstein einen Namen gemacht.
Dabei spiegelt die reine Punkteausbeute die tatsächliche Leistungsfähigkeit nur bedingt wider. Beim 1:6 gegen Klausdorf leistete sich Schleswig einen seltenen Ausrutscher, eine Niederlage, die in dieser Form wohl nur selten vorkommt und in der aktuellen Verfassung kaum wiederholbar wäre.
Auch in den weiteren Partien fehlten oft nur Kleinigkeiten. Gegen den vermutlich künftigen Regionalliga-Aufsteiger SV Eichede hielt Schleswig stark mit und verlor erst spät mit 1:2. Beim SC Weiche Flensburg zeigte die Mannschaft ebenfalls eine gute Leistung, ließ aber die nötige Konsequenz vor dem Tor vermissen und unterlag unglücklich mit 2:3.
Besonders ärgerlich waren die beiden 2:2-Unentschieden gegen Eidertal Molfsee und SG GO Göhl/Oldenburg. In beiden Spielen war Schleswig über weite Strecken die bessere Mannschaft, versäumte es jedoch, die Partien frühzeitig zu entscheiden. Gegen Oldenburg führte man bis kurz vor Schluss 2:0, ehe ein glücklicher Anschlusstreffer nach einem Ping-Pong im Strafraum und ein Freistoß aus rund 23 Metern noch den Ausgleich brachten.
Trotzdem überwiegt die positive Entwicklung deutlich. Besonders bemerkenswert ist die Rolle von Cheftrainer Kennet Bruhn, der mit gerade einmal 19 Jahren seine Mannschaft mit Klarheit und Präsenz führt und sich im schleswig-holsteinischen Jugendfußball bereits einen Namen gemacht hat.
Mindestens genauso wichtig ist das Verhältnis zwischen Trainerteam und Mannschaft. Beide Seiten wirken perfekt aufeinander abgestimmt. Die Spieler vertrauen dem Trainerteam, das Trainerteam vertraut den Spielern – ein entscheidender Faktor für den Aufschwung.
Am letzten Spieltag bietet sich der SG Schleswig nun noch einmal die Chance, die starke Rückrunde zu krönen. Beim Eckernförder SV will die Mannschaft am Sonntag alles investieren, um in der Tabelle weiter zu klettern und die Saison möglicherweise auf einem starken fünften Platz zu beenden.
Verdient wäre dies allemal. Wer die Entwicklung der Schleswiger begleitet hat, weiß, dass die Leistungen oft mehr aussagen als die Ergebnisse. Unabhängig vom letzten Spieltag gehört die Rückrunde der SG Schleswig bereits jetzt zu den bemerkenswertesten Geschichten dieser Oberliga-Saison und geht vermutlich in die eigene Vereinsgeschichte ein.