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Die TSG Niederrad hat ihren starken Saisonstart auch im Kreispokal fortgesetzt. Nach zuletzt zwei Siegen in der Meisterschaft setzten sich die Grün-Weißen mit 3:2 beim Kreisoberligisten TuS Nieder-Eschbach durch und zogen verdient in die nächste Pokalrunde ein. Dabei fand die Partie ursprünglich mit Heimrecht der Niederräder statt. Da in Niederrad und Umgebung kurzfristig kein bespielbarer Platz mit Flutlicht zur Verfügung stand, einigten sich beide Vereine auf einen Heimrechttausch und die Begegnung wurde in Nieder-Eschbach ausgetragen.
Personell konnte Trainer Ibrahim Keser wieder auf die zuletzt fehlenden Trauner-Brüder bauen. Renato Trauner führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld, Renaldo Trauner rückte ebenfalls zurück in die Defensive.
Zu Beginn entwickelte sich die erwartete umkämpfte Pokalpartie. Die Niederräder verkauften sich gegen den eine Klasse höher spielenden Gegner von Beginn an gut, klare Torchancen blieben zunächst auf beiden Seiten Mangelware. Mit zunehmender Spielzeit wurden die Gäste jedoch mutiger und kamen immer besser in die Begegnung. Nach einem langen Ball in die Spitze hatte Azegouaghi die erste große Möglichkeit. Der Niederräder war rund 16 Meter vor dem Tor völlig frei, bekam die Kugel allerdings nicht richtig unter Kontrolle und ließ die Chance zur Führung liegen.
Fast im direkten Gegenzug zeigten sich die Hausherren eiskalt. Nieder-Eschbach kombinierte sich gut in den Strafraum, legte quer und Theodoridis vollendete zum 1:0. Es sollte die einzige echte Torchance der Hausherren im ersten Durchgang bleiben.
Der Rückstand zeigte bei den Grün-Weißen allerdings kaum Wirkung. Im Gegenteil: Fortan übernahm die TSG zunehmend das Kommando und drängte den Kreisoberligisten tief in die eigene Hälfte. Kuscu kam nach einer schönen Kombination zum Abschluss, doch Schoenig lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte. Beim anschließenden Eckball bot sich Omar Ahmed aus rund elf Metern die nächste gute Gelegenheit, sein Abschluss ging jedoch über das Tor.
Die Niederräder blieben am Drücker. Nach einer weiteren sehenswerten Kombination tauchte erneut Omar Ahmed gefährlich vor Schoenig auf, traf die Kugel allerdings nicht richtig, sodass der Eschbacher Schlussmann klären konnte. Der Ausgleich lag mittlerweile in der Luft – und fiel schließlich noch vor der Pause. Der kurz zuvor eingewechselte Bagdu profitierte von einem Abspielfehler in der Defensive der Hausherren und ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen. Aus rund zwölf Metern suchte er sich die Ecke aus und traf zum hochverdienten 1:1.
Kurz vor dem Pausenpfiff bot sich sogar noch die große Gelegenheit zur Führung. Nach einem schnellen Konter lief Kuscu frei auf das Eschbacher Tor zu und legte auf den mitgelaufenen Keser quer. Dieser stand allerdings im Abseits. So ging es mit einem 1:1 in die Kabinen, obwohl die Niederräder aufgrund ihres Chancenplus durchaus eine Führung verdient gehabt hätten.
Auch nach dem Seitenwechsel machten die Grün-Weißen dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Das Spiel fand überwiegend in der Hälfte der Hausherren statt und die TSG belohnte sich schließlich für ihren starken Auftritt. Nach einer schönen Kombination wurde Kuscu freigespielt und schob die Kugel am herausstürmenden Schoenig vorbei ins lange Eck zum 2:1.
Nieder-Eschbach fand weiterhin nur selten Entlastung, während die Gäste auf die Vorentscheidung drängten. Cakar hatte das 3:1 auf dem Fuß, als er nach einem langen Ball völlig frei auf Schoenig zulief. Der Schlussmann der Hausherren parierte jedoch glänzend. Wenig später war er machtlos. Wieder kombinierten sich die Niederräder sehenswert in den Strafraum, diesmal vollendete Keser zum verdienten 3:1. Die Überraschung nahm immer konkretere Formen an.
In der Schlussphase wurde die Begegnung zunehmend hitziger. Für besondere Diskussionen sorgte zunächst eine äußerst strittige Strafstoßentscheidung. TSG-Kapitän Renato Trauner ging im Strafraum ins Duell mit Mbonigaba, wobei aus Niederräder Sicht eher der Eschbacher den TSG-Verteidiger traf. Der Unparteiische zeigte dennoch auf den Punkt. Karakus ließ sich davon nicht beeindrucken und parierte den anschließenden Strafstoß von Monteiro Dias.
Wenig später rückte der Schiedsrichter erneut in den Mittelpunkt. Bei einem Zuspiel auf Raimondi sah es von außen nach einer klaren Abseitsstellung aus, doch der Pfiff blieb aus. Raimondi spielte weiter und verkürzte auf 2:3. Damit war die eigentlich kontrollierte Partie plötzlich wieder völlig offen.
Die Hausherren zeigten im zweiten Durchgang zunehmend ein unschönes Gesicht und fielen mehrfach durch Unsportlichkeiten auf. Schließlich unterbrach der Schiedsrichter die Partie und wendete das DFB-STOPP-Konzept zur Deeskalation an. Nach der Fortsetzung warf Nieder-Eschbach noch einmal alles nach vorne. Die größte Gelegenheit zum Ausgleich hatte Brendel, der nach einer Flanke von der Außenbahn per Kopf zum Abschluss kam, den Ball jedoch am Tor vorbeisetzte.
In den letzten Minuten war dann Kampf gefragt. Die Grün-Weißen warfen sich in jeden Ball und verteidigten den knappen Vorsprung mit großem Einsatz bis zum Schlusspfiff. Am Ende stand ein verdienter 3:2-Erfolg beim Kreisoberligisten. Vor allem zwischen dem Eschbacher Führungstreffer und der Schlussphase waren die Niederräder über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft und hatten die klareren Möglichkeiten. Einzig die mangelnde Chancenverwertung verhinderte eine frühere Entscheidung.
Mit dem Pokalerfolg krönt die TSG ihren gelungenen Saisonstart und fügt dem TuS Nieder-Eschbach gleichzeitig die erste Pflichtspielniederlage der Saison zu. Die Grün-Weißen ziehen damit verdient in die nächste Pokalrunde ein.
Für die Niederräder geht es bereits am Sonntag, 30. August, in der Kreisliga A weiter. Um 15:00 Uhr gastiert die TSG beim FC Croatia Frankfurt. Dort wollen die Grün-Weißen ihren starken Saisonstart fortsetzen und auch in der Meisterschaft weiter punkten.
Die Tore:
1:0 Marios Theodoridis (26.); 1:1 Cem Bagdu (45.+1); 1:2 Kadir Kuscu (51.); 1:3 Ahmet Keser (69.); 2:3 Nico Raimondi (77.).