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Eine Halbzeit ist zu wenig – Lok Schöneweide verliert 1:6 bei Brandenburg 03
Es gibt Spiele, bei denen man von einem gebrauchten Tag sprechen kann. Und dann gibt es Spiele, bei denen man sich hinterher vor allem fragen muss: Warum hat Lok eigentlich erst nach der Halbzeit angefangen, Fußball zu spielen?
Für den ESV Lok Schöneweide war die Partie bei Brandenburg 03 leider genau so ein Spiel. Die ersten zehn Minuten waren aus Lok-Sicht schlichtweg nicht akzeptabel. Es fehlte an Konzentration, Körperspannung und vor allem an der nötigen Konsequenz in den Zweikämpfen. Brandenburg war von Beginn an präsent, während Lok viel zu passiv agierte und dem Gegner viel zu viel Raum und Zeit ließ.
Das 1:0 fiel dann symptomatisch: Fehlpass, verlorener Zweikampf – Tor. Brandenburg 03 nahm die Einladung dankend an.
Auch beim 2:0 machte es sich Lok selbst unnötig schwer. Nach einem völlig überflüssigen Foul gab es Strafstoß. Einige Spieler von Brandenburg 03 forderten anschließend sogar einen Platzverweis, der Schiedsrichter beließ es bei Gelb. Unabhängig von den Diskussionen gilt aber vor allem eines: Diese Situation hätte gar nicht erst entstehen müssen. Wieder ein vermeidbarer Fehler, wieder eine unnötige Einladung.
Danach wurde die Partie zwar etwas ausgeglichener, aber Lok bekam weiterhin kaum Zugriff. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen stimmten nicht, Zweikämpfe wurden nicht konsequent geführt und nach vorne fehlten Ideen und Durchschlagskraft. Brandenburg wartete geduldig – und schlug beim nächsten Konter erneut zu - 3:0. Eine erste Halbzeit zum Vergessen. Drei Gegentore, kaum eigener Zugriff und viel zu wenig Gegenwehr.
Nach der Pause plötzlich ein anderes Lok. Was dann in der Kabine passiert ist, scheint Wirkung gezeigt zu haben. Mit der Einwechslung von Karim E. kam deutlich mehr Energie ins Lok-Spiel. Plötzlich wurde aggressiver gespielt, höher gepresst und wesentlich konsequenter in die Zweikämpfe gegangen. Und siehe da: Lok kann es doch. Innerhalb weniger Minuten hatte die Mannschaft zwei gute Möglichkeiten und zeigte plötzlich den Fußball, den man sich eigentlich von Beginn an gewünscht hätte.Der Anschlusstreffer war dann folgerichtig.Karim E. setzte sich mit einer starken Einzelaktion durch und konnte im Strafraum nur noch durch ein Foul gestoppt werden. Wieder Strafstoß - wieder hitzige Diskussionen seitens der Brandenburg Spieler, doch die Entscheidung blieb bestehen. Karim E. übernahm Verantwortung und verwandelte sicher zum 3:1.
Plötzlich war Lok da. Die Mannschaft machte weiter Druck, spielte mutiger nach vorne und hatte weitere Möglichkeiten. Mit etwas mehr Konsequenz und Torglück hätte es durchaus noch einmal spannend werden können. Und genau diese Phase macht die Niederlage eigentlich noch ärgerlicher. Denn sie hat gezeigt, was möglich gewesen wäre, wenn Lok von der ersten Minute an so aufgetreten wäre. Doch Fußballspiele werden nun einmal nicht erst nach der Pause entschieden.
Lok nutzte seine Möglichkeiten nicht – Brandenburg dagegen schon. Ein weiterer Konter führte zum 4:1 und war gleichzeitig die kalte Dusche für die Gäste. Mit dem 5:1 war die Partie endgültig entschieden. Kurz vor dem Abpfiff kam noch ein weiterer Stellungsfehler hinzu, den Brandenburg zum 6:1-Endstand nutzte.
Fazit
Eine Halbzeit ist einfach zu wenig. Genau das muss sich Lok Schöneweide heute vorwerfen lassen. Die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass die Mannschaft durchaus Fußball spielen, Druck aufbauen und einen Gegner vor Probleme stellen kann. Mehr Einsatz, mehr Zweikampfverhalten, mehr Mut und mehr Offensivdrang – und plötzlich sieht das Ganze komplett anders aus.
Umso ärgerlicher ist die erste Halbzeit. Zu viele einfache Fehler, verlorene Zweikämpfe, fehlende Konzentration und zu wenig Konsequenz in entscheidenden Situationen haben Brandenburg früh auf die Siegerstraße gebracht. Man kann einem Gegner das Leben schwer machen – oder man kann es ihm selbst unnötig leicht machen. Heute war leider zu oft Variante zwei angesagt.
Positiv bleibt die Reaktion nach der Pause. Die Mannschaft hat sich trotz des 0:3-Rückstands nicht hängen lassen und Charakter gezeigt. Der Anschlusstreffer und die anschließenden Chancen waren verdient.
Aber Moral allein reicht nicht.
Die Einstellung muss von der ersten Minute an stimmen – nicht erst, wenn das Spiel eigentlich schon fast verloren ist. Jetzt heißt es: Kopf hoch, Mund abputzen und die richtigen Lehren daraus ziehen. Nicht nur darüber reden, was in der zweiten Halbzeit besser war, sondern sich ehrlich fragen: Warum war das in der ersten Halbzeit nicht möglich? Denn eines sollte klar sein:Beim nächsten Mal brauchen wir von der ersten Minute an Lok Schöneweide auf dem Platz – nicht erst ab der zweiten Halbezeit
Kopf hoch, Jungs. Weiter geht’s. Aber beim nächsten Mal: von Anfang an!