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Der Klassenunterschied war von der ersten Minute an zu sehen: Im Achtelfinale des Kreispokals setzte sich der Oberligist TSB Flensburg beim SV Adelby mit 6:0 durch. Die Gastgeber hielten engagiert dagegen, doch der TSB bestimmte das Geschehen fast durchgehend und ließ kaum gefährliche Entlastungsangriffe zu.
Vor allem über die linke Seite nahm der TSB früh Fahrt auf. In der 12. Minute war es Nick Freundlich, der zentral an den Ball kam, sich stark durchsetzte und flach zum 0:1 einschob. Adelby überstand die Anfangsphase trotz weiterer TSB-Chancen zunächst ohne größeren Schaden und kam über Standards gelegentlich in die Nähe des TSB-Strafraums. Doch die von Rouven Koppelmann aufmerksam organisierte Abwehr stand sicher.
Dann ging es Schlag auf Schlag: In der 23. Minute lief der Ball über die rechte Seite, die Kombination landete bei Berat Güllü, der zum 0:2 vollendete. Zehn Minuten später sorgte die nächste Tempo-Attacke für den dritten Treffer. Lasse Bo Nielsen setzte sich links durch, bediente Musa Kösgeroglu, der sofort auf den langen Pfosten weiterleitete. Dort stand Hasan Al-Rabaai goldrichtig und machte das 0:3 – Fußball im Direktzugriff!
Kurz darauf fehlten nur Zentimeter zum nächsten Treffer: Kiano Bajohr donnerte den Ball aus der Distanz an die Latte. Fünf Minuten vor der Pause war es dann erneut Musa Kösgeroglu, der nach einer unübersichtlichen Situation im Adelbyer Strafraum am schnellsten schaltete – 0:4.
„Wir sehen den Klassenunterschied, sind klar überlegen und nutzen die Einschussmöglichkeiten ganz gut“, bilanzierte TSB-Trainer Erdal Kösgeroglu zur Halbzeit.
Mit dem 4:0 war das Viertelfinale bereits eingetütet. Die zweite Halbzeit bekam deshalb fast schon den Charakter eines verschärften Trainingsspiels. Gleich sieben Wechsel gab es – auch ein Zeichen dafür, wie breit der TSB-Kader aktuell aufgestellt ist. Stammplätze sind zu diesem frühen Saisonzeitpunkt noch längst nicht vergeben. Auf nahezu jeder Position gibt es mindestens doppelte Besetzung, und die Leistungsunterschiede sind teilweise nur hauchdünn.
Das bekam auch Adelby zu spüren. Der TSB hielt das Tempo hoch und legte weiter nach. In der 53. Minute packte Rouven Koppelmann einen echten Hammer aus: Aus rund 25 Metern jagte er den Ball mit ordentlich Wucht unter die Querlatte – ein Treffer Marke „echter Hingucker“. Nur zwei Minuten später war erneut die linke TSB-Seite nicht zu bremsen. Lasse Bo Nielsen schlug eine scharfe, präzise Flanke und Musa Kösgeroglu vollendete per sehenswerter Direktabnahme zum 0:6.
Danach hätte der TSB durchaus noch das eine oder andere Tor nachlegen können. Chancen gab es reichlich, allein der Ball wollte nicht mehr über die Linie. Genau hier setzte Kösgeroglu trotz des klaren Sieges den Hebel an: „Auch mit der hohen Führung muss ich trotzdem die Effektivität vorm Tor kritisieren. Die Ausbeute war in der Schlussphase kläglich! Da werden wir uns im Training mit Blick auf den Liga-Saisonstart noch etwas einfallen lassen.“
Unterm Strich bleibt ein souveräner Pokalauftritt, bei dem der TSB seine spielerische Qualität, sein Tempo und vor allem die enorme Breite des Kaders unter Beweis stellte. Für den SV Adelby war gegen den klassenhöheren Gegner an diesem Abend wenig zu holen – ohne dass die engagierte Leistung der Gastgeber dadurch geschmälert wird.
Im November geht es für den TSB im Viertelfinale weiter. Dort wartet die SG Nieharde, die kampflos gegen Arensharde weiter kam.
Sechs Tore, zu null gewonnen – und trotzdem (im Angriffszentrum) noch Luft nach oben. Für den TSB dürfte das die vielleicht interessanteste Erkenntnis dieses Pokalabends sein.