Melden von Rechtsverstößen
Im Kellerduell der Oberliga-Vorrunde U19 musste der TSB Flensburg nach einer ersten guten Spielhälfte dann doch beim TSV in Kronshagen mit einer deftigen 5:0 Niederlage die Segel streichen. Als Gamechanger erwies sich für Kronshagen der eingewechselte Edmond Asikeya (56.), der die Wende einleitete.
Das TSB-Trainerteam um Erdal Kösgeroglu musste erneut improvisieren. Eine Spielverlegung samt personeller Verhinderung bedeutete im fünften Saisonspiel bereits die vierte neu formierte Abwehrreihe. Doch wer dachte, dass die Flensburger Defensive deshalb wackeln würde, lag zunächst daneben. Die Abwehrkette um Berat Güllü präsentierte sich flexibel, stabil und resolut. Auch Torhüter Raphael Villani war hellwach und hielt sicher.
Nach vorne wurde es mit zunehmender Spieldauer allerdings überschaubarer. Der TSV Kronshagen hatte zwar mehr Ballbesitz, ließ aber ebenfalls die nötige Effizienz vermissen und tappte zudem wiederholt in die Abseitsfalle.
„Zwar hatte Kronshagen in der ersten Spielhälfte öfter den Ball, aber wir hatten durchaus unsere Chancen, mit etwas mehr Glück den einen oder anderen Treffer zu erzielen“, bilanzierte TSB-Trainer Kösgeroglu. Tatsächlich sahen die Zuschauer bis zur Pause ein weitgehend ausgeglichenes Duell. Alles war noch drin – doch nach dem Seitenwechsel sollte sich das Blatt dramatisch wenden.
Asikeya kommt – und der TSB kommt ins Schwimmen
Der TSB fand nach der Pause überhaupt nicht mehr ins Spiel. Mit der Einwechslung von Edmond Asikeya (56.) bekam die Partie eine völlig neue Dynamik. Der Kronshagener wurde zum Gamechanger und brachte mit seiner ausgeprägten Physis, Dynamik und Zweikampfstärke ordentlich Wirbel in die Flensburger Defensive.
Warum der körperlich robuste Angreifer erst so spät ins Spiel kam, bleibt das Geheimnis der Kronshagener Bank. Bereits bei seiner ersten Aktion sprintete er mit Ball selbst den schnellsten TSBern davon. Lasse Bo Nielsen konnte ihn schließlich nur noch per Trikotziehen stoppen – Gelbe Karte inklusive.
Kurz darauf fiel über die linke Angriffsseite das 1:0 für die Gastgeber (62.). Der TSB warf sich nun mit Macht nach vorn, öffnete dabei jedoch die eigenen Reihen. Kronshagen antwortete mit schnellen Kontern und schickte mehrere Warnschüsse Richtung Flensburger Tor. Nur mit Glück und Geschick überstanden die Gäste zunächst diese kritische Phase.
Doch der TSB verlor zunehmend die defensive Ordnung. Mehrere Wechsel unterbrachen zusätzlich den Spielfluss. Sie fanden ihre Stabilität nicht wieder. Ab der 74. Minute machte Kronshagen dann kurzen Prozess: Vier weitere Treffer innerhalb von zehn Minuten besiegelten die deutliche Niederlage. Vor allem über die rechte Angriffsseite bekam die TSB-Defensive kaum noch Zugriff – und Asikeya war schlicht nicht mehr einzufangen.
Keine Schüsse, kein Zugriff, kein Zusammenhalt
„Wir konnten uns in Hälfte zwei nach vorne nie richtig durchsetzen und hinten spielen sie uns mit einfachen, schnellen Pässen aus“, ärgerte sich Kösgeroglu. Auch konditionell habe seine Mannschaft nachgelassen. Sein ernüchterndes Fazit: „Wir haben heute zwei ganz unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Nach dem Wechsel ließen wir auch konditionell nach und konnten gar keinen Druck mehr erzeugen. Wir haben in der 2. Hälfte nicht ein einziges Mal aufs Tor geschossen.“
Auch die sonst häufig bewiesene Resilienz und der mannschaftliche Zusammenhalt blieben diesmal auf der Strecke. Mit dem spielerischen Zugriff bröckelte zunehmend auch die Geschlossenheit.
Viel Zeit zum Grübeln bleibt allerdings nicht. Kösgeroglu kündigte an: „Wir werden das ab Montag aufarbeiten und woanders punkten.“
Und der nächste Gegner hat es in sich: Mit Weiche 08 wartet ausgerechnet der Lokalrivale. Einfacher wird es sicher nicht, weiß auch der TSB-Coach – fügte aber augenzwinkernd hinzu: „Derbys haben ihre eigenen Gesetze.“