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Gueler für Kabir
Die Mannschaft von Alessandro di Marco siegt mit 4:2 (1:0) bei Neuenhain II.
Intensive Partie trotz schwieriger Bedingungen
Von Beginn an machte sich sofort bemerkbar, dass sich beide Teams vorgenommen haben keinen einzigen Zentimeter im Kampf um den Ball herzuschenken. So zog sich eine teils ruppige Zweikampfführung durch die gesamte Partie, welche zu teils überhartem Einsteigen führte und hin und wieder Rudelbildungen verursachte. Der Schiedsrichter blieb allerdings seiner großzügigen Linie treu und beschränkte sein Strafmaß auf Gelbe Karten.
Es kam auf dem Platz auch immer wieder zu Fehlpässen bzw. Spieler verschätzten sich bei zweiten Bällen, da der immer wieder einsetzende Regen für nass-feuchte Platzverhältnisse sorgte, was den Ball zum Teil unvorhersehbar machte.
Lorsbach geht in Führung
In der 25. Min traf Pascal Fuchs nach einer halbhohen Flanke von seinem kongenialen Sturmkollegen Domenico Delfino in bester Haaland-Manier und drückte den Ball vorbei am herauseilenden Neuenhainer Torwart-Veteran Florian Kähler über die Linie.
Kurz nach Wiederanpfiff waren gerade erst zwei Minuten gespielt, als sich Delfino ein Herz fasste und trotz lautstarker gegenteiliger Bekundungen seines Mitspielers Shahryan Kabir ("no vinny don't shoot noo") aus 30 Metern abzog und den Ball unhaltbar in den rechten oberen Winkel bugsierte.
Neuenhain verkürzt - aber Lorsbach legt nach
Die Freude über die Zwei-Tore-Führung aus Lorsbacher Sicht währte aber nur kurz, denn in der 49. Min verkürzte Neuenhain nach einer Unachtsamkeit in der Lorsbacher Hintermannschaft durch Nils Kattermann auf 1:2.
Gerade als man dachte, dass Neuenhain in die Partie zurückfindet, brach Shahryan Kabir auf der rechten Seite durch und brachte eine scharfe Hereingabe in den Sechzehner, wo Delfino eiskalt einschob.
Drei Minuten später erhöhte Pascal Fuchs nach einem gut getimeten Steilpass von Turgut Erdogan auf 4:1.
Neuenhain trifft erneut - aber Lorsbach lässt nichts mehr zu
In der 77. Minute traf Nils Kattermann erneut und verkürzte auf 2:4. Neuenhain kam noch zu einigen vielversprechenden Tormöglichkeiten, ließ aber die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen, um der Partie noch eine weitere Wendung zu geben, weshalb es bis zum Schluss bei diesem Ergebnis blieb.
Was auffiel
Domenico Delfino in Torlaune
Der Italiener befindet sich in bestechender Form. Zwölf Tore in sechs Spielen sprechen eine beeindruckende Sprache und eine Wahnsinnsquote von 2,0 Toren pro Spiel im Schnitt. Es bleibt spannend zu sehen, wie und ob der Rekordmann seine beeindruckende Statistik weiter ausbauen und seine Form konservieren kann. Neben seiner Hauptaufgabe ist er auch gut ins Spiel seiner Mannschaft eingebunden, leitet Angriffe ein, macht Bälle fest und sorgt stets für Torgefahr.
Pascal Fuchs als eiskalter Vollstrecker
Der bullige Angreifer steht in klassischer Stoßstürmer Manier Delfino in kaum was nach. Bemerkenswert ist, dass er trotz Phasen, in welchen er weniger an den Ball kommt dennoch das Beste aus der Situation macht. Letzten Endes machte seine Effizienz vor dem Tor heute auch den Unterschied. Dieses Sturmduo lässt nicht viel zu wünschen übrig und wird in der zweiten Mannschaft von Lorsbach noch für viel Furore sorgen.
Francesco "Ciccio" Pio Donzi - Neuzugang mit viel Potenzial
Hat trotz Schwächen im Offensivspiel gezeigt, dass auf ihn Verlass ist, denn holte immer wieder bereits verloren geglaubte Bälle mit großem Willen und Kampfgeist zurück. Sorgte so für eine defensive Stabilität woran der Gegner immer wieder seine Zähne ausbiss.
Turgut Erdogan als abgeklärter Routinier
Der Sechser spielte seine Erfahrung aus und war oftmals jüngeren Gegenspielern so stets einen Schritt voraus. Hatte nicht nur eine kompromisslose Zweikampfführung als sichere Bank in der Defensive, sondern wusste auch immer wieder offensive Akzente zu setzen.
Filip Markovic - Kapitän ohne Makel
Sichere Bank defensiv und mit hoher Workrate, wenn es darum ging gefährliche Bälle abzufangen und ebenso sicher im Eins-gegen-Eins gegen wuselige Neuenhainer, wo dieser öfters in letzter Not klärte. Eine hohe Passgenauigkeit trug auch dazu bei, die Spieleröffnung aufseiten der Lorsbacher zu erleichtern.
Ari Miliopoulos - sicher und abgeklärt ohne große Schnörkel
Machte seinen Job als Außenverteidiger solide ohne größere Fehler und ließ sich auch nicht durch teils klare Pace-Unterschiede zu den gegnerischen Außen aus der Ruhe bringen, indem er sich durch kluges Stellungsspiel richtig positionierte und dies auf diese Weise kompensierte. Steigerte sich in der zweiten Hälfte nochmal deutlich. Sorgte für einen Schreckmoment, als er hart angegangen wurde, konnte aber weitermachen.
Foivos Bentis-Makis - Torwart mit starker Leistung
Der Schlussmann der Lorsbacher ließ kaum etwas zu und machte seine Sache gut ohne nennenswerte Fehler. Anfang der ersten Halbzeit mit einer Weltklasse-Parade, welche seine Mannschaft vor dem Rückstand rettete. Auch sonst gut am Ball, mit sicheren Bällen in der Spieleröffnung und weiten Abschlägen.
Shahryan Kabir als Unterschiedsspieler für Lorsbach - aber geht da mehr?
Der Flügelflitzer machte immer wieder viel Tempo und brach unzählige Male auf seiner Seite durch. Neben seiner allseits bekannten unfassbaren Schnelligkeit beim Antritt und starker Ballbehauptung fiel er auch dadurch auf immer wieder seinen Mannschaftskollegen als fast schon erweiterter Arm des Trainers hilfreiche Anweisungen zu geben, sei es im Spielaufbau oder auch defensiv. War sich auch nicht zu schade, die Wege nach hinten zu machen und seinem Außenverteidigerkollegen auszuhelfen. Drei Assists in drei Spielen lassen jedoch den Schluss zu, dass Lorsbach II mit seinem Star-Neuzugang einen Transfer getätigt hat, der noch für viele Highlights im Laufe der Saison zeigen wird.
Die große Frage aber, die sich stellt ist, ob der bengalische Tempodribbler auch in der Lage ist, eine gesamte Saison über verletzungsfrei zu bleiben. Denn auch heute fiel auf, dass er durchgehend Probleme an seinem Oberschenkel zu haben schien und unrund lief. Wenn dieser Shahryan Kabir nur bei 70% war, mag man sich nicht vorstellen, zu was dieser erst bei vollständiger Fitness imstande ist. Eines ist klar: einer erfolgreichen Saison für ihn steht nur seine Verletzungsanfälligkeit im Wege, denn dies scheint das Einzige zu sein, dass ihn einbremsen kann. Es bleibt zu hoffen, dass Ersteres eintritt.